Früher einmal
Meine schönste Adventserinnerung war 1961- obwohl sie traurig begann

Lang ist es her.

Bitterkalt war es, die Fensterscheiben zeigten erste Eisblumen und ich stand davor und hielt Ausschau nach meinen Vater, längst wollte er zu Hause sein, um mit uns Kindern den ersten Advent zu feiern.
Doch er kam nicht heim, es wurde später und später und Mutter schaute unruhig auf die Uhr.
Es gab kein Telefon,kein Smartphone es gab nur eins Warten.
So schlich Stunde um Stunde dahin, kein Licht wurde am Adventskranz angemacht.
Kein Lied gesungen....
Mutter schickte uns Kinder zu Bett und versicherte, dass wir am anderen Tag eine Kerze zünden werden, alle gemeinsam sie brachte die Worte stockend heraus, weil sie immer diesen Kloß im Hals hatte wenn die Sorgen kamen.
Ich war ein Vati Kind und wurde an diesem Tag das erste Mal so richtig von ihm enttäuscht.
Nie mehr wollte ich mit Vati sprechen soviel war klar.
In dieser Nacht schlief ich schlecht und wurde mitten in der Nacht wach es war lärmig und Mutti schluchzte laut.
Ich schaute durch den Türspalt und sah wie Vati ein kleines schlafendes Mädchen in den Armen hielt.
Was hatte das zu bedeuten?
Da war sie plötzlich eine kindliche Eifersucht und dicke Tränen kullerten über mein Gesicht.
Mutter, das ist Klara, hörte ich meinen Vater sagen,
ihre Mutter ist schwer krank und ihr Mann möchte gerne bei ihr sein,falls es mit ihr zu Ende geht.
Er weiß nicht wohin mit der Kleinen und es ist doch bald Weihnachten, bitte.
So kam es das Klara bei uns für eine Weile einzog.
Während der ganzen Adventszeit war das kleine Mädchen unglaublich tapfer.
In der Nacht aber hörte ich oft trauriges Weinen. 
Klara verbrachte das Weihnachtsfest bei uns und ihr Vater überraschte uns am Heiligenabend mit der Nachricht das seine Frau aus dem Koma erwacht sei.
Ich habe noch nie so viele glückliche Gesichter gesehen.
Es kam so viel Freude in unsere kleine Wohnstube,wir tobten und sangen und freuten uns,das alles gut würde.
Vielleicht hatten meine kindlichen,abendlichen Gebete doch etwas bewirkt.
Ganz plötzlich und unerwartet fing es an diesem Abend wie aus heiteren Himmel an zu schneien.
So ungestüm und wild prallten die Schneeflocken an unsere Fensterscheiben und wir alle,wussten, das war ein Zeichen von Klaras Mutter .
Sie wollte uns sicher sagen ...
Ich will Leben.
Es hat noch lange gedauert bis Klaras Mutter gesund wurde.
Jahrzehnte später erfuhr ich das sie recht betagt mit beinahe Neunzig starb.
Manchmal frage ich mich allerdings heute noch was aus Klara geworden ist.
Ob sie auch noch an unsere gemeinsame Weihnachtszeit denkt?

Anmerkung:
Ort des Geschehens :
Bochum-Hiltrop 
Dort verbrachte ich die schönste Zeit meiner Kindertage.
Seit 30 Jahren lebe ich wieder hier und das macht mich richtig glücklich.
Du möchtest bei dieser Aktion mitmachen so wie ich?

Zum Link geht es hier.⤵⤵⤵

Meine schönste Adventserinnerung

Autor:

Gudrun Wirbitzky aus Bochum

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

66 folgen diesem Profil

18 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.