Weitere Stolpersteine in Bochum werden verlegt
Erinnerung im Alltag verankern

Bereits 2018 wurde in Bochum eine Stolperschwelle für die Zwangsarbeiter verlegt, die im Bochumer Außenlager des KZ Buchenwald in der Rüstungsindustrie arbeiten mussten.
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  • Bereits 2018 wurde in Bochum eine Stolperschwelle für die Zwangsarbeiter verlegt, die im Bochumer Außenlager des KZ Buchenwald in der Rüstungsindustrie arbeiten mussten.
  • Foto: Stadt Bochum
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In diesem Jahr werden 24 neue Stolpersteine und eine weitere Stolperschwelle in Bochum verlegt. Über Patenschaften zum Beispiel von Privatpersonen oder Schulklassen konnten die Gedenksteine des Künstlers Gunter Demnig für insgesamt acht Einzelpersonen, Familien oder Personengruppen realisiert werden. Bereits am 31. Mai stellten die Paten ihre Forschungsergebnisse im Stadtarchiv vor. Nun erfolgen die Verlegungen.

Am 12. Juni wird im Appolonia-Pfaus-Park hinter dem Bildungs- und Verwaltungszentrum eine so genannte Stolperschwelle durch den Künstler Gunter Demnig verlegt. Sie erinnert mit ihrer Inschrift an Leid, Deportation und Ermordung der in Bochum lebenden Sinti und Roma während des Nationalsozialismus. Sie ist nach der im Jahr 2018 in Erinnerung an die Zwangsarbeiter des Bochumer Außenlagers des KZ Buchenwald an der Brüllstraße verlegten Stolperschwelle bereits die zweite, die in Bochum verlegt wird.

Am 14. Juni werden dann an insgesamt acht Stellen im gesamten Stadtgebiet 24 Stolpersteine verlegt. Mit den neuen Stolpersteinen wird an vier jüdische Familien erinnert, außerdem an andere Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft: Karl Rikowski aus Querenburg hatte sich als junger Mann geweigert, in die Hitlerjugend einzutreten und sich gegen die Indoktrinierung durch die Nazis gewehrt. Er floh nach England. Sein Sohn hat ihn für die Stolpersteinverlegung vorgeschlagen. Die beiden Kommunisten Alfred Jurke und Walter Stern arbeiteten bei der Konsumgenossenschaft an der Königsallee und kamen beim Kampf gegen den Faschismus ums Leben beziehungsweise wurden hingerichtet. Fritz Goltermann und Willi Schlüter wurden als Homosexuelle nach dem verschärften § 175 verfolgt und inhaftiert.

Eingehende Recherchen

Die Recherchen, die die Grundlage für die Verlegungen der Stolperschwelle und der Stolpersteine bilden, wurden sämtlich von Patinnen und Paten mit Unterstützung durch das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte durchgeführt. Das Projekt wird durch den Kinder- und Jugendring Bochum e.V. unterstützt, die Finanzierung erfolgt über Spenden und aus Mitteln des Programms „Demokratie leben“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

In Bochum werden am Ende des 14. Juni zwei Stolperschwellen und weit über 300 Stolpersteine verlegt sein, jeder von ihnen erinnert an das Schicksal eines Opfers der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Gäste sind bei den Verlegungen willkommen. Die Patenschaften für die Stolpersteine und die Stolperschwelle haben verschiedene Gruppen oder Privatpersonen übernommen. 

Termine und Infos

Stolperschwelle für Sinti und Roma
Sonntag, 12. Juni, 10 Uhr
Appolonia-Pfaus-Park

Stolpersteine
Dienstag, 14. Juni

11.30 Uhr
Günnigfelder Straße 93
Familie Schmelz, jüdisch

12.15 Uhr
Eulenbaumstraße 248
Karl Rikowski, Gegner der NS-Diktatur

13 Uhr
Königsallee 178
Alfred Jurke und Walter Stern, Kommunisten

13.45 Uhr
Kronenstraße 47
Fritz Goltermann und Willi Schlüter, Homosexuelle

14.30 Uhr
Kortenpfad 3
Familie Brechner, jüdisch

15.15 Uhr
Uhlandstraße 7
Ehepaar Hirschberg, jüdisch

16 Uhr
Lothringer Straße 30
Familie Müntz, jüdisch

- Einzelpersonen und Gruppen können Patenschaften für Stolpersteine übernehmen. Interessierte können sich jederzeit per Mail an: stadtarchiv@bochum.de oder unter Tel.: 0234/910 9510 an das Stadtarchiv wenden.

Bereits 2018 wurde in Bochum eine Stolperschwelle für die Zwangsarbeiter verlegt, die im Bochumer Außenlager des KZ Buchenwald in der Rüstungsindustrie arbeiten mussten.
Gunter Demnig bei der Verlegung der Stolperschwelle 2018.
Autor:

Nathalie Memmer aus Bochum

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