Junges Ensemble bringt im Rottstr5-Theater Bearbeitung von "Alice im Wunderland" auf die Bühne

Das junge Ensemble young'n'rotten bringt "Alice" auf die Bühne. | Foto: Krämer
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Das junge Ensemble young'n'rotten ist seit 2010 eine feste Größe am Rottstr5-Theater; im vergangenen Jahr inszenierte Maximilian Strestik „Clockwork Orange“ mit der Gruppe. Am 31. August steht das auf Anthony Burgess' Roman und Stanley Kubricks Film basierende Stück zum letzten Mal auf dem Spielplan, da einige der Beteiligten ein Schauspielstudium oder eine Regieassistenz aufnehmen. Bereits am 3. September geht dann aber die neue young'n'rotten-Produktion an den Start: eine sehr freie Adaption von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“, dem Kinderbuch aus dem Jahre 1865.

Theaterleiter und Hausregisseur Hans Dreher leitet mit „Alice“ erstmals eine Produktion des jungen Ensembles selbst. „Unsere Teilnehmer sind zwischen 18 und 25 Jahren alt“, erzählt er. Mit dabei ist wie in „Clockwork Orange“ auch wieder Lukas Vogelsang, der mittlerweile auch in Produktionen des erwachsenen Ensembles des Theaters unter den Gleisen dabei ist, etwa in „Odyssee“. Auch Selina Liebert ist bereits aus dem „Uhrwerk“ bekannt – und hat zu „Alice im Wunderland“ eine besondere Beziehung, wie Dreher verrät: „Sie kann weite Strecken des Romans aus dem Stegreif zitieren.“
Dabei dürften Carroll-Enthusiasten von der Bearbeitung des Rottstr5-Theaters zunächst überrascht sein. Schon die Altersempfehlung ab 16 Jahren deutet an, dass es hier nicht unbedingt lieblich zugeht. „Wir täuschen zunächst eine Fassung an, die dem Original folgt, um diesen Eindruck dann kaputt zu machen. Dem Grundgedanken des Eskapismus' bleiben wir allerdings treu, zumal der für die Generation der Digital Natives, der die Teilnehmer angehören, von besonderer Bedeutung ist“, gibt Dreher die Richtung vor.

Verweise auf die Popkultur

Wie an der Rottstraße üblich, spielen Verweise auf die Popkultur in den Proben eine große Rolle. Verfremdete Oldies führen in die Welt des Traums; Filme und Videoclips dienen als Inspirationsquelle. Szenen werden gemeinsam gebaut. In manchen Fällen werden Dialoge mundgerecht gemacht, in anderen halten Schauspieler und Regisseur bewusst an Antiquiertheiten fest. „Wir haben keinen Text, auf den man sich verlassen kann. Unsere Fassung entsteht im Prozess“, erklärt Dreher. Die Leitlinie ist für ihn dabei: „Lieber erzeuge ich ein Fragezeichen als Pathos.“
Im Laufe des Probenprozesses entsteht zwar eine Textfassung, Raum für Improvisation bleibt jedoch weiterhin. Der Streit zwischen Alice und ihrer Schwester am Ende der Geschichte wird auf diese Weise gestaltet. Als Inspirationsquelle liegt ein Band mit Erzählungen des US-amerikanischen Science-Fiction-Autors Philip K. Dick, der die Vorlage für den Film „Blade Runner“ geliefert hat, immer bereit. „Dick war selbst von Lewis Carroll inspiriert“, weiß Regisseur Dreher und fährt fort, „'Alice im Wunderland' ist ja auch eine Ansammlung extrem beunruhigender Figuren, an denen Freud seine Freude gehabt haben muss. Wir unterstreichen diesen Eindruck durch merkwürdige Toneinspielungen, die Imaginationen freisetzen, die mit dem Bühnengeschehen durchaus in Reibung treten können. Bei uns wird um zwei Ecken geblickt – konträr zur Disney-Mentalität. Wir drehen an der Paranoia-Schraube – und schlagen doch hin und wieder einen Märchenonkel-Ton an.“

Termine
Seine Premiere erlebt „Alice“ am Sonntag, 3. September, um 19.30 Uhr im Rottstr5-Theater.
weitere Termine: Donnerstag, 7. September; Sonntag, 24. September. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.
Reservierungen sind unter karten@rottstr.de oder unter Tel.: 01 63 / 761 50 71 möglich.

Autor:

Nathalie Memmer aus Bochum

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