17 Tage volles Programm am See werfen ihre Schatten voraus
Zeltfestival Ruhr: mehr als nur Mainstream

Für die Macher des Zeltfestivals Ruhr, Heri Reipöler, Björn Gralla und Lukas Rüger (v.l.), ist es die Ruhe vor dem Sturm: Am 16. August startet die zwölfte Auflage des Spektakels mit vielen hochkarätigen Künstlern von Kim Wilde bis Rea Garvey.
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  • Für die Macher des Zeltfestivals Ruhr, Heri Reipöler, Björn Gralla und Lukas Rüger (v.l.), ist es die Ruhe vor dem Sturm: Am 16. August startet die zwölfte Auflage des Spektakels mit vielen hochkarätigen Künstlern von Kim Wilde bis Rea Garvey.
  • Foto: Molatta
  • hochgeladen von Petra Vesper

 Bereits zum zwölften Mal steigt vom 16. August bis zum 1. September das Zeltfestival Ruhr am Kemnader See in Bochum - 17 Tage volles Programm. Die drei kreativen Köpfe dahinter - Gastronom Lukas Rüger, Musikveranstalter Heri Reipöler und Musikmanager Björn Gralla - bleiben trotz aller Anspannung gelassen, schließlich steckt schon jede Menge Routine in dieser Großveranstaltung.

46 Gastspiele - so viele wie noch nie an den 17 Festival-Tagen - weist das Festival-Programm auf; für die Macher eine Bestätigung ihrer Arbeit in den letzten Jahren.
"Bei uns kann man viele Künstler in einer relativ intimen Atmosphäre erleben, die man sonst nur in großen Arenen sieht", bringt Björn Gralla, der beim ZFR federführend für das Booking ist, das Erfolgsrezept des Festivals auf den Punkt. Sunrise Avenue oder Rea Garvey sind Beispiele dafür. "So nah kommt man sonst nirgendwo an solche Künstler ran", bestätigt Heri Reipöler. "Boutique-Festival nennt man sowas inzwischen", lacht Lukas Rüger. "Und weil wir aufgrund der Fläche nicht in der Zeltgröße wachsen und immer größere Konzerte anbieten können, läuft das Festival eben über 17 Tage, damit sich der ganze logistische Aufwand lohnt."
"Viele Künstler kommen im Laufe der Jahre immer wieder, da genießen wir einen Vertrauensvorschuss", betonen die Macher. Michael Patrick Kelly etwa, der in diesem Jahr das große Zelt gleich zweimal füllt, habe bei seinem ersten Besuch am See im deutlich kleineren und zudem bestuhlten Zelt II gespielt.
Andere Künstler haben sich sich im Laufe der Jahre zu "Stammgästen" gemausert, deren Gastspiele regelmäßig ausverkauft sind. "Bei uns zeigen sie dann ein ganz besonderes Programm, das in dieser Form nirgendwo sonst zu sehen ist", macht Reipöler deutlich. Lokalmatador Frank Goosen ist so ein Beispiel, der beim ZFR das Special "Sweet dreams" über die 80er Jahre präsentiert. Der erste Abend war so schnell ausverkauft, dass eine Zusatzshow angesetzt wurde. Gerburg Jahnke gehört ebenfalls zu diesen Dauerbrennern: "Auch sie hat immer den Anspruch, hier etwas besonders Spannendes und Tolles zu machen", so Reipöler: "Am Anfang kamen 800 bis 1.000 Leute - inzwischen spielt sie vor 3.000 Zuschauern."
Mit dem Etikett, das ZFR sei ein Mainstream-Festival, können alle drei gut leben. "Das ist für uns nichts Negatives, im Gegenteil, denn genau das wollen wir sein", so Björn Gralla. "Und dazu eines, das die ganze Familie anspricht." Denn auf aus dem Radio bekannte Künstler wie Andreas Bourani, Max Giesinger, Bosse, Angelo Kelly oder Nico Santos können sich Kinder und Eltern einigen - und oftmals die Großeltern noch dazu. "Aber wir gönnen uns auch immer einige Ecken und Kanten", ergänzt er. "Natürlich sind Gentleman oder Samy Deluxe bekannt - aber keine Künstler, die aktuell so ganz häufig im Radio laufen. Und für Mando Diao gilt Ähnliches." Als "alter Rocker" freut er sich auf den Auftritt der Schweden zudem ganz besonders, während Kollege Lukas Rüger seine Vorfreude auf das Konzert von Katie Melua nur schwer verbergen kann. "Und das nicht nur, weil die Frau toll aussieht", versichert er schnell. Der Dritte im Bunde, Heri Reipöler, steht dagegen schon am ersten Festival-Tag vor einem echten Dilemma: "Sunrise Avenue oder Samy Deluxe - beides werden bestimmt richtig fette Shows."
Das ZFR lebt aber nicht allein von den Veranstaltungen, sondern vom Dreiklang aus Erlebnis, Genuss und Shopping. Was die Gastronomie angeht, kann Organisator Lukas Rüger auf bewährte Anbieter setzen: "Nach dem Festival können die beteiligten Gastronomen direkt wieder die Karte fürs Folgejahr ziehen - und das tun die allermeisten auch", weiß er aus Erfahrung. Wert legen die Macher darauf, den Besuchern ein breit gefächertes gastronomisches Angebot zu bieten - das beschränkte Platzangebot auf dem Festival-Gelände ist ebenfalls Auswahl-Kriterium: "Da können wir nicht zehn Burger-Anbieter gebrauchen, das ist dann nicht mehr spannend." Gut etabliert haben sich in den letzten Jahren der "Naschmarkt" mit kleineren Angeboten sowie die "Trattoria", ein Restaurant mit Sitzplätzen, in dem man sogar Plätze reservieren kann.
Und auch für den "Markt der Möglichkeiten", die Verkaufsstände auf der Piazza, gebe es jedes Jahr um ein Vielfaches mehr Anfragen, als Plätze zur Verfügung stehen: "Auch da achten wir auf Vielfalt und suchen die Nische", macht Heri Reipöler deutlich. "Peter Lihs, der das für uns organisiert, hat da ein gutes Händchen." Wer einmal da war, wolle meist auch wiederkommen.
Besucher, die keine Konzertkarte haben - die so genannten "Walk-in-Gäste" -, müssen sich darauf einstellen, dass in diesem Jahr der Eintritt aufs Gelände erstmals fünf statt vier Euro kostet. "Über diese Erhöhung diskutieren wir schon länger", machen alle drei deutlich, "aber diesmal muss es sein." Kostensteigerungen, vor allem im Personalbereich, machten dies erforderlich. Nach wie vor aber gilt: Für Kinder bis zwölf Jahre ist der Eintritt frei und für "Wiederholungstäter" gibt es die ZFR-Card, mit der man an allen 17 Festival-Tagen freien Eintritt erhält.
Übrigens: Vor dem Festival ist bei den drei Machern immer auch schon vor dem nächsten Festival. "Wir sind jetzt schon mitten in den Planungen für 2020", verrät Björn Gralla. So wurde der erste Act fürs kommende Jahr auch schon in dieser Woche bestätigt: Am 6. September 2020 werden The Bosshoss für Wildwest-Stimmung am Seeufer sorgen- der Vorverkauf läuft!
Für fast alle Shows des ZFR gibt es noch Tickets.
Infos unter www.zeltfestivalruhr.de.

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