KinderUni Bochum: War die Zauberfee wirklich mit dem Dino angeln?

KinderUni Bochum 2016: Faszinierende Robotertechnik! Foto: RUB, Marquard.
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1400 Grundschüler lernten in der KinderUni wie das Träumen funktioniert:
Vorlesungen von Prof. Onur Güntürkün sind nicht nur für Kinder ein echtes Erlebnis: Mitten im riesigen AudiMax holt er kleine (wie große) Zuhörer sofort ins Thema. Als Professor für Biopsychologie der Ruhr-Universität erforscht der international berühmte Spezialist auch den menschlichen Schlaf und – unsere Träume. Bei der KinderUni hatte er jetzt eine Riesen-Menge Bochumer Grundschüler als Studenten: „Wer von Euch hat heute geträumt?“

Fast alle Kinderhände gehen hoch. Wir erfahren, dass jeder Mensch träumt. „Auch Professoren. Und sogar Lehrer!“.

Schon sieht man auf den Videowänden im allergrößten Uni-Hörsaal die Mia. Sie hat im Bett noch ein bisschen in ihrem Zauberfee-Lieblingsbuch gelesen.

„Und wann geht Ihr denn schlafen?“ – „Nach der Tagesschau!“.

Mia erlebt in dieser Nacht vier Traum-Phasen. Manchmal ist sie fast wach. Die Wissenschaft kann das heute messen. Und Prof. Güntürkün weiß sogar genau, was Mia träumt. Denn er weiß, was sie in den letzten Tagen erlebt hat: Am letzten Wochenende hat Mia mit ihren Eltern ein Saurier-Museum besucht. Und war schwer beeindruckt von den riesigen Dino-Skeletten. Und heute nachmittag hat sie Magnetfische-Angeln gespielt.

Wenn der Oberlehrer schläft:

„Wenn man wach ist, sitzt bei uns allen in der vorderen Gehirnregion eine Art Oberlehrer, der alle Erlebnisse einsortiert. Er unterscheidet zwischen wirklich passiert und „nur“ geträumt. Wenn wir schlafen, schläft auch dieser Oberlehrer. Doch das Gehirn selbst ist auch im Schlaf aktiv. Und ohne den Herrn Oberlehrer macht es, was es will. Und denkt sich dann Traum-Geschichten aus. „Habt Ihr denn auch schon mal einen Albtraum gehabt?“, fragt der Professor. Hundertstimmiges JA!

Prof. Güntürkün: „Die Mia hat in ihrer dritten Traum-Phase einen Albtraum: Sie angelt gerade mit der Zauberfee im Schloss-Burggraben, als ein Saurier auf sie zurennt. Sie kann nicht wegrennen, alles fühlt sich wie auf Watte an. Das kommt daher, dass das Gehirn im Schlaf eine eingebaute Bremse gegen Bewegungen hat. Damit man sich nicht im Schlaf verletzt bei bewegten Träumen. In Mias Traum wollte der Dino dann auch gar nichts Böses, er wollte einfach nur spielen, also Mit-Angeln. Alles gut. Das Gehirn erfindet ein Happy End für den Albtraum, wenn man es lässt. Beobachten wir Hunde beim Träumen, sieht man sie im Schlaf mit den Beinen zucken, als ob sie ein Kaninchen jagen. So wie hier im Film, da springt der Hund sogar im Schlaf auf und bellt. Noch ganz verwirrt wird er wach.“ Die Kinder lachen und sind begeistert. Großer Applaus für Prof. Güntürkün. Auf der Leinwand springt der Hund ins Körbchen.

Nach so einer Vorlesung wollen eigentlich alle Kinder später mal auf die Uni gehen.

Jeweils 700 Kinder singen und tanzen auch mit den Studenten von Prof. Thomas Greul (Ev. Hochschule Bochum), die in einem südafrikanischen Township ein Musikprojekt mit Kindern erarbeitet haben. In einem Video zeigen sie ihr Projekt: Wie Menschen aus verschiedenen Kulturen durch Musik zusammen kommen. Und wenden ihr Konzept auch gleich hier in der KinderUni der Bochumer Hochschulen an: Wir erfinden gleich gemeinsam einen eigenen KinderUni-Song ! Die Kinder werden in Gruppen eingeteilt.

Der linke Block singt: „Kinder“, die Mitte: „Uni“ und rechts wird das „Bochum“ geschmettert, aus dem sie kommen. Und jetzt alle zusammen! Das Tanzen kommt von allein. Keine 10 Minuten und die singenden Township-Kinder aus dem Video sind plötzlich ganz nah. „Wer hat denn heute gefrühstückt?“ Nicht alle Arme gehen hoch.

„Wer schläft auf einer Matratze?“ Alle. „Wer von Euch hat mehr als ein Paar Schuhe?“ Alle. Sie lernen, dass die Kinder im Township oft nur eine Mahlzeit am Tag bekommen. Viele haben dort gar keine Schuhe und müssen auf dem nackten Boden schlafen. Das Musikprojekt hat allen, dort wie hier sichtlich Freude und Spaß gemacht – hat den Stolz auf gemeinsam Geleistetes geweckt. Über alle Sprach- und Kultur-Barrieren hinweg.

Die große KinderUni der Bochumer Hochschulen lockte Ende November schon zum siebten Mal rund 1.400 Kinder ins Audimax der Ruhr-Universität. Das Tollste: Die Hochschulen im Bochumer UniverCity-Verbund schickten ihre besten Kräfte zu den Vorlesungen.

Eingeladen waren Schülerinnen und Schüler der Grundschul-Klassen Drei und Vier aus Bochum und dem näheren Einzugsbereich der Ruhr-Uni, der Hochschule Bochum, der Technischen Hochschule Georg Agricola, der Ev. Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, der Hochschule für Gesundheit, der EBZ Business School und der Folkwang Universität der Künste. Zusammen mit dem Innovationszentrum Schule-Technik IST.Bochum.NRW wurden die Schulen angesprochen. Die Sparkasse Bochum war erneut Hauptsponsor.. Beide KinderUni-Tage waren Wochen zuvor ausgebucht.

"Die KinderUni Bochum zeigt eindrucksvoll, wieviel Interesse und welche Neugierde die Schülerinnen und Schüler mitbringen. Beste Voraussetzung für die Zukunft der UniverCity Bochum, also unserer Wissensstadt Bochum", so Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. Nicht nur der Erste Bürger war sehr beeindruckt vom großen Erfolg der KinderUni in seiner Stadt. Wissen hilft, Integration pur. Na also, geht doch. (cd)

Autor:

Caro Dai aus Essen-Werden

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