Ausstellung: „Franz Stock - Versöhnung durch Menschlichkeit“ eröffnet

Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner (Mitte) sowie Thomas Bertram und Frank Trompeter vom Franz-Stock-Komitee eröffneten jetzt die Ausstellung „Franz Stock - Versöhnung durch Menschlichkeit“ im Beisein von Peter Kleine (Kulturbüro) und Michael Timmermann (Franz-Stock-Komitee).
  • Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner (Mitte) sowie Thomas Bertram und Frank Trompeter vom Franz-Stock-Komitee eröffneten jetzt die Ausstellung „Franz Stock - Versöhnung durch Menschlichkeit“ im Beisein von Peter Kleine (Kulturbüro) und Michael Timmermann (Franz-Stock-Komitee).
  • Foto: Stephanie Schnura/ Pressestelle Stadt Arnsberg
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Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner sowie Thomas Bertram und Frank Trompeter vom Franz-Stock-Komitee eröffneten jetzt die Ausstellung „Franz Stock - Versöhnung durch Menschlichkeit“ im Foyer des Rathauses in Neheim.
In der Wanderausstellung werden das Leben des Franz Stock und die Auswirkungen seines Wirkens auf die deutsch-französische Aussöhnung dargestellt. Sie besteht aus drei großen Ausstellungswänden und zwei Roll-Ups. Per Smartphone können kurze begleitende Filme oder auch französische und englische Übersetzungen abgerufen werden.

Durch politische und ökonomische Wirren geprägt

Franz Stock wurde 1904 in Arnsberg-Neheim geboren. Er wurde sowohl durch sein katholisches Elternhaus als auch durch den 1. Weltkrieg 1914/1918 und durch die Zeit danach mit ihren politischen und ökonomischen Wirren geprägt. Parallel zu seiner religiösen Berufung beschloss er, sich für die Völkerverständigung einzusetzen, insbesondere zwischen der deutschen und französischen Jugend. Nach Studienaufenthalten in Frankreich und Reisen in frankophone Gebiete wurde er 1934 zum Pfarrer der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Paris bestellt. Eine Tätigkeit, die er 1940 nach kurzer Unterbrechung wegen des Kriegsausbruches fortsetzte.

Seelsorger in den Gefängnissen von Paris

Als der Seelsorger der Gefängnisse von Paris während der nationalsozialistischen Besatzungszeit ist er in die Geschichte eingegangen. Franzosen gaben ihm die Bezeichnung “L’Archange en enfer - Der Erzengel in der Hölle”. Er hat unsägliches Elend gelindert, über tausend von der Besatzungsmacht Verurteilte auf den Tod vorbereitet und sie bis zum Ende - bis zur Hinrichtungsstätte u.a. auf dem Mont Valérien - begleitet. Neben dieser an sich schon harten und leidvollen Tätigkeit benachrichtigte er insgeheim die Familien der Gefangenen und, wo es möglich war, warnte er die Widerstandskämpfer vor den ihnen drohenden Gefahren. Heute ist der Platz vor dem “Mémorial de la France Combattante”, das an den Widerstand der Franzosen gegen die deutsche Besatzungsmacht erinnert, nach Abbé Franz Stock benannt. 

Priesterseminar hinter Stacheldraht

Als 1945 seine Gesundheit nach den Kriegsjahren schwer angegriffen war und er in die Heimat hätte zurückkehren können, nahm er eine neue Aufgabe an: die Gründung und Leitung eines Seminars besonderer Art im Kriegsgefangenenlager in Le Coudray bei Chartres. Dort wurden in Gefangenschaft geratene deutschsprachige Theologiestudenten zusammengeführt. So ist das Priesterseminar hinter Stacheldraht entstanden, indem von 1945 bis 1947 ca. 1000 junge Menschen auf ihre zukünftigen Aufgaben in einem neuen Europa vorbereitet wurden. Heute befindet sich in dem historischen Gebäude die „Europäische Begegnungsstätte Franz Stock Chartres“.
Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Mai im Foyer des Rathauses in Neheim zu sehen. Weitere Informationen gibt es online unter www.franz-stock.de.

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