Super-Sauberes Wasser in Arnsberg künftig nur gegen Aufpreis

Ulrich Midderhoff (Geschäftsführer Stadtwerke), Hans-Josef Vogel (Bürgermeister), Martin Weyand (Bundesverband Wasser- und Energiewirtschaft), Hans-Jörg Dübel (Landesverbraucherministerium) und Bernd Müller (Bezirksregierung) weihten die 4,5 Millionen Euro teure Investition mit dem obligatorischen Knopfdruck ein. Fotos: Albrecht
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  • Ulrich Midderhoff (Geschäftsführer Stadtwerke), Hans-Josef Vogel (Bürgermeister), Martin Weyand (Bundesverband Wasser- und Energiewirtschaft), Hans-Jörg Dübel (Landesverbraucherministerium) und Bernd Müller (Bezirksregierung) weihten die 4,5 Millionen Euro teure Investition mit dem obligatorischen Knopfdruck ein. Fotos: Albrecht
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Mit Gästen vom Land, der Bezirksregierung, der Politik, von den am Bau beteiligten Firmen sowie zahlreicher interessierter Bürgerinnen und Bürger fand jetzt die Einweihung des neuen Wasserwerkes „Möhnebogen“ statt.
Festzelt, Musik und ein kleines Buffet - die Einweihung des neuen Schmuckstücks der Stadtwerke Arnsberg war am Donnerstag Anlass genug zum Feiern. In seinem Grußwort erinnerte Bürgermeister Hans-Josef Vogel an die schlimmen Wochen im Jahre 2006, als der PFT-Skandal die Runden machte.
„Das war ein bösartiger Anschlag, der für viele Sorgen bei den Bürgern sorgte“, so Vogel nachdenklich. Bis dahin habe man selten über die Bedeutung von Wasser gesprochen und das Lebensmittel als Selbstverständlichkeit hingenommen. „Solche Tage wie zu Zeiten der PFT-Belastung im Wasser wollen wir aber nie wieder haben“, sagte Vogel. Die Meldungen über PFT hätten das Image einer ganzen Region negativ beeinflusst.
Mit der Einweihung der neuen Wassergewinnungsanlage am Möhnebogen in Neheim habe man aber nun eine große Investition in die Sicherheit des Trinkwassers geleistet. Insgesamt 4,5 Millionen Euro seien in die Anlage geflossen. Damit sei das neue Wasserwerk ein Zeichen dafür, was Technik leisten könne, so Vogel weiter.
Als Geschäftsführer der Stadtwerke stellte Ulrich Midderhof die Technik des Werkes vor. 40 Jahre lang sei die alte Anlage in Betrieb gewesen. Mit der neuen Technik sei man jetzt auf der Höhe der Zeit. Zuvor habe die Politik über mögliche Alternativen überlegt und sei dann zu dem Schluss gekommen, die Wassergewinnungsanlagen (Möhebogen und Langel) zu modernisieren.
Für die Investition habe es jedoch keine Zuschüsse gegeben, so das sie nur über die Erhöhung des Wasserpreises zu finanzieren sei. „Wir rechnen mit einer Erhöhung von 12 bis 15 Cent pro Kubikmeter“, erklärte Midderhoff. Pro Jahr sei mit einer Mehrbelastung von rund 5,20 Euro/Person zu rechnen - einem Preis für etwa zwei Kästen Mineralwasser, rechnete er vor.
Bei der Investition in das Wasserwerk hat man auch nachhaltige Technik gedacht. Der für das Mehr an reinem Wasser nötige Strom wird künftig zu rund einem Drittel selbst produziert. Unter anderem hat man auf dem Dach der neuen Analge bereits Solarzellen aufgesetzt.
Die sofort richtige Reaktion der Stadt Arnsberg auf die PFT-Belastung lobte rückblickend Hans-Jörg Dübel, Staatssekretär im Landesverbraucherschutzministerium. Die Stadt habe nicht nur reagiert, sondern auch im Sinne der Gesundheit seiner Einwohner agiert. Mit der neuen Anlage habe man in Westfalen Meilensteine gesetzt.

Beindruckende Technik

Arnsberg/Neheim. Nach den Erfahrungen mit PFT und Hochwasser hat man für die Runderneuerung der Wassergewinnung in der Stadt Arnsberg neue Maßstäbe gesetzt.
Das neue Wasserwerk am Möhnebogen in Neheim kann viel. Aus dem Oberflächenwasser der Möhne kann bis zu 600 Kurbikermeter Trinkwasser in der Stunde werden, 12.000 Kubikmeter am Tag. Zwar wird auch die Wassergewinnung der Stadt im Langel bei Freienohl für rund 4,5 Millionen Euro saniert, aber allein das Neheimer Werk ist in der Lage, die Waserversorgung für alle Bürger in der Stadt Arnsberg sicher zu stellen.
Herzstück der neuen Anlage, die nach den Reden auch von Bürgern besichtigt werden konnte, ist die so genannte Ultrafiltrationsanlage. Dabei wird das Wasser durch so feine Filterröhrchen gepresst, dass sogar Bakterien und Vieren in der Anlage zurückbleiben. Die Filterfläche der gesamten Anlage beträgt rund 7.000 Quadratmeter.
Ganz neu bei der Wassergewinnung in Neheim ist auch die Bestrahlung des Wassers in der UV (Ultra Violett)-Anlage in der letzten Stufe der Aufbereitung. Dadurch kann nach der Einführungsphase künftig auf den Zusatz von Chlor im Wasser weitgehend verzichtet werden. Eine Anlage zur Notdesinfektion bleibt aber vorhanden. Vier leistungsfähige Aktivkohle-Filter sind in der neuen Anlage fest installiert. Diese Filter halfen bereits ab 2006 den PFT-Gehalt im Wasser zu reduzieren.

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