menschen-im-bergbau.de: Menschen im Bergbau erinnern sich
Neue Internetplattform zur Geschichte des Steinkohlenbergbaus nach 1945

Signet auf der Statue bei der Zeche Niederberg, Neukirchen-Vluyn
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Auf der neuen Internetplattform menschen-im-bergbau.de  berichten Menschen, die im Steinkohlenbergbau gearbeitet haben oder ihm verbunden waren, über ihre Geschichte und ihre Geschichten.

Über drei Jahre führte das Oral History-Projektteam Menschen im Bergbau der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets und des Deutschen Bergbau-Museums Bochum im Ruhrgebiet, im Saarland, im Aachener Revier und in Ibbenbüren lebensgeschichtliche Interviews mit Menschen, die im Steinkohlenbergbau gearbeitet haben oder ihm in anderer Weise biografisch verbunden sind. Die zwischen zwei und acht Stunden langen Erzählungen und Gespräche wurden als Video aufgezeichnet. Die Aufnahmen und die dazugehörigen Transkripte werden im Archiv im Bochumer Haus der Geschichte des Ruhrgebiets archiviert. Sie stehen damit für wissenschaftliche Auswertungen, für museale und kulturelle Zwecke sowie für mediale Nutzungen dauerhaft zur Verfügung. Entstanden ist ein digitales Gedächtnis der Erinnerung an die Arbeits- und Lebenswelt des deutschen Steinkohlenbergbaus nach 1945. Das Projekt wurde von der RAG Aktiengesellschaft gefördert.

menschen-im-bergbau.de
Auf der Internetplattform menschen-im-bergbau.de erzählen 80 Menschen in derzeit 281 ein- bis fünf-minütigen Videoclips ihre Geschichte und die Geschichte ihrer Industrie. Die Videoclips sind thematisch geordnet. Kurze Texte führen in die Themen ein. Die Interviewten werden in Kurzbiografien vorgestellt. Ein Filter erlaubt die Recherche der Videoclips nach Wohn- bzw. Herkunftsorten der Interviewten sowie nach Geburtsjahrgängen. Eine Chronologie der Geschichte des Steinkohlenbergbaus nach 1945 ermöglicht die Einordnung der individuellen Erinnerungen in einen längeren historischen Zusammenhang.

Zukünftiges

In einer weiteren Phase wird das Forscherteam, gefördert von der RAG-Stiftung, die lebensgeschichtlichen Interviews wissenschaftlich auswerten. Im Anschluss soll ein Buch zur Erinnerungsgeschichte des Bergbaus entstehen. Zudem werden Konzepte für den Geschichtsunterricht und die historische Bildungsarbeit entwickelt werden.

Stimmen der Projektpartner
Peter Schrimpf, Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft
„Ein kollektives Gedächtnis aus unzähligen Blickwinkeln, die sich zu einem Ganzen zusammenfügen.“

Stefan Berger, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets
„Die Geschichte des Bergbaus und die Erinnerungen an den Bergbau werden auch generationenübergreifend für die regionale Identität im Ruhrgebiet und in den anderen deutschen Bergbaurevieren wichtig bleiben.“

Michael Farrenkopf, Leiter des montan.dok am Deutschen Bergbau-Museum Bochum
„Die Erinnerungen der Bergleute können den Besuchern des Deutschen Bergbau-Museums Bochum Bergbaugeschichte lebensnah vermitteln.“

Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung
„Die Erinnerungen der Bergleute in den Steinkohlerevieren haben es verdient, auch in der Nachbergbauzeit Gehör zu finden. Sie stehen für bergmännische Werte, die für die soziale und wirtschaftliche Zukunftsgestaltung wichtig bleiben.“

Stimmen (Auswahl) von menschen-im-bergbau.de zur künftigen Erinnerung an den Bergbau
Klaus Hüls, Bottrop, ehemaliger Arbeitsdirektor im Bergbau
„Die künftigen Generationen müssten erstmal lernen, dass dieses Land hier gar nicht existieren würde ohne den Bergbau. Sie müssen wissen, worauf wir hier überhaupt fußen.“

Helmut Heith, Neukirchen-Vluyn, ehemaliger Gewerkschaftssekretär im Bergbau
„Die Anerkennung, die die Bergleute erfahren haben, und auch die Hilfen von politischer Seite, waren kein Geschenk, sondern waren berechtigt und keine überhöhten Ansprüche.“

Marlies Rohde, Bergkamen, ehemalige Bergvermessungstechnikerin
„Die Kultur, die sich entwickelt hat im Ruhrgebiet, das Miteinander, das soll man beibehalten.“

Horst Weckelmann, Unna, ehemaliger Sozial- und Arbeitsdirektor
„Die Bergbautradition wachzuhalten, sind wir unseren Vorlebenden schuldig. Da haben Menschen gearbeitet. Das darf man nicht vergessen.“

Thea Struchtemeier

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