Eine Silvestergeschichte für Hanna
Silvester war immer der Knaller

Der Weihnachtsbaum stand immer bis Februar und landete stets im Ofen.
  • Der Weihnachtsbaum stand immer bis Februar und landete stets im Ofen.
  • hochgeladen von Gudrun Wirbitzky

Silvestergeschichten.
Früher wie heute trafen sich zum Silvesterabend die Familie,Freunde und Nachbarn um gemeinsam zu feiern.
In heiterer Runde wurde mit Essen,Trinken,Singen und Bleigiessen das alte Jahr verabschiedet.

Silvester:
Wir Kinder wurden stets früh zu Bett gebracht und eine halbe Stunde vor Mitternacht geweckt.
Knallerbsen und Zieselmänner lagen bereit,das Tischfeuerwerk war harmlos ,und die Böller um Mitternacht beinahe Handzahm.
In unserer Familie wurde sich auch stets etwas verkleidet .
Hüte,Tücher was man so hatte.

Traditionen:
Bei uns daheim gab es Traditionen die vieleicht heute weniger bekannt sind.

Ritual 1:
Das Kind der Familie,welches am Silvester-Morgen als letztes sein Bett verließ,musste ordentlich Federn lassen.
Sein Spielzeug gehörte für eine Woche anderen Kindern aus der Nachbarschaft. 
Also nix mit Spielen.
Am Neujahrstag trug man den Namen Silvester - und die halbe Nachbarschaft wusste wie immer was abläuft.
Gudrun wieder ...
Ich war es Jahr für Jahr - und man nannte mich schon "Pennemops".

Ritual 2:
Cousine Ulla ,die sich mit Beziehungen schwer tat,schlich Nachts in den Hühnerstall und wartete ab,wer zuerst gackerte. 
Ist es der Hahn ,so sagte man würde sie im gleichen Jahr noch einen Mann finden,der sie heiratete. 
Das war dann auch so.
Wenn ich mich recht erinnere im Laufe ihres Lebens dreimal.
Und zu der Zeit war der Stall längst abgerissen.
Das verstehe wer will.

Ritual 3:
Den schönsten Brauch aber brachte Großmutter mit in unsere Familie.
Bevor die Kirchglocken das Ende des alten Jahres verkündeten,stiegen wir alle auf Tische und Stühle um beim letzten Glockenschlag herab zu springen.
Verbunden war das ganze mit viel Segenswünschen aber auch viel Gelächter.
Die Erwachsenen waren so fröhlich und ausgelassen und uns Kindern gefiel das natürlich besonders .
Lag es daran das ein Teil der Gäste der Neujahrs Bowle stark zugesprochen hatten?
Kellergeister und Omas Eingewecktes und Opas "Selbstgebrannter" waren wohl echte Fröhlichmacher. 

Weit nach Mitternacht:
Zum Feuerwerk ging es damals immer etwas später.
Hier traf ich auch auf Uli meine erste Liebe.
Ganze sieben Jahre waren wir alt - und an diesem Silvester 1959 - gelobten wir zu heiraten sobald wir Erwachsen wären.
Uli schenkte mir einen kleinen silbernen Ring ,der erste Ring den ich je besaß.
Uli hatte lange gespart dafür - das war sicher.
Natürlich war ich tief beeindruckt.
Ich glaube das war mein schönstes Silvester.
Uli und ich hatten uns sozusagen verlobt.
Das ich früher oder später zu Uli ziehen würde, habe ich meinen Eltern gleich zu Neujahr gebeichtet.
Sie haben es überraschender Weise mit Fassung getragen.
Ein Jahr später zog Uli fort und ...
na, ihr wisst schon - ich sah ihn leider nie wieder.
Schluchz ...

Eine Silvestergeschichte für Hanna ....

Autor:

Gudrun Wirbitzky aus Bochum

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