Ich bin entsetzt... Hat das noch irgend etwas mit Sport zu tun?
Auseinandersetzungen zwischen Fan-Gruppen untereinander und mit der Bundespolizei und der Landespolizei aus Bochum. -- Jetzt mit Ergänzung der Polizei Bochum!

Die  Pressestelle der Bundespolizeiinspektion  in Dortmund der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin
berichtete  am
04.05.2019 – 19:59 diese unglaublichen Vorfälle:

Abschlussmeldung der Bundespolizei zur heutigen Spielbegegnung VFL Bochum gegen den 1.FC Magdeburg (Stand 18.45 Uhr)

Etwa 680 Magdeburger Fans haben am heutigen Morgen (4. Mai) einen Fußballsonderzug genutzt, um nach Bochum zu reisen.

Kurz vor dem Eintreffen am dortigen Hauptbahnhof wurde die Bundespolizei von der Notfallleitstelle der Deutschen Bahn darüber informiert, dass aus dem fahrenden Zug Pyrotechnik gezündet worden sei.

Um weiteres Zünden von Rauchkörpern und Böllern sowie die dadurch entstehende erhebliche Gefahr für unbeteiligte Personen im Bahnhof zu verhindern, sollten alle Personen aus dem Sonderzug, vor Betreten des Personentunnels, nach Pyrotechnik abgetastet werden.

Nachdem diese Maßnahmen angekündigt wurden, entfernten sich einige Fans kurz darauf und verließen durch die Nachbargleise den Bahnsteig, um sich den Kontrollen zu entziehen.

Weitere Personen begaben sich zurück in den Zug, öffneten die Türen der Gegenseite und betraten ebenfalls die Gleisanlagen. Daraufhin mussten einige Gleise im Hauptbahnhof gesperrt werden, was zu beträchtlichen Einschränkungen im Bahnverkehr führte.

Viele Magdeburger Fans zeigten sich im weiteren Verlaufe unkooperativ mit den Maßnahmen der Bundespolizei und verweigerten ein Abtasten ihrer Kleidung. Mehrere Polizeibeamte wurden dabei aus der großen Menge der Personen körperlich durch Faustschläge, Tritte und einen Flaschenwurf angegangen. Eine Beamtin wurde von einem 29-jährigen Mann durch einen Faustschlag gegen den Schutzhelm attackiert. Weiterhin versuchte er die Polizistin in die Menschenmenge zu ziehen und ihr die Einsatzmittel zu entwenden. Insgesamt drei Polizeibeamte wurden bei den beschriebenen Taten verletzt, blieben jedoch dienstfähig.
Während der Rückreise erreichten die Magdeburger Fans zunächst friedlich den Hauptbahnhof in Bochum.

Bei einer Auseinandersetzung zweier Gastfans im Personentunnel wurde jedoch ein 39-jähriger Mann am Boden liegend gegen den Kopf getreten.

Ein 48-jähriger Mann griff auf dem Weg zum Bahnsteig einen Bundespolizisten an. Er schubste zunächst den Beamten und versuchte ihn gewaltsam zu Boden zu bringen. Bei der Abwehr des Angriffs durch Einsatzkräfte wurde er am Kopf verletzt. Beide Männer lehnten eine ärztliche Versorgung ab.

Bei Abfahrt des Zuges gegen 16.40 Uhr, wurden Einsatzkräfte dann jedoch mit mindestens vier Knallkörpern, Rauchpulver und Glasflaschen beworfen.

Zwei Polizeibeamte wurden dabei durch Wurfgeschosse am Kopf getroffen, blieben aber unverletzt, da sie einen Helm trugen.

Nachdem der Zug den Hauptbahnhof Bochum verlassen hatte, wurden im Gleisbereich Sturmhauben, Zahnschutz, Pfefferspray und Verschlusstütchen mit Betäubungsmitteln aufgefunden und sichergestellt.

Diese Gegenstände wurden zuvor durch Unbekannte unter dem Zug entsorgt.

Insgesamt leitete die Bundespolizei 30 Strafverfahren wegen Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Widerstand, Körperverletzung, Beleidigung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz ein. 25 Tatverdächtige konnten vorläufig festgenommen werden. Weitere Ermittlungen dauern an.

Die Pressestelle der POL-BO meldete zu:

Bochum / VfL Bochum 1848 - 1. FC Magdeburg / Ein Rückblick
der Bochumer Polizei auf ein Risiko-Fußballspiel

 Am 4. Mai (Samstag) fand in Bochum die
Fußballbegegnung zwischen dem VfL Bochum 1848 und dem 1. FC Magdeburg statt. Diese Paarung wurde durch die Polizei Bochum und durch den Verein im Vorfeld als Risiko-Spiel klassifiziert.

680 Gästefans, darunter 400 Problemfans, reisten mittels Sonderzug nach Bochum an.

Kurz vor Eintreffen des Zuges teilte die Bundespolizei mit, dass Pyrotechnik aus dem Zug heraus gezündet worden sei und entschied sich, alle Personen nach Pyrotechnik zu
durchsuchen.

Bei den Durchsuchungsmaßnahmen wurde die Bundespolizei durch
Kräfte der Landespolizei unterstützt. Hierbei kam es zu drei
Widerstandshandlungen zum Nachteil von NRW-Kräften. Die
Durchsuchungsmaßnahmen dauerten bis 14 Uhr an.

Das Angebot, durchsuchte Personen mit Raumschutzkräften zum
Stadion zu begleiten, wurde von den meisten Gästefans abgelehnt.

Ca. 500 Personen sammelten sich auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofes, wo die Stimmung aufgeheizt war.

Noch unbekannte Täter bewarfen die Raumschutzkräfte mit Flaschen und Dosen. Eine Beamtin wurde durch einen Dosenwurf leicht am Kopf verletzt, konnte aber weiter Dienst
versehen.

Ein Wasserwerfer der Bochumer Bereitschaftspolizei wurde zum Bahnhof geschickt, dort aber nicht eingesetzt.

Nach Ansprache und Beruhigung der Lage wurde die Personengruppe geschlossen zum Stadion begleitet und traf dort um 14.25 Uhr ein.

Mit Spielbeginn verließen circa 1.000 Gästefans plötzlich wieder
das Stadion, um sich mit den noch am Bahnhof befindlichen Gästefans zu solidarisieren.


Gewaltsam öffnete die Gruppe einzelne Fluchttore, beleidigte Einsatzkräfte und bewarf sie mit Gegenständen.

Die Lage konnte durch Lautsprecherdurchsagen beruhigt werden. Mit Eintreffen der restlichen Magdeburger Fans begaben sich alle Personen zurück in den Gästeblock.

Nach Spielende wurden ca. 800 Personen, darunter auch die
Problemfans, zurück zum Hauptbahnhof begleitet. Hierbei kam es aus der Menge heraus mehrfach zu Beleidigungen zum Nachteil der
eingesetzten Polizisten.

Im Einsatzbereich der Polizei Bochum konnten insgesamt 18
Straftaten (3 x Körperverletzung, 14 x Beleidigung und 1x
Sachbeschädigung) festgestellt werden.

Gegen 16.35 Uhr verließ der Sonderzug den Bochumer Hauptbahnhof.

Autor:

Volker Dau aus Bochum

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