Sozialdezernentin Birgit Anger begrüßt Arbeit für Patientenautonomie
40 Netzwerkpartner vereinbaren Kooperation

Bei den Begrüßungsworten (von re.): Sozialdezernentin Britta Anger, Dr. Birgitta Behringer, Moderator und Hospizleiter Paul Hüster, Pfarrer Rainer Meschenat, Prof. Dr. Dirk Behringer
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  • Bei den Begrüßungsworten (von re.): Sozialdezernentin Britta Anger, Dr. Birgitta Behringer, Moderator und Hospizleiter Paul Hüster, Pfarrer Rainer Meschenat, Prof. Dr. Dirk Behringer
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Sozialdezernentin Birgit Anger begrüßt die verbindliche Netzwerkarbeit als richtigen Schritt
Seit Dezember 2017 gibt es eine gesetzliche Grundlage, die Einrichtungen der stationären Pflege und Einrichtung für Menschen mit Behinderungen ermöglicht, ausgebildete Gesprächsbegleiter anzustellen, um ihre Bewohner bei der gesundheitlichen Vorausplanung zu beraten. In diesen ausführlichen Beratungsgesprächen entstehen Patientenverfügungen, die in gesundheitlichen Krisensituationen oder am Lebensende Würde sichern und der autonom Entscheidung der Patienten zur Geltung verhelfen. Dazu ist es auch nötig, Krankenhäuser, Notärzte und andere Akteure des Gesundheitswesens mit einzubeziehen um gemeinsame Standards in der Dokumentation des Patientenwillens zu vereinbaren und zu schulen.
Vor einem Jahr hatte sich mit diesem Anliegen ein lockeres Netzwerk von Vertretern des Gesundheitswesens gegründet. Beim dritten Netzwerktreffen in den Räumen der Stadt Bochum am 26. November trafen sich rund 40 Vertreter von Einrichtungen der Altenhilfe, der Menschen mit Behinderungen, der Krankenhäuser und der Pflegewissenschaft.
Für die Initiatoren vom ambulanten Ethikkomitee Bochum betonte die Vorsitzende Frau Dr. Behringer: „Das Netzwerk ist eine bürgerschaftliche Bewegung, die für die Menschen in der Stadt Bochum, also für die Patienten, für deren Angehörigen und für die jeweilige Einrichtung eine Handlungssicherheit für die gesundheitliche Versorgung schaffen möchte, wenn Patienten ihren eigenen Willen und ihre Wünsche nicht mehr selbstständig äußern
können.“
Mit der Ausbildung der neu angestellten Gesprächsbegleiter und der Beratung der Wohneinrichtungen und Krankenhäuser haben die Initiatoren schon zu einer konkreten Veränderung der gesundheitlichen Vorausplanung und der Versorgung in Krisensituationen auf Grundlage des sorgfältig ermittelt den Patientenwillens beigetragen. Diese Anfänge sollen jetzt ausgebaut werden und in Bochum zu einer umfassenden Veränderung beitragen.
Deshalb nahm auch Sozialdezernenten Birgit Anger am Netzwerktreffen teil. Sie hatte im Rahmen der städtischen Konferenz für Alter und Pflege diese nach ihren Worten beeindruckende Arbeit des Netzwerkes kennen gelernt. Sie sagte in ihrem
Eingangsstatement: „Der rasante medizinische Fortschritt macht vieles möglich. Deshalb müssen die Menschen heute selbstständiger entscheiden: wie will ich leben und wie will ich sterben? Nur wer diese existenziellen Fragen sorgfältig beantwortet, gibt seinen Angehörigen, der Pflege und den Medizinern die nötige Handlungssicherheit. Ich begrüße, wenn die Netzwerkpartner sich verbindlich zusammenschließen. Das ist ein wichtiger und
richtiger Schritt.“
Diese von Sozialdezernentin Angela betonte Verbindlichkeit wird unter anderem durch eine Kooperationsvereinbarung abgesichert. Zur Diskussion stand eine ausführliche Vereinbarung, die gemeinsame fachliche Standards in der Ausbildung der Gesprächsbegleiter und der Dokumentation des Patientenwillens regelt. Darüber hinaus werden mit der Kooperationsvereinbarung auch gemeinsame Fachgruppen und eine wissenschaftliche Begleitung vereinbart.
Mit der einstimmigen Verabschiedung dieser Kooperationsvereinbarung im Rahmen der Sitzung haben sich die Netzwerkpartner eine Basis für eine nachhaltige Stärkung der Patientenautonomie gegeben.
Der Bochumer Probst Michael Ludwig den Entwurf der Vereinbarung schon unterzeichnet, um ein starkes Zeichen zu setzen. Er ist der Erstunterzeichner.
Die konkreten Berichte aus den Arbeitsgruppen Finanzen, Ausbildung und Qualitätssicherung zeigten, dass diese Kooperation bereits mit Leben gefüllt ist.
Schwierig gestaltet sich hingegen die Verabschiedung einer Beitragsordnung. Nach umfassenden Vorleistungen der Initiatoren müssen die Netzwerkpartner zukünftig eine Koordinierungsstelle mit begrenztem Stellenumfang finanzieren.
Für diese Netzwerkarbeit sind aber weder in der gesetzlichen Finanzierung der Gesprächsbegleiter noch in den Haushalten der Altenhilfeeinrichtungen die nötigen Gelder vorgesehen. Deshalb konnte bei aller Dringlichkeit auch keine Beitragsordnung verabschiedet werden. Niemand wollte ohne Rücksprache mit Vorständen und Geschäftsführungen Zusagen machen.
Nun bleibt offen, ob im Rahmen einer vereinbarten Trägerkonferenz zu Beginn des nächsten Jahres eine Finanzierungslösung gefunden wird, um die Arbeit dieser bürgerschaftlichen Initiative für mehr Patientenautonomie in Bochum nachhaltig abzusichern.
Hier ein Video: 

Autor:

Eberhard Franken aus Bochum

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