Ich bin keine Frau!

Ich bin keine Frau! Nicht so wie erwartet und wie die meisten Frauen sich immer noch diesem Schema eines Frauenbildes genötigt fühlen, anzupassen und glauben, wünschen oder hoffen, durch den Mann eine Ergänzung zu bekommen.
Oft entspricht dieses Denken einem unbewusst märchenhaftem Traumbild der eigentlich doch unerkannten Prinzessin, die nun für all ihr vergangenes Leid gesühnt und gerettet werden soll.
Falls dann eine ebensolche Prinzessin in ihrem Dunstkreis auftaucht und ihr den Liebsten abspenstig machen will, wird diese mit der Kraft einer dunklen Waldfee weg gebissen. Kann denn so ein liebreizendes Wesen beißen? Solch einen makabren Lebenssinn ausweisen?
Kämpfe, die auch gerne mit dem Liebsten zwecks Emanzipation geführt werden, unterschwellige Herrschaftsansprüchen genüge zu tun, sind in dieser maroden Gesellschaft, in der Jeder gegen Jeden maßgeblich seine eigenen Bedürfnisse durchsetzen will, von Klein-auf erlernt worden.
Eltern, deren Kinder es einmal besser haben sollten und daher perfide Leistungsansprüche und Erwartungen erfüllen müssen, die in Schulen eingetrichtert werden, egal, ob das Kind dies nun möchte oder sich lieber anderweitig kreativ entwickeln will, bis hin zum allgemeinen unabweislichen Stress auf einer Arbeitsstelle, in der man zur Maschine verkommt, bis hin zu dem gierigen Gott des Geldes, vor dem sich kaum jemand schützen kann.
Die eigentlichen Bedürfnisse, ich meine die natürlichen, jedem Menschen irgendwann einmal innewohnenden, nach Liebe und Geborgenheit, Sicherheit in seinem Beziehungsumfeld als würdevoll achtbares Wesen sind durch den kapitalistischen Wahnsinn manchmal unmerklich abhanden gekommen. Geblieben ist die allgegenwärtige Angst und Unsicherheit, zwar oftmals nicht als solche wahrgenommen und unter neurotisch oder zwanghaftem Verhalten verdeckt oder aber auch von den immer mehr narzisstisch geprägten Zeitgenossen verachtet.
Ich bin keine Frau, keine Frau, die dieses System will und in diesem System mitmacht.
Die allumfassende Matrix, an die alle durch das Internet angeschlossen sind und süchtig nicht mehr darauf verzichten können, da sie glauben, es gäbe ihnen Bedeutung, benutze ich nur für fehlendes Wissen, wobei ich den Mainstream Medien geflissentlich ausweiche und mittlerweile Leute und Sender gefunden habe, denen ich noch vertraue, wobei natürlich auch nicht alles Gold ist was glänzt.
Die Mainstream Presse, ob von unseren amerikanischen Freunden oder der Wirtschafts- und Machtlobby initiiert, um mit Angst und Fremdenhass die Bürger klein zu machen, besser auszubeuten und gegebenenfalls zu einem neuen Krieg zu bewegen, zu unser allem Wohle, wobei ein Krieg nur zum Wohle der Rüstungsindustrie und Ressourcenpolitik erfolgt, erweckt in mir einen Kotzreiz.
Wenn die Bildzeitung wieder einmal einen ihrer ungeheuren Sprüche auf dem Deckblatt postuliert hat, bleibt mir bei so viel makabren Zynismus der Mund offen stehen.
Wenn wir auch die Aufklärung mit Kants Kategorischem Imperativ hatten, der meiner Ansicht nach auf der christlichen Goldenen Regel basiert, wenn auch in Amerika ehemals die Menschenrechte postuliert wurden, wobei man wohlweislich die Schwarzen ausnahm, wenn versucht worden ist, eine freiere und demokratischere Gesellschaft zu schaffen, so
mutet dieses ganze Procedere doch eigentlich nur zur Unterstützung und Schaffung eines Finanzimperiums von brutaler Durchsetzungskraft an, das
in seiner Machtsucht vor Nichts und Niemandem Halt macht.
Und somit bin ich keine Frau, habe ich kein Interesse, in diesem immer noch patriarchalisch gegründeten Spiel mitzuspielen, verweigere mich der Frauenrolle, für die marxistisch gesprochene Reproduktion der Arbeitskraft von Mann und Frau zuständig zu sein oder Kinder im Rahmen der Herrschaftsbedingungen zu verformen.
Frühere Romantiker sprachen von einer bedingungslosen Liebe als höchste Vervollkommnung und auch in religiösen Thesen wird dies verkündet, doch hat das heutige politisch und wirtschaftliche System und die unterstützenden verblödenden Massenmedien eine bedingungslose Unterwerfung unter das Kapital geschaffen, was sich weder Brecht noch Marx sich in diesem Ausmaß hätten vorstellen können, nicht mit offizieller Gewalt und Einschränkung, sondern subtiler Knechtung durch Manipulation und banaler Überinformation.
Die Orwellsche Welt hat gesiegt und Kants Aufruf zum Selbst Denken wird zwar überall gerne benutzt, doch hat man ihn wirklich verstanden?

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