Sarkastisches Suppengedicht

Schatten wühlten lang in mir,
Schatten, was mal war.
Ich koch die ganze Suppe ein
mit Pfeffer, Essig kräftig rein,
zu einem Exemplar
in deftiger Manier.

Ein bisschen Zucker, sehr viel Salz
in schaufelgroßem Maße,
ein wenig von Satyrikon
und auch ein bisschen Babylon
und Dreck, so von der Straße
so denk ich, Gott Erhalts.

Und steht das Glück vor meiner Tür
mit bergenhohen Flügeln,
dann friere ich die Suppe ein
mit Hühnerklein und dem Gebein
und werde mich nicht zügeln,
probiere mal die neue Kür.

Doch wenn das Glück mich dann verlässt
mit Leere, nichts zu essen,
dann habe ich die Suppe dort
an dem vereisten Gletscherort,
geschmaust wird und gegessen
der ganze nette Rest..

Ja, ja, das Leben ist nicht leicht,
mitunter sonderbar.
Ich schmachte in den süßen Qualen
von meinen geistigen Annalen
erwäge mal den Kommentar:
Na gut, die Suppe reicht!

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