„Lasst den Bullen los - Vom Sparer zum Aktionär“ heißt es bei der Live-Show am 30. April im RuhrCongress
"Mr. Dax" Dirk Müller im Exklusiv-Interview: "Aktien sind kein Hexenwerk"

Börsenmakler, Bestseller-Autor und am 30. April zu Gast im RuhrCongress Bochum: "Mr. Dax" Dirk Müller. Foto: Marvin Stroeter
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„Lasst den Bullen los - Vom Sparer zum Aktionär“ heißt es am 30. April im RuhrCongress. Deutschlands bekanntester Börsenmakler und Bestseller-Autor Dirk Müller, bekannt als „Mr. Dax“, bringt in seiner Edutainment-Show die Welt der Aktien näher, ebenso authentisch und spannend wie unterhaltsam. Im Vorfeld spricht Dirk Müller im großen Exklusiv-Interview im Vorfeld über Hexenwerk und Glücksspiel, Facebook und Apple und die Verbindung zwischen Fußballklubs und Aktienmarkt.

Dirk Müller, mal ganz provokant gefragt: Finanzen, Aktien, Geld – lässt sich aus diesen trockenen Themen tatsächlich eine unterhaltsame Show machen?
Dirk Müller: (lacht) Nichts ist spannender als die Wirtschaft, heißt es doch so schön. Und das stimmt tatsächlich. Aktien, Börsen, das darf auch Spaß machen. Das muss auch Spaß machen. Es geht um nichts Dramatisches wie Liebe, Freundschaft oder Gesundheit. Es geht nur ums Geld. Und Geld auszugeben macht Spaß. Warum soll es dann nicht auch Spaß machen, Geld anzulegen?

Deutsche gelten als ausgesprochene Aktienmuffel…
Man muss den Menschen die Aktien und den Börsenhandel ordentlich erklären. Viele in der Finanzindustrie hatten und haben teilweise heute noch gar kein Interesse an aufgeklärten Anlegern. Je weniger Ahnung die Menschen haben, desto leichter kann man sie über den Tisch ziehen. Deshalb macht es ja auch für jeden Sinn, sich damit auseinanderzusetzen und sich nicht nur auf den verlassen zu müssen, der einem nur ein Produkt verkaufen will. Wir lassen in unserer Show das ganze Kauderwelsch weg und bringen alles auf eine verständliche Ebene.

Es ist also auch eine Show für Menschen, die sich mit dem Thema Aktien bis jetzt noch nicht beschäftigt haben?
Absolut, genau für die ist es auch gedacht. Immer mehr Menschen merken, dass sie mit den aktuellen Nullzinsen nicht weiterkommen. Dann denkt man über Aktien nach, es scheint auch Sinn zu machen. Aber irgendwie versteht man es nicht und traut sich nicht so recht. Genau da möchte ich ansetzen und sagen: Hey Leute, so schwierig ist das gar nicht! Aktien sind kein Hexenwerk. Es ist wirklich nur ganz Weniges, auf das der Anleger achten muss. Und das lässt sich wunderbar an einem unterhaltsamen Abend vermitteln.

"Das ist reines Glücksspiel - wie Pokern"

Was machen die meisten Menschen falsch, wenn es um Aktien geht?
Die meisten Anleger vermischen kurzfristige Zockerei mit langfristigem Anlegen von Geld. Alles, was an der Börse innerhalb von ein, zwei Jahren passiert, hat nichts mit Geldanlage zu tun. Das ist reines Glücksspiel, das ist wie Pokern. Ich empfehle, die Finger davon zu lassen. Langfristiges Anlegen in guten Unternehmen, die seit vielen Jahren bewiesen haben, dass sie es können und die eine gute Perspektive haben, das macht Sinn. Das ist wie mit dem Wanderer und dem Hund.

Wie bitte?
Der Wanderer ist das Unternehmen, das sich immer weiter entwickelt und das man gut einschätzen kann. Nehmen Sie Amazon und die Tatsache, dass in den nächsten Jahren immer mehr online eingekauft werden wird. Da kann ich sicher sein, dass der Wanderer Amazon seinem Ziel immer näher kommt. Der Aktienkurs ist dabei der Hund, der herumspringt. Mal rennt er vorne weg, dann lässt sich zurückfallen, dann ist er wieder auf gleicher Höhe. Wenn ich jetzt darauf wette, welchen Haken dieser Hund als nächstes schlagen wird, wäre das kurzfristiges Zocken. Oder ich halte mich an den Wanderer und überlege übertragen auf das Unternehmen, wo dieses in zehn, 15 Jahren stehen wird. Dann interessierte es mich nicht, wo der Hund gerade hinrennt. Am Ende wird er auch da sein, wo der Wanderer ist.

