Gemeinsam sind sie einfach „unwiderstehlich“ „Duo Diagonal“ will nach Babypause durchstarten

Paarbeziehungen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen: Geschlechterkampf auf die komische Tour beim „Duo Diagonal“. Foto: Jochen Kratschmer
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Wo: Theater ZAUBERKASTEN, Lothringer Straße 36, 44805 Bochum auf Karte anzeigen

Es ist ein Heimspiel für Holger Ehrich und Deana Kozsey wenn sie am Freitag als „Duo Diagonal“ im Gerther „Zauberkasten“ auf der Bühne stehen. Die Vorfreude ist groß - sowohl beim Bochumer Comedy-Duo als auch bei ihren heimischen Fans. „Wir sind in letzter Zeit immer wieder gefragt worden, wann wir denn mal wieder mit einem abendfüllenden Programm hier zu sehen sind. Das wurde jetzt aber auch endlich mal Zeit“, schmunzelt Holger Ehrich.

Zuletzt hatte man die beiden eher bei kleineren Auftritten in ihrer Heimatstadt erleben können - etwa bei der Gala zum 20-jährigen Geburtstag des studentischen Kulturbüros „Boskop“ oder als Walk Act beim Hochschulball - doch die letzte Vorstellung ihres Programms „Unwiderstehlich“ liegt schon so lange zurück, dass sich beide kaum daran erinnern können. Dass es in letzter Zeit ein wenig ruhiger um die vielfach ausgezeichneten Bochumer Künstler geworden ist, hat zwei ebenso einleuchtende wie süße Gründe: Charlotte (4) und Mitzi (2), die beiden Töchter von Deana Kozsey und Holger Ehrich, die nicht nur auf der Bühne ein Paar sind.

„Früher sind wir für eine Show 500 Kilometer quer durch die Republik gefahren - das geht jetzt einfach nicht mehr“, berichtet Holger Ehrich, der zudem seit 2007 künstlerischer Leiter des Internationalen „Comedy Arts Festivals“ in Moers ist. „Wir versuchen nun, unsere Auftritte zu bündeln, spielen etwa mehrere Kurzprogramme bei Festivals, haben Auftritte bei Mix-Shows oder übernehmen Moderationen. Da kommt uns unsere Vielseitigkeit zu Gute.“ Bei Gala-Shows in Stadthallen sind sie ebenso zuhause wie bei Straßentheater-Festivals oder auf kleinen Kabarett-Bühnen. Weite Gastspielreisen wie 2002 und 2005 nach Japan oder 2005 nach Korea waren in den letzten vier Jahren allerdings Tabu und auch bei Kreuzfahrt-Engagements mussten sie passen - „obwohl wir das echt gerne gemacht hätten.“ Dafür ging‘s etwa zu Festivals nach Berlin oder nach Kiel. „Die Kinder sind inzwischen ziemlich reiseerprobt, können sich in Hotels benehmen und schließen auch schnell Kontakte“, berichtet Holger Ehrich. Schließlich können die Großeltern ja nicht immer einspringen, dann muss ein Babysitter vor Ort gefunden werden. Und die Künstlergarderobe wird im Notfall auch mal zur improvisierten Kinderkrippe. „Wir haben sogar schon mal im Düsseldorfer ‚Kommödchen‘ das Sofa von Lore Lorentz zum Wickeln benutzt“, erinnert sich Holger Ehrich lachend.
Die Koordination von Bühnen- und Familienleben erfordert jede Menge Organisation - doch es klappt, wie Deana Kozsey erzählt: „Wir planen einfach für alles mehr Zeit ein: Wir reisen früher an, bauen früher auf, so dass möglichst erst gar kein Stress aufkommt.“ Für die Kinder sei es inzwischen völlig normal, ihre Eltern in merkwürdigen Kostümen auf der Bühne zu sehen: „Charlotte findet es inzwischen sogar manchmal ziemlich langweilig.“
„Bewegte Komik“ nennen Deana Kozsey (44) und Holger Ehrich (43) selber das, was sie auf die Bühne bringen - und machen damit deutlich, dass sie so leicht in keine Schubladen passen. In ihren Programmen verbinden sie Komik mit Tanz, Slapstik, Artistik und Mime. Sie kommen mit wenigen Worten aus - setzen dagegen auf vollen Körpereinsatz. „Was schon besonders lustig war, als ich noch hochschwanger auf der Bühne stand“, erinnert sich Deana Kozsey. „Vor beiden Kindern haben wir fast bis zuletzt gespielt - ich mit meinem riesigen Kugelbauch. Zuerst haben die Leute immer gedacht, ich hätte den Bauch ausgestopft, bis sie dann mitkriegten, dass ich tatsächlich schwanger bin. Wenn Holger mich dann heben sollte und daran scheiterte, bekam das Ganze natürlich noch mal einen Extra-Witz.“

Bei ihrem Auftritt am Freitag, 21. Oktober, um 20.30 Uhr im „Zauberkasten“, präsentieren sie ihr Erfolgsprogramm „Unwiderstehlich“. Darin spielen sie das Glamour-Paar „Roger“ und „Chantal“, deren gemeinsames Ziel es ist, eine ganz große Show auf die Bühnen dieser Welt zu bringen. Allein über den Weg dahin sind sie geteilter Meinung... „Das Programm begleitet uns seit vielen Jahren, verändert sich dabei aber ständig“, macht Holger Ehrich deutlich, dass man weit davon entfernt sei, einfach nur alte Kamellen abzuspulen. „Mal wechseln einzelne Musikstücke oder wir variieren eine Tanznummer.“ Das Programm wächst und altert mit den beiden Akteuren, die seit 1999 gemeinsam auf der Bühne stehen: „Je älter wir werden, desto stärker bekommen ‚Roger‘ und ‚Chantal‘ etwas von einem abgehalfterten Show-Pärchen und der ganze Abend bekommt noch mal eine eigene Komik. Wahrscheinlich können wir das Programm noch spielen, wenn wir 60 sind.“

Ein neues Programm
ist in Arbeit

„Es ist schön, dass wir dieses alte Programm immer noch spielen, ich genieße das sehr“, findet auch Deana Kozsey. „Die Abläufe sind uns einfach so vertraut, darauf müssen wir uns nicht mehr konzentrieren. Da bleibt viel mehr Raum für spontane Dinge und Improvisation.“ Die Bühnenfiguren sind inzwischen zu so etwas wie zweite Persönlichkeiten geworden: „Wenn wir uns die Kostüme überziehen, dann sind wir Roger und Chantalle“, grinst Holger Ehrich.
Doch die beiden wollen nicht stehen bleiben: Derzeit arbeiten sie an einem neuen Programm mit dem Arbeitstitel „Mama 3000 - Roboter mit Herz“ - auch wenn die Zeit für regelmäßige Proben oft knapp ist und schon mal in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden fällt. „Aber wir sind gerade an einem Punkt, an dem wir das Gefühl haben, dass wir noch mal richtig durchstarten zu wollen.“
Kartenreservierung für den Auftritt im „Zauberkasten“, Lothringer Straße 36c, unter Tel.: 866235. pe

Paarbeziehungen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen: Geschlechterkampf auf die komische Tour beim „Duo Diagonal“. Foto: Jochen Kratschmer
„Komik zwischen Glamour und Desaster“ ist das Markenzeichen des Duos „Diagonal“. Zwischen Perfektion und Katastrophe liegt bei Deana Kozsey und Holger Ehrich manchmal nur ein schmaler Grat.Foto: Jochen Kratschmer

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