Einfach... bezaubernd: Bruno der Briefträger im Theater mini-art

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Ich wähle mit vollster Absicht dieses Wort. Bezaubernd. Ein kleines bisschen altmodisch und - voller Zauber. Das trifft den Kern dieses Stückes, eigentlich für kleine Gäste ab 5 Jahren, ziemlich gut.  Und die großen Kinder, die heute im Rahmen der Kreis Klever Kulturtage hierherkamen, waren mindestens genauso hingerissen. 

Mal ehrlich, wäre dies nicht eine ganz wunderbare Vorstellung? Man schreibt sein Wunschziel für den nächsten Tag als Adresse auf ein Paket, klettert hinein und wacht am Morgen an genau diesem Ort wieder auf. Steigt aus dem Paket und richtet sich ein wenig häuslich ein. So macht es jedenfalls Bruno, der Briefträger. 

Bruno erzählt uns die Geschichte eines Briefes, der unbedingt so schnell wie möglich persönlich zugestellt werden soll. Und von Irene, seiner Kollegin. in die er nicht nur ein wenig verschossen zu sein scheint. Bruno wird dargestellt von Sjef van der Linden vom Theater mini-art, die Kulisse ist ein riesiges Paket in Form eines Zimmers. 

Sjef van der Linden nimmt seine kleinen und großen Besucher mit in eine Welt vor Handy, Computer & Co. "Wie soll ich es nur beweisen, dass ich an diesen ganzen Orten gewesen bin", fragt er sich verzweifelt. In der Zeit vor dem Selfie-Stick muss dann mal ein Dia-Projektor und die gute alte Postkarte herhalten. 

Er sucht den Dialog mit seinem Publikum und ist ein wenig enttäuscht, als ihm niemand hilft bei seinem Brief an Irene. Er stellt Fragen an die Kids, zum Beispiel, wie er sich der großen Dogge gegenüber verhalten soll. "Schlag sie k.o.", kommt die spontane Antwort eines Jungen und sorgt für einen weiteren Lacher. 

Mit seiner Mimik und Gestik, vor allem mit seinem gewinnenden Lächeln, sorgt er dafür, dass wir alle an seinen Lippen hängen. Viel zu schnell ist das Stück schon wieder vorbei. Ob der Brief wohl jemals ankommt? Und Bruno seine Irene kriegt? Doch hier ist buchstäblich der Weg das Ziel, der auch mal auf die Zugspitze führen kann. 

Von Crisha Ohler erfahren wir später von weiteren Theaterprojekten: eins mit Jugendlichen vom Theodor-Brauer-Haus, ein anderes mit Frauen aus der Forensik. 

Autor:

Christiane Bienemann aus Kleve

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