Gibt es für Sie Aktien, die zwar lukrativ, aber aus moralischen oder ethischen Gründen tabu sind?
Ich halte mich generell von Unternehmen fern, die so große Sauereien machen, dass ich mit denen nichts zu tun haben möchte. Oder die Produkte herstellen, mit denen ich mich absolut nicht identifizieren kann. Rüstungsaktien sind für mich ein absolutes No-Go, aber auch ein Unternehmen wie Bayer nach der Monsanto-Übernahme. Bei anderen kann man durchaus diskutieren wie etwa bei Facebook. Auf der einen Seite ist es eine riesige Daten-Sammelkrake, auf der anderen Seite nutze ich es selbst. Da wäre es heuchlerisch, das Unternehmen als Kunde zu unterstützen, aber die Aktie nicht anzufassen.

"Emotionen sollte man außen vor lassen"

Ist Aktienkauf immer eine Kopfentscheidung, oder muss man auch auf seinen Bauch hören?
Es muss eine Kopfentscheidung sein. Emotionen sollte man tunlichst außen vor lassen, lieber auf den gesunden Menschenverstand setzen. Der bringt einen enorm weiter. Wie angreifbar ist ein Unternehmen? Wie wenig angreifbar sind seine Produkte? Wie treu sind die Kunden? Diese Fragen kann jeder für sich beantworten, ganz ohne Studium. Apple ist da ein gutes Beispiel.

Was meinen Sie?
Die meisten Menschen, die einmal beim I-Phone gelandet sind, bleiben auch beim I-Phone. Apple schafft es, die Kunden so tief in seine Welt zu ziehen und seine Produkte so wenig austauschbar mit denen der Konkurrenz zu machen, dass der durchschnittliche Kunde immer dabei bleibt. Die Apple-Produkte sind also kaum angreifbar und die Kunden ausgesprochen treu. Damit hat das Unternehmen auch mit Blick auf Aktien einen entsprechenden Wert. Im Übrigen lässt sich das Aktiengeschäft auch mit dem Fußball vergleichen, um es anschaulich zu machen.

Was verbindet denn Aktienhandel und Fußball?

In einem Fußballverein geht es um gutes Management und eine gute Spielerauswahl. Glück ist nur ein kleiner Teil, es ist mehr Strategie und gesunder Menschenverstand gefragt. Wen verpflichte ich für meinen Kader? Wen stelle ich auf den Platz? Das gilt auch für mein Aktiendepot. Ich sage den Leuten immer: Sucht euch die besten Spieler raus, die seit Jahren bewiesen haben, dass sie es können. Und die zu den besten Spielern ihrer Zeit gehören. Ein Neymar hat gezeigt, dass er kicken kann. Und er ist jung genug, um noch einige Jahre erstklassigen Fußball zu spielen.

Und was mache ich, wenn Neymar sich plötzlich schwer verletzt?
Genau deswegen sollte man eben nicht nur Neymar aufstellen, sondern verschiedene Spieler, die es können. Fällt einer aus, können die anderen das abfangen. Man ist nie davor gefeit, dass sich ein Neymar auch mal verletzt. Oder dass ein tolles Unternehmen mal eine schlechte Phase hat. Idealerweise hat man in seinem Depot elf bis zwanzig Unternehmen. Wer sich das so nicht leisten kann, hat immer noch die Möglichkeit, sich mit anderen zusammen zu schließen. Da reden wir dann über Aktienfonds.

"Fußballaktien sind Fanartikel"

 Apropos Fußball: Was halten Sie von Fußballaktien wie beim BVB?
Fußballaktien sind für mich ein Fanartikel, keine Geldanlage. Ein Fußballverein sollte und muss sein Geld immer wieder investieren in neue Spieler und Infrastruktur. Er wird also nicht das Geld zusammenkarren für seine Investoren. Außerdem hängt bei einem Fußballklub vieles von aktuellen Platzierungen in der Tabelle ab. Das ist als Geldanlage viel zu unsicher.

Bleibt die Frage: Lohnt ein Einstieg in den Aktienhandel ganz aktuell überhaupt? Die Kurse liegen relativ hoch…
Die Menschen müssen ja nicht sofort kaufen. Da kann am Aktienmarkt durchaus noch etwas passieren, das stimmt. Mir geht es darum, dass die Menschen verstehen, wie es funktioniert. Und sich jetzt schon mal die Spieler ausgucken, die sie haben wollen. Wenn es dann in ein, zwei Jahren oder auch in einigen Monaten so richtig rumpelt an der Börse, dann macht doch das, was ihr auch im Supermarkt tut, wenn es ein Angebot gibt: Schlagt zu! Dann hat man für die kommenden Jahre ein gutes Investment. Wenn es raucht an den Börsen, dann ist der richtige Moment, Gas zu geben. Wie heißt es doch so schön: Wenn es Gold regnet, stell‘ Eimer raus und keine Fingerhüte!

Tickets und Infos: www.semmel.de

Autor:

Dietmar Nolte aus Dortmund-West

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