Gleichstellungsstelle der Stadt wirbt mit Kampagne für anonyme Spurensicherung
Sexuelle Gewalt aufdecken

Beweise über die eigene Aussage sind notwendig, um die persönliche Glaubwürdigkeit zu untermauern.
  • Beweise über die eigene Aussage sind notwendig, um die persönliche Glaubwürdigkeit zu untermauern.
  • Foto: Stadt Bochum
  • hochgeladen von Sabine Beisken-Hengge

Die Gleichstellungsstelle der Stadt Bochum startet eine Kampagne für die anonyme Spurensicherung nach Fällen von sexueller Gewalt. Die anonyme Spurensicherung ermöglicht die Feststellung von Beweisen für eine Straftat, ohne dass automatisch ein Anzeigenverfahren eingeleitet wird.

Die Kampagne informiert auf Plakaten im Stadtgebiet, mit Postern und Postkarten sowie in einem Kinotrailer, der im Casablanca, Metropolis, Capitol, im Kino Endstation und im Union-Kino läuft, über diese Option für Opfer eines Sexualdelikts.
Viele Strafverfahren gegen sexualisierte Gewalt werden aus Mangel an Beweisen eingestellt. Spätestens seit der weltweiten #Metoo-Debatte und der damit verbundenen insgesamt schwierigen juristischen Auseinandersetzung wird deutlich, dass gerichtsfeste Beweise für die eigene Aussage notwendig sind, um die persönliche Glaubwürdigkeit zu untermauern und auch noch nach bis zu zehn Jahren Zugriff auf die Spuren zu haben. Menschen, denen sexualisierte Gewalt widerfahren ist, können in den aufgelisteten Kliniken um eine anonyme Spurensicherung bitten.
Die anonyme Spurensicherung ermöglicht das Sichern von Spuren nach einer Vergewaltigung, ohne dass die betroffene Person sofort Anzeige erstatten muss. Somit ist die rechtssichere ärztliche Dokumentation von Verletzungen ohne die Notwendigkeit einer sofortigen Anzeigenerstattung garantiert. Die Betroffenen haben dann die Möglichkeit, sich in Ruhe zu überlegen, ob sie Anzeige erstatten möchten oder nicht.
Um Spuren nach einem Sexualdelikt anonym sichern zu lassen, können Betroffene in Bochum zwischen fünf Anlaufstationen wählen. Wenn keine Anzeige erstattet werden soll, kann eine anonyme Spurensicherung erbeten werden. Der ärztliche Untersuchungsbericht mit den Daten verbleibt im Krankenhaus. Die gesicherten Spuren werden anonym im Institut für Rechtsmedizin gelagert.
Wenn zu einem späteren Zeitpunkt eine Anzeige erstattet wird, sollte die Polizei den Hinweis erhalten, dass die Tatspuren anonym gesichert wurden. Die Polizei kümmert sich dann um die notwendigen Schritte. Erfolgt keine Anzeige, werden die Spuren nach zehn Jahren vernichtet.
Anlaufstationen sind:
St. Elisabeth-Hospital, Bleichstraße 15, 0234/50980
WIR-Walk in Ruhr, Große Beckstraße 12, 0234/5098930
Augusta-Krankenanstalt, Bergstraße 26, 0234/5170
St. Josef-Hospital, Alexandrinenstraße 5, 0234/5092631
Katholisches Marienhospital, Hölkeskampring 40, 02323/4990
Evangelisches Krankenhaus, Wiescherstraße 24, 02323/4980
St. Anna Hospital, Hospitalstraße 19, 02325/9860
Marien-Hospital, Marienplatz 2, 02302/1730

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