PHK Volker Schütte warnt vor Betrügern am konkreten Beispiel erklärt.
Vorsicht Trickbetrüger gauckeln den freundlichen Polizist vor...

Man kann nicht oft genug warnen und aufklären... meint Oskar,"der letzte Grüne".  TPd-Foto:Volker Dau
  • Man kann nicht oft genug warnen und aufklären... meint Oskar,"der letzte Grüne". TPd-Foto:Volker Dau
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Über 70.000 Euro weg! - "Falsche Polizisten" manipulieren Seniorin zehn Tage lang.

 "Guten Tag, ich bin von der Polizei. In dem Notizbuch von zwei festgenommenen Einbrechern haben wir ihren Namen, ihre Telefonnummer sowie den Vermerk gefunden, dass sie mehrere Sparbücher besitzen!"

Diesen Anruf erhielt eine im Stadtteil Stiepel lebende Bochumerin
bereits am 15. Februar (Freitag).

Direkt im Anschluss erkundigte sich der "freundliche Polizist"
nach den finanziellen Verhältnissen und fragte gezielt nach, wieviel
Geld sich denn auf den Sparbüchern befindet. Die Antwort der
Seniorin: "So knapp 70.000 Euro werden das schon sein!"

Durch diese Aussage wurden die Begehrlichkeiten der Trickbetrüger
natürlich geweckt. In immer neuen Anrufen und mit "schwindeligen
Geschichten" gelang es den "Falschen Polizisten", die über 80-Jährige
dazu zu überreden, ihr Geld abzuheben.
Auch auf mögliche Nachfragen der Bankangestellten wurde die Seniorin vorbereitet.

Als die Bochumerin das Geld - über 70.000 Euro (!) - am 21.
Februar dann tatsächlich abgehoben hatte, gingen die Anrufe weiter.
Nun forderte man sie auf, einige Nummern der Geldscheine zur
Überprüfung bei der Zentralbank durchzugeben. Das Ergebnis: "Man hat
ihnen in der Bank Blüten untergejubelt!"

Direkt danach wurde ein Termin vereinbart, an dem ein Beamter in
der Wohnung erschien, um das komplette Geld, zwecks Überprüfung auf
Echtheit, abzuholen.

Ein junger Mann, ca. 25 Jahre alt, mittelgroße Statur,
augenscheinlich Nordafrikaner, schwarze Haare, bekleidet mit einem
gelben Pullover und einem hellen Basecap, tauchte in den späten
Nachmittagsstunden bei der Frau auf, holte das Geld ab und entfernte
sich anschließend zu Fuß über die Nettelbeckstraße.

Am 22. Februar erhielt die Seniorin einen erneuten Anruf der
"Falschen Polizisten", in dem man die Rückgabe der Geldscheine für
den 25. Februar ankündigte, da noch viele Fingerabdrücke gesichert
werden müssten.

Nach langem Warten meldete sich die geduldige Bochumerin dann am
Montag bei der "Richtigen Polizei" und musste leider erfahren, dass
auch sie zu einem Opfer dieser skrupellosen Trickbetrüger geworden
ist.

Das ermittelnde Kriminalkommissariat 13 bittet unter den
Rufnummern 0234 / 909-4135 oder 0234 / 909-4441 (Kriminalwache) um
Hinweise auf den Geldabholer.

An dieser Stelle nochmal ganz, ganz deutlich: "Die Polizei erfragt
die Vermögensverhältnisse nicht - weder per Telefon noch an der Haus-
oder Wohnungstür!"

Auch nutzen die "Falschen Anrufer" die technischen Möglichkeiten,
um glaubhaft "rüber zu kommen". So erscheint bei Anrufen von
"Falschen Polizeibeamten" im Telefondisplay sehr häufig die Rufnummer
der Vermittlung des Bochumer Polizeipräsidiums bzw. die "110" mit der
aktuellen Vorwahl.

Diese Telefonnummern werden aber grundsätzlich nicht übertragen!
Die illegale Methode, mit der Telefonate unter einer vorgetäuschten
Rufnummer geführt werden, ist unter dem Begriff "Call ID Spoofing"
bekannt.

Die Täter nutzen zudem Namen von real existierenden Polizeibeamten
und lassen ihre Geschichte damit noch glaubwürdiger erscheinen. Die
Betrüger rufen häufig bei älteren Menschen an und manipulieren ihre
Opfer in stundenlangen Telefonaten.

Was zeigen uns diese miesen Straftaten? Die Kriminellen denken
sich immer wieder neue "Schachzüge" aus, die an dieser Stelle nie
vollständig aufgezählt werden können.

Dabei kündigen sie sich, wie in Stiepel geschehen, vorher
telefonisch an, um mögliche Bedenken schon im Voraus zu zerstreuen
und ein Vertrauensverhältnis zum Opfer aufzubauen.

Daher sollten folgende Ratschläge unbedingt beherzigt werden:

- Lassen Sie sich den Namen des anrufenden Polizisten nennen,
legen Sie auf und rufen Sie Ihre örtliche Polizeibehörde über die
Rufnummer 110 an.

- Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre
Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten.

- Öffnen Sie unbekannten Personen nicht die Tür.

- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte
Personen, angebliche Mitarbeiter von Polizei, Staatsanwaltschaften,
Gerichten oder Geldinstituten.

- Fordern Sie von Amtspersonen, wie z.B. Polizisten, immer den
Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig (nach Druck, Foto und
Stempel). Sorgen Sie dazu für gute Beleuchtung und benutzen Sie, wenn
nötig, eine Sehhilfe.

- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, bei uns
auch über den Notruf "110". Suchen Sie dazu die Telefonnummer selbst
heraus und ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn
hinzu.

- Pflegen Sie als jüngerer Mensch Kontakt zu Ihren älteren
Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern. Machen Sie ihnen das Angebot, bei
fremden Besuchern an der Wohnungstür zur Sicherheit hinzuzukommen und
übergeben Sie für solche Fälle die eigene Telefonnummer.

- Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie
sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige.

Für weitere Fragen und kostenlose Beratungen steht Ihnen das
Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz des Bochumer
Polizeipräsidiums unter der Rufnummer 0234 / 909-4040 gern zur
Verfügung. Auch der Kontakt zu einem Seniorensicherheitsberater kann
hier hergestellt werden.

Wenn angebliche Polizisten Sie anrufen oder besuchen immer sofort die "110" anrufen um die Echtheit zu überprüfen!

Autor:

Volker Dau aus Bochum

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