„Experimentell, aber nicht kompliziert“ - „Time to Close Your Eyes“ widmet sich in den Kammerspielen dem Zusammenhang von Schlaf und Tod

Schauspieler Martin Weigel will mit seinen Mitstreitern den letzten Fragen auf den Grund gehen.
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  • Schauspieler Martin Weigel will mit seinen Mitstreitern den letzten Fragen auf den Grund gehen.
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„In 'Time to Close Your Eyes' geht es nicht um das Sterben im Allgemeinen“, blickt Olaf Kröck, Intendant des Schauspielhauses, auf seine Stückentwicklung, die am Samstag ihre Uraufführung in den Kammerspielen erlebt, voraus, „sondern ganz konkret um die Frage: 'Wie werde ich sterben?'“

Basierend auf Recherchen eines Journalisten, der sich auf Palliativstationen und in Hospizen umgehört hat, haben sich Regisseur Kröck und sein Team dem Thema genähert. „Der Text, der in unserem Stück gesprochen wird, hat wenig Provozierendes, ist aber schonungslos“, erklärt er. Dramaturgin Monika Gies-Hasmann ergänzt: „Von unserem Abend geht tatsächlich etwas Beruhigendes aus.“ Olaf Kröck verspricht eine Inszenierung, die durchaus auch Humor und Leichtigkeit zu bieten hat.

Wer vom Tod spricht, spricht immer auch vom Leben

Gestolpert sind die an der Produktion Beteiligten über die Verse „Morgen Früh, wenn Gott will, / wirst du wieder geweckt“ aus dem Wiegenlied „Guten Abend, gut' Nacht“. Gies-Hasmann ruft in Erinnerung: „Der Zusammenhang von Sterben und Schlafen ist ein häufiger Topos. Zugleich spricht, wer vom Tod spricht, zwangsläufig auch vom Leben.“
Der Text, der von den Schauspielern Juliane Fisch, Lisa Jopt, Roland Riebeling und Martin Weigel gesprochen wird, nimmt nur etwa 15 Minuten in Anspruch; „Time to Close Your Eyes“ dauert jedoch knapp zwei Stunden, denn die Wortbeiträge werden von Musik und tänzerischen Elementen flankiert.

International gefeiertes Vokalensemble

Für die Musik sorgt das auch international erfolgreiche Vokalensemble „Slixs“. Michael Eimann, Mitglied der „Slixs“ und Musikalischer Leiter von „Time to Close Your Eyes“, verrät: „Es gibt Schlaflieder wie 'Der Mond ist aufgegangen' zu hören, aber auch Vertonungen von Eichendorff- und Goethe-Gedichten.“ - Dabei wird nicht auf bekannte Vertonungen von Schubert oder Liszt zurückgegriffen, sondern die „Slixs“ haben eigene Kompositionen erarbeitet.
Als Choreographin ist Dominika Knapik verpflichtet worden, die das Bochumer Publikum bereits durch ihre Mitarbeit an Jan Klatas Inszenierung „Verbrechen und Strafe“ kennt. „'Time to Close Your Eyes' ist durch hohe Kunstfertigkeit und Virtuosität geprägt“, verspricht Olaf Kröck und ergänzt, „das Ganze ist experimentell, aber nicht kompliziert. Kurz vor dem Ende meiner Intendanz geht es mir nicht um Selbstbespiegelung, sondern die existenzielle Frage nach dem Davor und Danach – und das durchaus auch in einem spirituellen Sinn.“

Termin
„Time to Close Your Eyes“ erlebt am Samstag, 7. April, um 19.30 Uhr seine Uraufführung in den Kammerspielen des Schauspielhauses, Königsallee 15. Es gibt noch Karten.
Die Theaterkasse ist unter Tel.: 33 33 55 55 zu erreichen.

Schauspieler Martin Weigel will mit seinen Mitstreitern den letzten Fragen auf den Grund gehen.
"Time to Close Your Eyes" verspricht, experimentell zu werden.
Autor:

Nathalie Memmer aus Bochum

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