Achte Auflage der „Bochumer Wortschätzchen“ erschienen
Fidelbude, Karrott und Spinnewipp

Autor Rainer Küster (r.) und Illustrator Johannes Habig präsentieren die achte und letzte Auflage des „Bochumer Wortschätzchen“.
  • Autor Rainer Küster (r.) und Illustrator Johannes Habig präsentieren die achte und letzte Auflage des „Bochumer Wortschätzchen“.
  • hochgeladen von Vera Demuth

Eigentlich sollte nach der siebten Auflage im Jahr 2009 Schluss sein mit den „Bochumer Wortschätzchen“. Doch zum 20-jährigen Bestehen des Buchs ist nun eine achte Auflage erschienen – mit mehr als 140 neuen Ausdrücken. „Aber eines ist klar“, betonte der Bochumer Autor Rainer Küster bei der Präsentation des Buchs in der Mayerschen Buchhandlung, „das ist die allerletzte Auflage. Bitte nehmen Sie uns beim Wort.“

In den Vorjahren hatten die Leser und Bochumer Bürger den Autor auch beim Wort genommen. In den Auflagen 1 bis 6 hatte Rainer Küster dazu aufgerufen, sich mit Vorschlägen für neue Beiträge zu beteiligen, und die Leser haben sich nicht bitten lassen. So sind die „Bochumer Wortschätzchen“ von einem schmalen, 80-seitigen Bändchen in den 20 Jahren zu einem veritablen Buch von mehr als 300 Seiten angewachsen.
Hinter dem Buchtitel „Bochumer Wortschätzchen“ verbirgt sich eine Ansammlung von „Wörtern und Wendungen, die den Bochumern gewissermaßen zu Schätzchen geworden sind“, erläuterte Küster. Neu in die achte Auflage geschafft haben es Ausdrücke, wie „Rostding am Ostring“ (Richard Serras Terminal), Feldherrnhügel (Anhöhe südöstlich der Ruhr-Universität), Fidelbude (Musikforum) und K-Straße (heute Sophienstraße, früher Kurze Straße, wo sich damals das Bochumer Bordell befand).

Keine spezielle Umgangssprache

Diese Begriffe verdeutlichen eine Schwierigkeit, die dem heute 76-jährigen Rainer Küster von Anfang an bewusst war: „Es gibt keine spezielle Umgangssprache in Bochum.“ Deshalb sind in dem Buch viele Ausdrücke aufgelistet, die eher Eigennamen gleichen und sich auf Bochumer Ortsteile, Stadtviertel, Siedlungen und Häuser beziehen, zum Beispiel Karrott (Bochumer Altstadt) und Villa Wahnsinn (Gästehaus des Schauspielhauses).
Hinzu kommen zahlreiche Begriffe vom Asitoaster über Frissepitter, kniepig, Ommalutschbirne und Spinnewipp bis zu „zamma“. Insgesamt umfasst die achte Auflage mehr als 2.000 Stichwörter, wobei Rainer Küster als Autor bei der Auswahl stets Wert darauf gelegt hatte, dass die Ausdrücke nicht zu gebräuchlich und verbreitet sind.
Die ursprüngliche Idee zu den „Bochumer Wortschätzchen“ hatte Josef Fellsches, der für die Mayersche Buchhandlung zuvor ein Exemplar in Duisburg herausgebracht hatte. Über die Söhne, die die gleiche Klasse besuchten, kam der Kontakt zu Rainer Küster zustande. „Die Aufgabe reizte mich, weil ich an der Uni Kurse über Dialektologie veranstaltet hatte“, so Küster. Mittlerweile war er Lehrer an der Theodor-Körner-Schule und konnte seine Schüler gewinnen, für den ersten Band Begriffe beizusteuern. Bei den folgenden Auflagen sorgten die Aufrufe dafür, dass viele Bürger „Wortschätzchen“ einsendeten.

Mit Illustrationen

Neben Küster und Fellsches war der Illustrator Johannes Habig (58) seit der ersten Auflage an dem Buch beteiligt. „Pro Auflage habe ich fünf neue Wörter illustriert“, erklärte der gebürtige Wattenscheider. In die achte Auflage wurden beispielsweise Zeichnungen zu den Begriffen „negativer Sturz“ (X-Beine) und Thekenturner (Dauergast in der Kneipe) aufgenommen. „Ich nehme die Begriffe wörtlich“, schilderte Habig seine künstlerische Herangehensweise. „Die Zeichnungen sollen zum Schmunzeln anregen.“
Das neue Buch „Bochumer Wortschätzchen“ (ISBN 978-3-87519-260-5) ist einer Auflage von 3.000 Exemplaren erschienen.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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