„Thealozzis Kinder“ entwickeln neue Sicht auf Shakespeares „Der Sturm“
Der Stoff, aus dem die Träume sind

"Thealozzis Kinder" haben keine falsche Scheu vor Shakespeares Klassiker "Der Sturm".
  • "Thealozzis Kinder" haben keine falsche Scheu vor Shakespeares Klassiker "Der Sturm".
  • Foto: Thealozzi
  • hochgeladen von Nathalie Memmer

Das junge Ensemble des Kulturhauses Thealozzi, „Thealozzis Kinder“, ist mittlerweile schon fast eine Institution: Mit einer sehr freien Bearbeitung von „Der Sturm“ - das 1611 uraufgeführte Schauspiel gilt allgemein als William Shakespeares letztes Werk - ist nun bereits die sechste Produktion der Gruppe zu sehen. Das Stück gibt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen die eine oder andere Nuss zu knacken.
Regisseur Giampiero Piria hat mit Kindern und Jugendlichen verschiedener Altersstufen aus der Textvorlage, die sich gerade durch ihre Mehrdeutigkeit auszeichnet, einen Bilderbogen erarbeitet, der kein narratives Theaterstück sein will, aber zentrale Figuren des Klassikers aufgreift: Da ist der Zauberer Prospero, der eine Insel beherrscht; seine Tochter Miranda verliebt sich in Ferdinand – und der sich in sie. Bereits ganz zu Beginn entert ein Luftgeist die Stahlhausener Bühne und schickt sich an, einmal ein Wirbelsturm zu werden, der den Menschen ja durchaus gefährlich werden kann.

Wunderbar spielerisch

Wunderbar spielerisch klingt hier das Thema „Großwerden“ an, das ja immer die Unterordnung der jungen Generation unter die Erwachsenen impliziert. Und die Auseinandersetzung mit Macht und Ohnmacht, Selbst- und Fremdbestimmung ist Dreh- und Angelpunkt dieser sehr eigenwilligen Deutung des auch heute noch viel gespielten Stoffes. Es entsteht eine Welt zwischen Tag und Traum.
Dabei treten auch Sherlock Holmes, James Bond und Winston Churchill auf den Plan und lösen das Stück aus der frühen Neuzeit aus seiner klaren zeitlichen Verortung. Die Inszenierung gibt dem Zuschauer ein Kaleidoskop in die Hand und öffnet viele Perspektiven auf zentrale Themen menschlichen Lebens, ohne in Beliebigkeit abzugleiten.
Die jungen Akteure bemächtigen sich des komplexen Stoffes ohne falsche Scheu und mit viel Charme und Witz. Das Ganze ist ein großes Vergnügen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die dabei zwanglos ins Gespräch kommen können.

Termin
- „Der Sturm“ ist am Sonntag, 10. Februar, um 16 Uhr im Thealozzi, Pestalozzistraße 21, zu sehen.

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