"Der Mensch – eine fast vollständige Geschichte" erlebt am Freitag, 15. November, seine Premiere am Prinz-Regent-Theater
(Fast) alles auf einer Bühne

Die beiden Theater- und TV-erprobten Schauspieler Jonas Baeck und Lisa Bihl stehen in dem Zwei-Personen-Stück auf der Bühne.
  • Die beiden Theater- und TV-erprobten Schauspieler Jonas Baeck und Lisa Bihl stehen in dem Zwei-Personen-Stück auf der Bühne.
  • Foto: Thomas
  • hochgeladen von Petra Vesper

Letzten Freitag bereits war Premiere in Köln – an diesem Freitag, 15. November, folgt die Bochumer Premiere für die neue Kooperation des Prinz-Regent-Theaters mit dem Theater am Bauturm aus der Domstadt. "Der Mensch – die fast vollständige Geschichte" ist der ebenso provokante wie augenzwinkernde Titel des Theaterabends, der aus einer Stückentwicklung entstanden ist.

Bei der Suche nach Stoffideen gab es bei den insgesamt fünf Theaterleuten – Anne Rockenfeller und Hans Dreher im PRT und Laurenz Leky, René Michaelsen und Bernd Schlenkrich im Theater im Bauturm – insbesondere einen, zwar theaterfremden, Autoren, dessen Werke für Begeisterung sorgten: Der israelische Historiker und Sachbuchverfasser Noah Yuval Harari. Er hat besonders mit den brisanten Beobachtungen und Thesen in seinen Werken „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ und „Homo Deus“ für Begeisterung und hohe Verkaufszahlen, aber auch für Kritik gesorgt.
Harari ist nur ein Vertreter dieser derzeit allgemein sehr beliebten Sachbuchgattung, in der das „große Ganze“ auf einer möglichst überschaubaren Seitenzahl abgehandelt wird. Bill Brysons 2003 verfasstes Buch „Eine kurze Geschichte von fast allem“ ist eines der ersten prominenten Beispiele. Faszinierend an diesen Werken ist, dass sie mithilfe sehr packender historischer Anekdoten sehr provokative Schlüsse über den Menschen und die menschliche Gesellschaft ziehen. Aber gerade dieser oft reißerische Ton ist das, was diese literarische Gattung für Leser so fesselnd macht.
Mit vergleichbarer Vermessenheit nahmen sich die beiden freien NRW-Bühnen vor, inspiriert von diesen und vielen weiteren Quellen, an einem Theaterabend die (fast) vollständige Geschichte der Menschheit in Gestalt einer sogenannten Stückentwicklung zu erzählen: Der Text sollte während der Proben entstehen. Das gesamte Ensemble erarbeitete anhand von Eckpunkten eine Textfassung.
Beide Bühnen steuern für die Besetzung einen Schauspieler bei, der dem jeweiligen Haus eng verbunden ist. Für das PRT ist das Jonas Baeck, die Kölner Kollegen brachten Lisa Bihl ins Spiel. Die Konzeptions- und Probenzeit erwies sich mit fünf Wochen als geradezu bedenklich knapp: Bis zum Premierentag wurde in den probenfreien Stunden stets unter Hochdruck weiter am Text gearbeitet. Die Ausgangssituation des etwa 80-minütigen Theaterabends: Bihl und Baeck halten einen Vortrag, der das durchaus utopische Ziel hat, dem Publikum die vollständige Geschichte der Menschheit zu vermitteln, sodass es mit dem nötigen Wissen ausgestattet ist, die Zukunft unserer Spezies mitzugestalten.
Dass zwischen den beiden Vortragenden jedoch etwas Unausgesprochenes in der Luft liegt und während des Vortrags immer zum Vorschein kommt, wird schnell deutlich. Während die beiden beispielsweise erläutern, weshalb es die Firma „Peugeot“ in Wirklichkeit nicht gibt, oder warum die Domestizierung des Weizens alles andere als ein Segen für die Menschheit war, oder was den Dodo mit Sir Isaac Newton verbindet, werden die Zuschauer immer wieder Zeugen von zutiefst menschlichen Missverständnissen zwischen den beiden Moderierenden. Wie in den populärwissenschaftlichen Werken, die den Theaterabend inspiriert haben, reichen sich unerwartete Wissensvermittlung und humorvolle Unterhaltung stets überraschend die Hand.
Nach der Kölner Premiere, die vom Publikum sehr bejubelt wurde, wird das Stück nun für die Prinz-Regent-Bühne eingerichtet. Dies ist schon deshalb eine bemerkenswerte Herausforderung, da sich beide Bühnenräume sehr voneinander unterscheiden: Das Theater im Bauturm hat eine eher schmale Guckkastenbühne mit sehr niedriger Decke, das PRT eine ebenerdige, 8 Meter hohe „Black Box“.

Infos:

  • Premiere für "Der Mensch – eine fast vollständige Geschichte" ist am Freitag, 15. November, um 19.30 Uhr am Prinz-Regent-Theater, Prinz-Regent-Straße 50–60.
  • Die nächsten Vorstellungen sind am Samstag, 16. November, um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 17. November, um 18 Uhr.
  • Karten können unter www.prinzregenttheater.de oder unter Tel.: 771117 reserviert werden.
Autor:

Petra Vesper aus Bochum

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