Prinzregenttheater: Junge Prinzess*innen nehmen mit „Caligula“ einen der schlimmsten Tyrannen in den Blick

Die Jungen Prinzess*innen erforschen den Raum zwischen Faszination und Gewalt.
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  • Foto: Schuck
  • hochgeladen von Nathalie Memmer

Die Jungen Prinzess*essinnen 15+ , das junge Ensemble des Prinzregenttheaters und eines der Zukunftsprojekte der Stadtwerke, widmen sich nach Juli Zehs „Spieltrieb“ in diesem Jahr einem modernen Klassiker: Albert Camus' „Caligula“ steht auf dem Spielplan. Obwohl die Inszenierung auf den ersten Blick sehr auf Luca Hennig, der die Titelrolle beeindruckend ausfüllt, zugeschnitten ist, bietet sie bei genauerer Betrachtung wunderbares Ensembletheater.

Caligula errichtet nach dem Tod seiner Schwester, zu der er ein inzestuöses Verhältnis unterhalten hat, eine Schreckensherrschaft, die ihresgleichen sucht. Mit unvorstellbaren Grausamkeiten will er seinen Untertanen die Absurdität des menschlichen Daseins vor Augen führen. Neben einer Geliebten und einem zeitweiligen Vertrauten bildet sich um Caligula ein Netz von Gegnern, die jedoch zum Teil so eingeschüchtert sind, dass sie sich nicht zum Widerstand entschließen können. Cherea (Dyana Krupezki) entwickelt sich zu Caligulas wichtigster Gegenspielerin.

Tanz ist so wichtig wie Sprache

Tanz ist in dieser Inszenierung so wichtig wie Sprache. Die anderen Akteure treten in der Bewegung mit dem charismatischen Kaiser Caligula in Dialog. Wenn Caligula sich allein im Tanz ausdrückt, spiegelt sich die Reaktion der anderen – Schrecken, Einschüchterung, Bewunderung, Faszination, Abscheu – in ihren Mienen. Die Raumbühne sorgt dafür, dass das Geschehen sehr nah an die Zuschauer heranrückt. So wird das Zaudern von Metellus (Johanna Häger), Scipio (Jonathan Häger) und Mereia (Jakob Schmidt), die von Caligula eingeschüchtert sind, erfahrbar. Der abgeklärte Helicon (Leon Tölle) und Caligulas Geliebte Caesonia (Carolina Braun) werfen ein Schlaglicht auf die Faszination, die von dem Kaiser ausgeht.
So wird der Zuschauer unmittelbar mit einer Herrschaft konfrontiert, die bei aller Gewalt, derer sie sich bedient, Sinn für Ästhetik hat. Dass die Wirkungen eines solchen Regimes differenziert in den Blick genommen werden, ist dem Ensemble zu verdanken, das auf sehr subtile Weise interagiert. Regisseurin und Theaterpädagogin Clara Nielebock ist nach „Farm der Tiere“ und „Spieltrieb“ mit ihrer Theatergruppe aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein weiteres Highlight gelungen.

Termine
„Caligula“ ist am Samstag, 18. November, um 19.30 Uhr wieder im Prinzregenttheater, Prinz-Regent-Straße 50-60, zu sehen.
weitere Termine: Sonntag, 19. November, 19.30 Uhr; Dienstag, 12. Dezember, 19.30 Uhr; Mittwoch, 13. Dezember, 19.30 Uhr; Samstag, 20. Januar, 18 Uhr; Sonntag, 21. Januar, 18 Uhr.
Das Theater ist unter Tel.: 77 11 17 zu erreichen.

Autor:

Nathalie Memmer aus Bochum

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