16. Künstlerinnenpreis im Museum Schloss Moyland übergeben

Die Künstlerinnen Ulrike Rosenbach und Agnes Meyer-Brandis erhalten den 16. Künstlerinnenpreis Nordrhein-Westfalen, der in diesem Jahr in der interdisziplinären Kunstform Performance ausgeschrieben wurde. "Ulrike Rosenbach gilt als die Pionierin der feministischen Performance in Deutschland. Ihre symbolgeladenen, eindringlichen, oft archaisch anmutenden Aktionen gaben der Performancekunst wichtige Impulse", sagte Kulturministerin Ute Schäfer heute in Düsseldorf. "Mit der Ausschreibung für Performance prämieren wir erstmals eine interdisziplinäre Kunstform. Damit wird der Preis für Künstlerinnen geöffnet, die genreüberschreitend arbeiten", so Schäfer. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt das Lebenswerk der Performancekünstlerin.

"Ich freue mich, dass mit Ulrike Rosenbach eine Künstlerin den Preis erhält, die als eine der ersten Künstlerinnen in den 70er Jahren die Rolle der Frau thematisiert, mit ihrer Kunst Kritik am althergebrachten Weiblichkeitsbild geübt und dem ein neues Selbstverständnis aus feministischer Sicht gegenüber gestellt hat. Zudem hat sie sich immer aktiv für die Gleichberechtigung von Künstlerinnen im internationalen Kunstbetrieb eingesetzt", ergänzte Ministerin Barbara Steffens.

Durch den Einsatz von Live-Kameras bzw. Videoeinspielungen verlieh Ulrike Rosenbach ihren Performances eine damals völlig neue Bildsprache. Ulrike Rosenbach stellte dabei tradierte Rollenbilder in Frage und brach mit idealisierten, klassischen Vorbildern. Dabei war ihr eigener Körper wichtigstes Ausdrucksmittel. Die Jury unter dem Vorsitz der Künstlerin Lili Fischer wählte die ehemalige Beuys-Schülerin Ulrike Rosenbach einstimmig zur diesjährigen Hauptpreisträgerin.

Förderpreis für Agnes Meyer-Brandis
Der Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro geht an die 1973 in Aachen geborene und derzeit in Berlin lebende Künstlerin Agnes Meyer-Brandis. Die Jury war sich einig darüber, dass ihr Grenzgang zwischen Wissenschaft und Kunst, Realität und Fiktion einen überraschend innovativen Ansatz in der Performancekunst darstellt und von großer Eigenständigkeit zeugt. Bei ihren inszenierten Untersuchungen physikalischer Zusammenhänge vor Ort erschafft Agnes Meyer-Brandis eine künstliche Pseudowissenschaft. Zu ihren Forschungszwecken begibt sie sich an kuriose, aber in ihrer Logik folgerichtige Orte wie z. B. auf Gletscher, Krater, Schlittschuh- und Achterbahnen oder Raketenabschussbasen und erfindet damit eine ironisch-hintersinnige Art von Aktionskunst.

Der Künstlerinnenpreis wird alljährlich vom Land in einer anderen Sparte vergeben. Seit 1996 sind bereits folgende Bereiche thematisiert worden: Neue Medien, Drama, Komposition, Keramikkunst, Filmregie, Literatur, Fotografie, Popularmusik, Bildhauerei, Kamera, Illustration, Theaterregie, Choreographie, Malerische Positionen, Baukunst.

Kulturministerin Ute Schäfer hat die Preise am Samstag (15.10.2011) im Rahmen einer Feierstunde im Museum Schloss Moyland überreicht.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen