LWL-Klinik an der Alexandrinenstraße zeigt Ausstellung „Hier – auf Kohle – geboren“ bis Ende des Jahres
Digitale Kohlezeichnungen von Susanne Kirchhoff erzählen eine Geschichte, die bis in die Gegenwart reicht

Alte Fotos zum Leben erweckt: Susanne Kirchhoff in ihrer Ausstellung im LWL-Universitätsklinikum Bochum (Bild: Hapo Steffen).
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  • Alte Fotos zum Leben erweckt: Susanne Kirchhoff in ihrer Ausstellung im LWL-Universitätsklinikum Bochum (Bild: Hapo Steffen).
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Das LWL-Universitätsklinikum an der Alexandrinenstraße zeigt derzeit die Kunstausstellung „Hier – auf Kohle – geboren“ Zeichnungen, genau: digitale Kohlezeichnungen der Bochumerin Susanne Kirchhoff.

Die Bilder sind schwarz-weiß – mit geschichtlichem Hintergrund oder mit hintergründigen Geschichten – und doch sehr bunt. Denn sie stellen nicht einfach nur Erinnerungen an vergangene Zeiten dar, als das Gebäude vor über 100 Jahren zunächst die Provinzial-Hebammenlehranstalt und nach deren Umwidmung zwischen 1953 und 1983 die Landesfrauenklinik des LWL beherbergte. Vielmehr erzählen die Zeichnungen eine Geschichte, die bis in die Gegenwart reicht. Heute werden in der Einrichtung an der Alexandrinenstraße Menschen mit einer psychischen Erkrankung behandelt. Viele Bochumer Bürgerinnen und Bürger sind hier vor vielen Jahren zur Welt gekommen.

„Ich selbst bin hier geboren“, erzählt Susanne Kirchhoff. „Viele Jahre später wurde mir hier unter anderen Vorzeichen aufgrund einer seelischen Erkrankung erneut ein weiteres Leben ermöglicht. Mich verbindet sehr viel mit diesem Ort. Bis heute.“ Aus Dankbarkeit für ein neues Leben und für die Unterstützung der Klinik dabei, aber auch im Hinblick auf die eigene Lebensgeschichte hat sie sich mit der bewegten Vergangenheit des Gebäudes am Stadtpark Bochum auseinandergesetzt.

Die historischen Fotos der Landesfrauenklinik fand sie dabei durch Zufall im Bildarchiv des LWL-Medienzentrums in Münster. „Ich war beeindruckt von der gewaltigen Fotodokumentation des LWL und hatte dann den Wunsch, mit diesem Fundus etwas auf die Beine zu stellen“, beschreibt die ehemalige Buchhändlerin den Beginn ihrer künstlerischen und persönlichen Arbeit. „Ich verwandelte die schlichten Fotos in Kohlezeichnungen.“ Nicht ohne Grund: Das Klinikgelände befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den verschiedenen Schachtanlagen der Zeche Constantin, die 1967 stillgelegt wurde. „So manch „alter Mann“ liegt tief unter dem Universitätsklinikum“, womit Kirchhoff scherzhaft auf die zahlreichen im Bergbau abgebauten und verlassenen, bergmännisch erzeugten Hohlräume Bezug nimmt.

Die Ausstellung widmet sie ihren Eltern und ihrem Bruder. Es hängt sogar ein Foto mit ihnen an der Wand. Es zeigt die drei am Tag der Taufe in der Landesfrauenklinik. „Mir liegt viel daran, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ihnen die Scheu vor der Psychiatrie zu nehmen und einfach reinzukommen“, so Susanne Kirchhoff. „Schließlich haben viele hier das Licht der Welt erblickt.“ Auf Wunsch wird sie Besucher auch persönlich durch die Ausstellung führen.

Prof. Dr. Georg Juckel, Ärztlicher Direktor des LWL-Universitätsklinikums Bochum, freut sich über das Engagement von Susanne Kirchhoff. „Wir wissen sehr zu schätzen, was Frau Kirchhoff mit ihrer künstlerischen Arbeit und Auseinandersetzung bewirkt.“ Die Bochumer LWL-Klinik an der Alexandrinenstraße zeigt die Ausstellung „Hier – auf Kohle – geboren“ bis Ende des Jahres.

Die Bilder sind von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 10 Uhr und 18 Uhr im Zugang zur Klinik-Gastronomie zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos: Susanne Kirchhoff, miss.kirchhoff@icloud.com

Autor:

Ulli Engelbrecht aus Bochum

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