Mit „Kaspertheater“ nicht vergleichbare Politiker – und doch . . .

Ein echtes „Kaspertheater“ ist wunderbar, macht für Akteure wie Zuschauer riesige Freude, ist ein Kulturerlebnis.
Deshalb ist die gegenwärtige Politikerbühne wahrlich nicht damit vergleichbar. Allein ein „Affentheater“ kann man es auch nicht bezeichnen – würde man damit den Affen doch sicher sehr Unrecht tun.

Aber es ist zumindest ein unerquickliches Possenspiel, was man in den letzten Tagen so geboten bekommt.

Nehmen wir zuerst die Wahl in Niedersachsen des jüngsten Sonntags, wo die SPD/Grünen mit wahrlich mehr als dünner Mehrheit den Sieg davon trugen. Nun tönt es laut aus der SPD-Führung, was sie in naher Zukunft alles ändern oder rückgängig machen will, wobei ein Höhenflug hinsichtlich der anstehenden Bundestagswahl massiv eingeleitet wird. Ein Wahlkrampf statt eines soliden Wahlkampfes.
Dabei hätte es auch durchaus anders aussehen können, wenn CDU/FDP die Nase vorn gehabt hätten.

Der weitestgehend unselbständige Stimmengewinn der FDP bei der Wahl in Niedersachsen uferte dahingehend aus, dass der „angesägte“ Parteivorsitzende Phillip Rösler einen großen Auftritt inszenierte und seinen „Abflug“ abwenden konnte. Die Pressekonferenz mit ihm und Rainer Brüderle vermittelte den Eindruck, dass Rösler sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen will und Brüderle zum „Gesicht und Kopf der FDP“ verdonnert hat. Dieser machte offensichtlich gute Miene zu diesem Spiel. ( Das geht nicht lange gut, meine ich. Übrigens beantwortete Rösler die Frage ausweichend, was er dann ist, wenn Brüderle das Gesicht und der Kopf der FDP sei? )

Schauen wir nach Thüringen, so stellt man fest, dass in jeder Woche – mitunter mehrfach – das „Schloss Reinhardsbrunn“ auf der Tagesordnung steht. Durch das zur Chefsache machen der Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht nutzt die CDU diese Thematik freilich als Wahlthema. Die SPD ist dabei durch Christoph Matschie bemüht, sich als Kulturhüter in Thüringen zu positionieren und ins rechte Licht zu setzen.
Dass das Land Thüringen wie auch der Landratsamt Gotha bislang untätig waren und die eigenartigen Verkäufe des „Schloss Reinhardsbrunn“ nicht störten, wird dabei unter den Teppich gekehrt.
Wie leicht man doch Wählerstimmen zu fangen gedenkt.

Erschreckend, wenn ich da auf die verbleibenden Monate bis zur Bundestagswahl schaue!

Wenigstens etwas Gutes konnte ich heute im TV sehen: Der Bundestag war erfreulich voll besetzt anlässlich des 50 Jahrestages des Élysée-Vertrags ( Deutschland – Frankreich ) durch die Abgeordneten beider Parlamente.
Sonst sind dort allzu oft selbst geringe Besucherzahlen größer als die Abgeordnetenzahl an Bundestagssitzungen!

Autor:

Uwe Zerbst (Gotha/Thüringen) aus Sprockhövel-Haßlinghausen

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