BUND-NRW: „Der Wald stirbt, doch die Ursachen werden nicht konsequent angegangen“

(C) B.Jakubzik, Naturwaldparzelle im Sauerland
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  • hochgeladen von Birgit Jakubzik

Waldzustandsbericht 2011 der Landesregierung

Düsseldorf, 22.11.2011 – Noch nie ging es dem heimischen Wald so schlecht wie heute, weniger als ein Viertel sind gesund. Das ist das dramatische Ergebnis des heute von Umweltminister Johannes Remmel vorgestellten Waldzustandsberichts 2011. Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht darin ein letztes alarmierendes Signal für die notwendige Korrektur der Waldpolitik.

„Der Wald stirbt, doch die Ursachen werden nach wie vor nicht konsequent genug angegangen“, sagte Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND. „Wir müssen uns endlich von den traditionellen Forstnutzungs-Szenarien verabschieden, konsequent weitere Schadstoffeinträge minimieren und den Klimawandel bekämpfen.“ Der BUND-Chef kritisiert, dass bislang nur der NRW-Staatswald mit einem Flächenanteil von nur 13 Prozent nach Nachhaltigkeitskriterien bewirtschaftet werden soll. Im Privatwald (70 %-Anteil) liege das Hauptaugenmerk weniger auf den Allgemeinwohlfunktionen als auf schnellen und hohen Holzerträgen. Der Aufbau stabiler Waldgesellschaften, die auch den Herausforderungen des Klimawandels standhalten, würde so verhindert. Einige wenige private Waldbauern beginnen umzudenken. Leider ist die Mehrheit von einer naturnahen Waldwirtschaft weit entfernt.

Besonders besorgt ist der BUND um den Zustand des Buchenwaldes in NRW. „Ausgerechnet der eigentliche Charakterbaum Deutschlands, für den wir als Weltnaturerbe besondere Verantwortung tragen, weist mittlerweile einen Schadensanteil von 88 Prozent auf“, sagte Horst Meister, Waldexperte des BUND. „Wir müssen endlich umfassende Schutzkonzepte zum Schutz des Buchenwaldbestandes umsetzen, alte Buchenwälder aus der Nutzung nehmen und der natürlichen Sukzession mehr Raum geben. Mit dem Wald muss insgesamt pfleglicher umgegangen werden, d.h. weniger Maschineneinsatz und weniger Erschließungsmaßnahmen in Form von überbreiten Wegen und Rückegassen.“

Darüber hinaus mahnte der BUND umfassende Konzepte zur Minimierung des noch immer hohen Schadstoffeintrages aus Straßenverkehr, Industrie und Intensivlandwirtschaft sowie die zügige Verabschiedung des Landesklimaschutzgesetzes an.

BUND-Experte Meister bedauert, dass das jetzt auslaufende Internationale Jahr der Wälder 2011 der NRW-Waldpolitik wenig neue Impulse geben konnte, „Noch immer ignorieren viel zu viele Bremser in Politik und Verwaltung die Zeichen der Zeit“, so Meister.

Der BUND forderte deshalb die Landesregierung auf, zusammen mit den Naturschutzverbänden unverzüglich effektive Lösungen für eine Verbesserung des Waldzustandes erarbeiten und zügig umzusetzen.

Den Waldzustandsbericht als Download gibt es hier:

http://www.bund-nrw.de/fileadmin/bundgruppen/bcmslvnrw/PDF_Dateien/Themen_und_Projekte/Naturschutz/2011_Waldzustandsbericht.pdf

Pressekontakt :
Paul Kröfges, BUND Landesvorsitzender, T. 0173 / 2794489,
Horst Meister, BUND-Waldexperte, T. 02162 / 3 37 37

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