Rottstr5-Theater zeigt Cormac McCarthys „Die Straße“
Schutt und Asche

Vater (Thomas Kaschel, links) und Kind (Emily Lück) müssen sich verteidigen.
  • Vater (Thomas Kaschel, links) und Kind (Emily Lück) müssen sich verteidigen.
  • Foto: Laura Thomas
  • hochgeladen von Nathalie Memmer

Die Liebe zwischen einem Vater (Thomas Kaschel) und seinem Kind (Emily Lück) ist das Licht, das die trostlose Szenerie, in der Regisseur Daniel Kunze die Geschichte aus Cormac McCarthys Roman „Die Straße“ entfaltet, erleuchtet. Am Rottstr5-Theater wird eine Supermarktruine zum Sinnbild einer untergegangenen Welt.

Die Erde liegt in Schutt und Asche – offenbar in Folge einer Umweltkatastrophe, ganz klar wird das allerdings nicht. Die verzweifelte Suche nach Nahrung hat den dünnen Firnis der Zivilisation restlos beseitigt. Kannibalismus ist keine Seltenheit. Vater und Kind müssen stets auf der Hut sein. Dabei gewinnt Kunzes Regie der der alltäglichen Zwänge entkleideten Situation durchaus auch komische Seiten ab: In einer slapstickhaften Szene stellt der Vater ein Zelt auf.
Der Kampf ums Überleben lässt zeitweise auch den Vater alle moralischen Grundsätze vergessen. Das Kind pocht dagegen auf ein Festhalten an den elementaren Grundsätzen der Mitmenschlichkeit – und der Vater bleibt für die Argumente seines Sprösslings empfänglich. Dass „Die Straße“ den Zuschauer so sehr berührt, liegt an Thomas Kaschel, regelmäßigen Besuchern des Theaters unter den Gleisen unter anderem aus „Der Zementgarten bekannt, und Nachwuchstalent Emily Lück. Sie war bereits in der Inszenierung „Der Hamiltonkomplex“ am Schauspielhaus zu sehen.

Geschichte zweier Menschen in scheinbar hoffnungsloser Lage

Regisseur Daniel Kunze, der an der Rottstraße bereits „Odyssee“ auf die Bühne gebracht hat, dramatisiert Cormac McCarthys 2007 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Roman als Geschichte zweier Menschen in scheinbar hoffnungsloser Lage, die die Suche nach Erlösung nicht aufgeben: Sie sind nach Süden unterwegs – vielleicht ist das Leben dort besser, ja vielleicht.
Auch wenn Kunze und seine Schauspieler in „Die Straße“ vordergründige Zivilisationskritik vermeiden, so wagen sie doch den Blick in eine Zukunft, in der Umweltkatastrophen Humanität zum Luxus machen, den sich die meisten nicht mehr leisten können – und wollen. So ist „Die Straße“ ein Theaterabend der beunruhigt – und doch nicht ganz ohne Hoffnung ist.

Termine
- Das Rottstr5-Theater zeigt „Die Straße“ wieder am Donnerstag, 13. Februar, um 19.30 Uhr.
- weitere Aufführungen: Samstag, 22. Februar, und Samstag, 14. März. Beide Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr.
- Karten können unter Tel.: 0 163 761 50 71 oder per E-Mail an: karten@rottstr.de reserviert werden.

Autor:

Nathalie Memmer aus Bochum

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