Bochumer Polizei schnappt dreisten Betrüger
79-jähriger ist der "Urkundenfälscher des Jahres"

Mit dieser "ID-Card" wollte sich der Mann ausweisen.
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Das Jahr ist noch jung, doch schon jetzt ist sich die Bochumer Polizei sicher, den "Urkundenfälscher des Jahres" geschnappt zu haben. Denn an dem Mann, den sie am Mittwoch, 5. Februar, überprüfte, war so ziemlich nichts echt. Dabei begann alles relativ harmlos - mit einem nicht angelegten Sicherheitsgurt.

Gegen 10.40 Uhr am Mittwoch  fiel einem Motorradpolizisten an der Robertstraße ein Pkw mit Rechtslenker und englischem Kennzeichen auf, dessen Fahrer nicht angeschnallt war.Der am Steuer sitzende und Deutsch sprechende Senior händigte dem Beamten ein Dokument mit der Bezeichnung "International Driving Document" mit dazugehöriger Plastikkarte aus. Er gab an, in England sowie in den USA zu wohnen. Das wollte er mit einer ID-Karte belegen, die erkennen ließ, dass der Karteninhaber in Kalifornien lebt, 79 Jahre alt ist und einen Doktortitel trägt.

Selbst der Doktortitel war nicht echt

Schnell war dem Polizisten klar, dass die Dokumente gefälscht sind und er begann, "nachzubohren": "An welcher Universität haben sie den Doktortitel erworben?" - "Ich kann mich nicht genau erinnern!" - "Was war denn deren Titel?" - "Der ist mit entfallen, aber ich habe mich mit internationalem Recht beschäftigt!"
Wenig später hörte der Polizist auf, nachzufragen und eröffnete dem Autofahrer den Tatvorwurf des Missbrauchs von Titeln.

Auto ohne Versicherung und ohne TÜV

Aber das war nicht alles. Es stellte sich heraus, dass das Auto ist in England nicht versichert ist, dass dort eine Steuerschuld seit 2013 besteht und die technische Überprüfung seit knapp sieben Jahren auch nicht mehr stattgefunden hat.
Darüber hinaus räumte der Senior ein, nie eine Fahrerlaubnis besessen zu haben und seit Jahren mit seinen Fantasiedokumenten unterwegs zu sein. Schließlich wirke er durch "seinen" Doktortitel bei Kontrollen erheblich vertrauenswürdiger.
Aber wer ist der Mann nun wirklich? Das stellte sich erst auf der Wache heraus - nach der Auswertung seiner Fingerabdrücke.

Der "Engländer" kommt aus Dortmund

Bei dem Mann handelt es sich um einen einschlägig polizeibekannten Gewohnheitsbetrüger, der zwar wirklich 79 Jahre alt ist, aber nicht in England oder im sonnigen Kalifornien lebt, sondern in der Nachbarstadt Dortmund.
Dorthin ging es für den Senior nach der umfangreichen Anzeigenaufnahme zurück - allerdings nicht mit dem Auto und auch ohne die vielen sichergestellten Ausweise, Dokumente und Plastikkarten. Die und der 79-Jährige werden den Bochumer Ermittlern noch ganz viel Arbeit bereiten.

Mit dieser "ID-Card" wollte sich der Mann ausweisen.
Mit einem ziemlich dreisten Betrüger hat es die Bochumer Polizei zu tun bekommen.
Autor:

Petra Vesper aus Bochum

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