Till: "Haus Ausblick" zieht um

Die Bewohner und Mitarbeiter von „Haus Ausblick“ in Till werden Anfang August vorübergehend nach Düsseldorf ziehen. In der Wohngruppe auf einer Hofanlage betreut die Kaiserswerther Diakonie seit 2008 straffällig gewordene Kinder und Jugendliche mit dem Ziel, sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

„Das intensivpädagogische Betreuungskonzept für Haus Ausblick haben wir weiter entwickelt“, erläutert Thomas Pütz, Leiter des Bereichs Soziale Dienste der Kaiserswerther Diakonie. „In Zukunft wollen wir den Bewohnern von Haus Ausblick an Ort und Stelle ein differenziertes Angebot zur Verfügung stellen. Nach Abschluss der Intensivmaßnahme können die Jugendlichen in eine Trainingsgruppe wechseln, in der die Betreuungsintensität flexibel an den individuellen Bedarf angepasst wird. Daran schließt sich eine weitere Verselbstständigungsphase an.“

Der Hintergrund: Gerade Beziehungsabbrüche und die Integration in die früheren Beziehungsumfelder hätten sich in der Reintegrationsarbeit als Stolpersteine heraus gestellt. Um den Bewohnern von Haus Ausblick in Zukunft noch bessere Hilfestellungen zu geben, sollen sie – ähnlich wie bei der erfolgreichen Jugendhilfeeinrichtung Steps der Kaiserswerther Diakonie – in Zukunft in der ersten Verselbständigungsphase in kleineren Gruppen in einer Wohnung zusammenleben und in der nächsten Phase sogar die Möglichkeit haben, im eigenen Appartement den Sprung ins normale Leben zu schaffen. Damit wird sich die Zahl der verfügbaren Plätze von derzeit 7 auf dann 15 erhöhen.

Dafür benötigt die Kaiserswerther Diakonie allerdings eine neue Immobilie, die das erweiterte Angebot auch ermöglicht. Die aktuelle Hofanlage ist nicht geeignet. „Ideal wäre eine Immobilie mit verschiedenen Gebäudeteilen umgeben von Wald und Wiese“, betont Thomas Pütz. Derzeit sucht die Kaiserswerther Diakonie im Umfeld des aktuellen Standortes. „Wir haben im Kreis Kleve ein sehr gutes und funktionierendes Netzwerk mit der Stadt, dem Kreis, der Polizei sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie des LVR und den Schulen aufgebaut. Darauf möchten wir weiter bauen.“

In der Übergangsphase wird die Beschulung weiterhin von der Paul-Moor-Schule sichergestellt, der Unterricht findet in Düsseldorf statt.

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