IG Metall: Der schöne Schein der Arbeitslosenzahlen

Viel zu erklären gab es für die Vertreter der IG Metall auf dem Neheimer Wochenmarkt.
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  • hochgeladen von Manuela Lieflaender

„Seit Monaten berichtet die Bundesagentur für Arbeit von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt, doch was sich wirklich dahinter verbirgt, das sagt sie nicht“, ereiferte sich Ingo Leopold von der IG Metall am vergangenen Samstag.

„Ihr müsst was tun!“ Das durften sich die Vertreter der IG Metall am Samstagmorgen an ihrem Stand von vielen Menschen anhören. „Aber auch wir sind auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen“, sagt Dieter Dunker, Betriebsratsvorsitzender bei BJB. Dunker kritisiert die Mentalität der Deutschen, die sich „vom Staat alles gefallen lassen und so lange sie Fernseher und Auto haben, nicht auf die Straße gehen“. „Heute wird für Geld alles getan“, ist sich Dunker sicher.
Das Thema an diesem sonnigen Morgen ist jedoch ein anderes. „Arbeit: Sicher und fair“ unter diesem Motto will die IG Metall auf die Probleme der jungen Generation aufmerksam machen. Hier ist Ingo Leopold zu Hause: „Ständig hören wir die tollen Zahlen der Arbeitsagentur“, legt er los, „aber wo befinden sich die jungen Facharbeiter tatsächlich? Je nach Ausbildungshintergrund in der Leiharbeit, in Praktika oder sie haben befristete Verträge!“
Leopold weiß, die 17- bis 25-Jährigen waren die Verlierer der Wirtschaftskrise, sie waren die ersten, denen gekündigt wurde.
„In der Krise haben die Firmen gesehen, dass sie von dem Modell der befristeten Verträge und der Leiharbeit profitieren. Deshalb gibt es heute auch immer mehr junge Leute, die billig an den Arbeitsmarkt verkauft werden“, weiß Leopold. Junge Fachkräfte über Leiharbeit zu verpflichten, das hat für Unternehmen einen ganz entscheidenden Vorteil: Im Falle einer frühzeitigen Kündigung muss keine Abfindung gezahlt werden. Und das obwohl Fachkräfte sowieso zu einer vom Aussterben bedrohten Spezies gehören. „Wir haben einen Fachkräftemangel, weil Unternehmen seit der Krise weniger ausbilden“, sagt Leopold, „Ausbildung kostet Zeit und Geld. Und wenn ausgebildet wird, dann nur für den eigenen Bedarf.“
Eine traurige Entwicklung, das findet auch der Betriebsratsvorsitzende Dieter Dunker: „Wie sollen die jungen Leute sich eine eigene Existenz aufbauen, geschweige denn eine Familie gründen angesichts dieser Situation?“

Autor:

Manuela Lieflaender aus Menden (Sauerland)

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