Die Terrakotta Armee hält Einzug in Bochum

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Wo: Mercedes Lueg Autohaus, Hermannshöhe 42, 44789 Bochum auf Karte anzeigen

Heute ist es soweit!

Nach den Menschen aus “Fleisch und Blut” halten ab heute offiziell 150 lebensgroße Terrakottafiguren, angefangen von Infanteristen, über Offiziere bis hin zu Bogenschützen, sowie acht große Pferde und 1000 weitere Soldaten im Maßstab 1:10… alle in Schlachtformation aufgestellt und aus Ton gebrannt …die Stellung im ehemaligen Mercedes Lueg Autohaus an der Hermannshöhe in Bochum.

Somit ist es die zweite Wanderaustellung in diesen Räumlichkeiten und eine ebenso erfolgreiche dazu.

Gestern ermöglichte uns Burkard Pfrenzinger, der Schöpfer der Ausstellung, die ersten Einblicke in eine Welt vor unserer Zeit.

Er berichtete mit Hingabe über die Entstehung “seiner” Figuren und man spürte seine nach wie vor anhaltende Faszination über das Vermächtnis von Qin Shi Huang Di, des ersten Kaisers von China, der sich diese Armee aus Terrakotta vor über 2000 Jahren “ausgedacht” hatte.

1999 besuchte Pfrenzinger auf einer Chinareise zum ersten Mal den Originalschauplatz der 1974 begonnen Ausgrabungen in der Nähe von Xi’an, Hauptstadt der chinesischen Provinz Shaanxi.

Er war derart fassungslos und beeindruckt von dem, was sich ihm da bot, dass er alles über diese freigelegte Armee und vor allem auch über diesen Menschen, der das alles in Auftrag gegeben hatte, wissen wollte.

Qin Shi Huang Di, Chinas erster Kaiser, bestimmte bereits im ersten Jahr seiner Herrschaft 700.000 Arbeiter dazu, ein Mausoleum für ihn zu errichten, das alles beinhalten sollte, was er auch auf Erden zu seinen Besitztümern zählte.

Diese Grabanlage erstreckte sich über 56 Quadratkilometer, beinhaltete Stallungen und Wohnhäuser für Beamte und Wächter, Landschaften mit Flüssen, einen Palast mit unglaublichen Schätzen und eben diese Armee aus über 8000 lebensgroßen Kriegern, die die Schutzmacht des Kaisers sein sollten.

Nach 38 Jahren war das Werk vollendet, und in der Mitte ragte ein pyramidenförmiger Hügel empor, in dem der Kaiser begraben worden sein soll.

Allerdings wurde das Grab bis heute nicht geöffnet.

Seit 1974, wo Bauern durch Zufall auf die ersten Funde stießen, sind Archäologen aus aller Welt damit beschäftigt, die Geheimnisse der Grabanlage aufzudecken. Bis heute ist erst etwa ein Viertel der gesamten Anlage komplett freigelegt. Von den 8000 Figuren sind erst 3000 ausgegraben.

Pfrenzingers Idee, den Menschen in Europa diese Kultur nahe zu bringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, in die Gesichter der Terrakottasoldaten zu sehen, von denen keines dem anderen glich, reifte dann sehr schnell und wurde mit Hilfe seines Partners Ralph Grünenberg 2002 in der ersten Ausstellung in Frankfurt am Main umgesetzt.

Bis dahin war es beiden gelungen, in der Nähe des Fundortes einen Familienbetrieb zu finden, der Ihnen 150 Krieger in Lebensgröße und 1000 weitere im Maßstab eins zu zehn nachbildete und es ausserdem verstand, diese in uralten Öfen und nach uralten Verfahren zu brennen.

Jeder einzelne Terrakotta-Soldat, der in der Ausstellung zusehen ist, ist somit exakt den Originalen nachgebildet, mit bloßer Hand in einem Stück angefertigt und wie bei den Fundstücken, ist nur der Kopf mit dem einzigartigen Gesicht abnehmbar.

Aber das ist nicht alles. Anhand von ausgegrabenen Stoffresten, Steinfiguren und Bildern ließen sie von Designern und erfahrenen Leuten die Kleidungsstücke chinesischer Frauen nachbilden, so wie sie vor tausenden von Jahren ausgesehen haben könnten. 15 lebensgroße chinesische Figuren konnten so mit Echthaarperücken in der Mode von vor über 2.260 Jahren ausgestattet werden.

Auch diese sind in der Ausstellung zu sehen.

Wer sich das alles nicht entgehen lassen und mehr über den ersten Kaiser von China und seine Terrakotta-Armee erfahren möchte, der sollte die Ausstellung im Laufe der nächsten 6 Monate besuchen.

Bis zum 5. Oktober 2014 ist sie von mittwochs bis sonntags, jeweils von 10 – 18 Uhr, geöffnet, und alle weiteren wichtigen Informationen gibt es auf der eigens dafür angelegten Webseite.

Und noch mehr Fotos für einen ersten Eindruck gibt es hier.

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