Westfalen Winds zeigt sich im guten „Licht“

Das sinfonische Blasorchester überzeugt im Kulturzentrum mit klangvoller Leistung

Die Musiker luden zum alljährlichen Klangkaffee und alle kamen: Mata Hari, der große Zampano, die „Elenden“ und die Sanchez-Kinder. Sie alle waren Protagonisten der Werke, die Westfalen Winds präsentierte.

Doch zuvor ging die Sonne auf dem Konzertpodium auf: Mit der „Lachischen Sonne“ intonierte das Projektorchester bildhaft, wie in der Dämmerung die Dunkelheit der Nacht weicht. Und auch „Empire of Light“ spielte mit dem Gegensatz von Licht und Schatten. Darin wurde die Gemäldevorlage von René Magrittes „L’empire des lumières“ in Musik gesetzt. Überzeugend rhythmische Präzision spielte Westfalen Winds mit diesen konträren Elementen aus mysteriöser Finsternis und strahlender Helligkeit.

Die Tänzerin und Spionin Mata Hari bildete den Mittelpunkt einer dreisätzigen Komposition von Nigel Clarke. Mit einer sicheren Interpretation zeigten die 60 Musiker ihre verführerische Art des Tanzens ebenso wie die von harten Staccati geprägte Verfolgung. In einem spannungsgeladenen Finale erlebte das Publikum schließlich von Trompeten abgefeuerte Schüsse der Hinrichtung – und erst nach einem Moment der Stille brandete der Applaus auf.

Zampano aus dem Film „Das Lied der Straße“ und die „Children of Sanchez“ (überzeugendes Flügelhorn-Solo: Angelina Rump) bildeten den Mittelpunkt zweier Arrangements, die jeweils mit Anthony Quinn verfilmt wurden. Ebenso wurden die Figuren aus Claude-Michel Schönbergs Musical „Les Misérables“ zum Leben erweckt. Westfalen Winds gelang es eindrucksvoll, sowohl die stille Sehnsucht als auch gesellige Wirtshausatmosphäre darzustellen. Dem Dirigenten Uli Schmidt schaffte es eindrucksvoll, seine Musiker zu zahlreichen Gänsehautmomenten zu führen.

Dass Westfalen Winds nicht nur das Publikum, sondern auch eine unabhängige Jury überzeugen kann, stellen die Musiker, die inzwischen nicht nur aus NRW, sondern auch Niedersachsen, Hessen und Berlin stammen, im kommenden Jahr unter Beweis: Im Juli 2013 nehmen sie an der Blasmusik-Weltmeisterschaft in Kerkrade teil. Bei dem nur alle vier Jahre stattfindenden internationalen Musikfest werden erneut 20.000 Musiker aus der ganzen Welt erwartet. Als Wahlstück hat Westfalen Winds dafür eine Komposition beim gebürtigen Arnsberger Thiemo Kraas in Auftrag gegeben. Als ehemaliger Schlagzeuger des Orchesters ist er nach wie vor seinem Orchester verbunden.

Autor:

Julian Aubke aus Arnsberg-Neheim

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