St. Walburga-Krankenhaus, Meschede:
Klinikum Hochsauerland stärkt Versorgungsangebot für Nierenkranke

von links nach rechts: Dr. med. Jürgen Herting, Chefarzt der Klinik für Nephrologie, Dr. med Daniel Gießmann, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am Standort St. Walburga-Krankenhaus und Dr. med. Meinolf Nölle, Chefarzt der Klinik für Nephrologie.
  • von links nach rechts: Dr. med. Jürgen Herting, Chefarzt der Klinik für Nephrologie, Dr. med Daniel Gießmann, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am Standort St. Walburga-Krankenhaus und Dr. med. Meinolf Nölle, Chefarzt der Klinik für Nephrologie.

  • Foto: Klinikum Hochsauerland
  • hochgeladen von Annette Foehring

Die Zahl der Menschen mit schweren Nierenerkrankungen und eingeschränkter Nierenfunktion steigt stetig. Hauptgründe sind die demografische Entwicklung mit zunehmendem Anteil der Älteren sowie die höhere Verbreitung von Zuckerkrankheit und Bluthochdruck. Das Klinikum Hochsauerland kann Nierenerkrankte am Standort St. Walburga-Krankenhaus in Meschede stationär versorgen und verfügt damit kreisweit über die einzige Fachabteilung mit nephrologischem Schwerpunkt. Um dieses Versorgungsangebot zu stärken, wird die Nephrologie am St. Walburga-Krankenhaus nun weiter ausgebaut.

Für die medizinische Leitung und Weiterentwicklung der Klinik für Nephrologie konnten zwei ausgewiesene Spezialisten gewonnen werden. Dr. med. Jürgen Herting (52), Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Hypertensiologe DHL, Lipidologe DGFF und Dr. med. Meinolf Nölle (53), Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Hypertensiologe DHL, Somnologe DGSM haben die neue Aufgabe zum 1. Februar übernommen.
Die Mediziner sind vielen Nierenerkrankten aufgrund ihrer langjährigen ambulanten Tätigkeit im Nephrologischen Zentrum Sauerland, einer überörtlichen Gemeinschaftspraxis mit Dialyse-Standorten in Arnsberg, Meschede, Schmallenberg und Brilon, bereits bestens bekannt. Dr. Herting und Dr. Nölle haben die neue Aufgabe zusätzlich zu ihrer Arbeit in der Gemeinschaftspraxis übernommen und werden sich die chefärztliche Leitung der Klinik für Nephrologie im St. Walburga-Krankenhaus auf Grundlage eines kollegialen Führungsmodells teilen.

Hand in Hand für Herz und Nieren

Uwe Zorn, Ärztlicher Direktor St. Walburga-Krankenhaus, verwies darauf, dass dem aktuellen Schritt eine langjährige enge und gute Kooperation der Dialysepraxen mit vielen Fachabteilungen des Klinikums Hochsauerland und insbesondere mit der Kardiologie und Nephrologie am St. Walburga-Krankenhaus sowie der Kardiologie am Karolinen-Hospital, vorausgegangen sei. „Dies werden wir nun intensivieren!“ freut er sich. Aufgrund der vielfältigen Wechselwirkungen von Herz- und Nierenerkrankungen sei die Nephrologie wichtiger Bestandteil der Herz- und Gefäßmedizin, einem der standortübergreifenden Schwerpunktzentren im Klinikum Hochsauerland, so Zorn weiter.

Versorgungsangebot für Nierenkranke wird gestärkt

Dr. Herting und Dr. Nölle werden die Behandlung von Patienten fortführen und inhaltlich über das bisherige Behandlungsspektrum hinaus weiter ausbauen. Dr. Herting erläuterte, dass es ein Ziel sei, die Versorgung zu speziellen nephrologischen Fragestellungen zu stärken. Als Beispiel nannte er die differenzierte Behandlung chronisch entzündlicher Nierenerkrankungen und spezielle Blutreinigungsverfahren, wie sie zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen und Fettstoffwechselstörungen erforderlich sind. Ferner soll auf dem Gebiet der Nierenersatztherapie die Bauchfelldialyse verstärkt angewandt werden, ein in Deutschland zu Unrecht wenig angewendetes Verfahren.

Abwehrschwäche weit verbreitet

Dr. Nölle führte weiter aus, dass Nierenerkrankte nicht selten aufgrund akuter Erkrankungen stationär versorgt werden müssten. Als Beispiel nannte er infektiöse Erkrankungen, da Nierenerkrankte oft abwehrgeschwächt und daher anfällig für alle Formen von Infektionserkrankungen seien. Diese müssten bei Vorliegen einer Niereninsuffizienz frühzeitig und gezielt unter Einbeziehung des Spezialisten behandelt werden. Vor allem die Intensivierung der fachübergreifenden Zusammenarbeit mit der Mescheder Klinik für Kardiologie um Chefarzt Dr. med. Daniel Gießmann ist Dr. Nölle und Dr. Herting ein großes Anliegen. „Denn Nierenerkrankte haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzschwäche oder Herz-Rhythmus-Störungen zu erkranken“, so die Mediziner unisono.
Dr. Gießmann, der die Entwicklung ausdrücklich unterstützt hat, freut sich auf die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Nierenspezialisten. Auch die Therapie bei chronischem Bluthochdruck werde durch die enge fachübergreifende Zusammenarbeit von Herz- und Nierenspezialisten gestärkt. Denn Bluthochdruck könne sowohl Auslöser als auch Folge einer Nierenerkrankung sein, erläuterte Dr. Gießmann.

Jungen Ärzten fundierte Ausbildung bieten

Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung am Klinikum Hochsauerland, informierte, dass durch die Erweiterung der Nephrologie auch die Ausbildungsmöglichkeiten für junge Mediziner um ein weiteres Fachgebiet ergänzt werden. Durch die Weiterentwicklung der Nephrologie würden die Grundlagen geschaffen, um auch in diesem Fachgebiet die volle Weiterbildungsermächtigung erlangen und somit jungen Ärzten ergänzende Ausbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten anbieten zu können. Das nötige Antragsverfahren sei in Vorbereitung.

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