Rottstr5-Theater präsentiert Klassiker am 15. August im Westpark
Und immer wieder „Peer Gynt“

Am 15. August ist "Peer Gynt" im Westpark zu erleben.
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  • Foto: Lisa Moczala
  • hochgeladen von Nathalie Memmer

Halb Träumer, halb bedingungsloser Egoist ist Peer Gynt schon für Generationen von Regisseuren zur Herausforderung geworden. Nachdem Roger Vontobel 2010 seine Interpretation des Stoffes am Schauspielhaus gezeigt hat, wird voraussichtlich am 7. November Dusan David Parizek seine Deutung auf die Bühne an der Königsallee bringen. Das Rottstr5-Theater zeigt seine Version bereits Mitte August im Westpark.

Auch in den letzten Jahren hat Henrik Ibsens Drama aus dem Jahre 1867 die Fantasie der Bochumer Theatermacher beflügelt. So gab Romy Schmidt mit ihrer sehr eigenwilligen Aneignung des klassischen Textes 2015 ihren Einstand als Intendantin des Prinz Regent Theaters. Helge Salnikau in der Titelrolle zeigte einen überdrehten Peer, der eigene Interessen ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzt und es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Er ist ein Antiheld, der in einer Welt agiert, in der alles zur Ware wird, und der dem Zuschauer sehr bekannt vorkommt – mehr als ihm lieb sein kann.
Auch das inklusive Claudius-Theater eroberte sich den Klassiker 2016. Ein Stück, das sich so zentral mit Selbstfindung und Identität befasst, sei für ein inklusives Theater ideal, sagte der Künstlerische Leiter des Claudius-Theaters, Jens Niemeier, damals.

Wunderschöne Geschichte

Von ihren Teilnehmern aus dachte auch Regisseurin und Theatertherapeutin Sandra Anklam, die das Stück in einer modernen Bearbeitung des Regisseurs, Autors und Schauspielers Thomas Birkmeir 2018 mit Patienten und Mitarbeitern der Psychiatrie inszenierte und im damaligen Theater Unten auf die Bühne brachte. „Die Geschichte ist einfach wunderschön. Außerdem sind viele Psychiatrie-Patienten in einer ähnlichen Situation wie Peer“, begründete Anklam die Wahl des Stoffes. Als Außenseiter, der mit Lügengeschichten der Realität entfliehen will, wurde Peer in ihrer Inszenierung zur Identifikationsfigur für Schauspieler und Zuschauer.
Vor der beeindruckenden Industriekulisse der Zeche 1 realisierte Regisseur Manuel Moser das Drama ebenfalls 2018 mit dem interkulturellen Ensemble „Familie Rangarang“, das aus jungen Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte bzw. Fluchthintergrund besteht.
Nun hat sich also das Rottstr5-Theater des Klassikers angenommen. „Peer Gynt im Park“ ist ein Kooperationsprojekt mit artscenico Dortmund und dem theaterkohlenpott Herne, die jeweils ihre eigene Inszenierung in einem Dortmunder bzw. Herner Park präsentieren. Im Bochumer Westpark agieren am 15. August unter der Regie von Matthias Hecht Nachwuchsschauspieler, die ihr Talent in den vergangenen Jahren schon in vielen Produktionen bewiesen haben. Zur Musik von Manuel Loos wollen sie Peer Gynt auf eine ungewöhnliche Reise schicken und Realität und Fantasie zu einer Einheit verschwimmen lassen.

Termine und Infos
„Peer Gynt“ ist am Samstag, 15. August, um 18 und 19 Uhr im Westpark zu sehen.
Karten müssen im Vorfeld unter: karten.peerimpark@gmx.de reserviert werden. Dies ist ab Samstag, 1. August, möglich.

Autor:

Nathalie Memmer aus Bochum

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