Baudezernent will von Stadtwerken gesponserten Spieldrachen gegen Bürgerwillen verhindern

Wo: Husemannplatz, Husemannplatz, 44787 Bochum auf Karte anzeigen

Eigentlich sollte man meinen, die Stadt freut sich, wenn Sie einen Spieldrachen für die Innenstadt geschenkt bekommt, der kleine und große Kinder zum Spielen und die Erwachsenen zum Verweilen einlädt. Die gesamten Kosten, 11.300 Euro zzgl. Mehrwertsteuer haben die Stadtwerke für den bespielbaren Drachen bereit gestellt. Für die Gestaltung und Erstellung des Drachens durch einen Künstler zusammen mit Bochumer Schülern muss die Stadt keinen Cent dazu geben. Beim Sponsoringwettbewerb hatten die Bürger mit über 5.000 Herzen für die Realisierung des Drachens abgestimmt. Ein eindeutiges Votum der Bürger für Kinder etwas in der Innenstadt zu tun und den Spieldrachen zu realisieren.

Eigentlich hätte man meinen sollen, dass jetzt die Stadtverwaltung sich mit dem Künstler bespricht, welche Fläche der Drache benötigt und dann mit ihm gemeinsam in der Stadt einen Platz sucht, wo der Drache erbaut werden kann. Doch die Stadtverwaltung weigert sich überhaupt irgendwelche Bemühungen in dieser Richtung aufzunehmen. Sie will nicht mit dem Künstler sprechen und auch nicht nach einem Platz suchen. Bereits bevor der Künstler am Freitag in die Stadt kommt, um sein Vorhaben erläutern zu können und sich mögliche Standorte anzuschauen hat die Stadtverwaltung klar gemacht, in der Innenstadt wolle man keinen Spieldrachen und werde sich an einer Zusammenarbeit mit dem Künstler nicht beteiligen.

Pauschal wird jedes Bemühen, das Vorhaben zu realisieren, verweigert: In der entsprechenden Mail von Baudezernent Ernst Kratzsch (SPD), geschrieben, wie dem cc: zu entnehmen ist, offensichtlich in enger Absprache mit OBin Scholz (SPD) und Stadtdirektor Townsend (SPD), heißt es: Die Verwaltung könne „sich gegenwärtig keinen Standort in der Innenstadt vorstellen, an dem ein solches Objekt gebaut und errichtet werden könnte.“ Intensiver Nutzungsdruck in der Innenstadt und die vielen verschiedenen zu berücksichtigenden öffentlichen Belange oder Veranstaltungsformen“ ließen die Realisierung des Projektes nicht zu.

Entlarvend ist der letzte Satz der Mail, der klar macht, dass für den Baudezernenten der Drache nur auf privatem Gelände in Frage kommt.

Das heißt nichts anderes als, für die Nutzung der Innenstadt zum Spielen von Kindern ist angeblich kein Platz mehr. Wer durch die außerhalb der Kortumstraße selbst am Samstag erschreckend leere Innenstadt läuft, der kann sehen, dass intensiver Nutzungsdruck in Bochum kein Problem ist. Für überdimensionale Schaukästen auf der Bongardstraße ist Platz, für Hochbeete auf dem Husemannplatz, für etliche Freisitze und für Kunstwerke und Brunnen aber angeblich nicht für einen Spieldrachen.

Auch hatte der Quartiersmanager der Interessengemeinschaft Boulevard / Brück4tel, Jürgen in der Beeck bereits im Vorfeld zu dem Besuch des Künstlers erklärt, er würde sich sehr darüber freuen, wenn der Spieldrache am Kuhirtenplatz seine "Heimat" finden würde.

Leider entsteht nunmehr durch die Mail des Baudezernenten Kratzsch (SPD) der Verdacht, dass die SPD-Verwaltungsspitze der Stadt, nicht nur desinteressiert ist an jeglicher Beteiligung der Bürger an der Stadtgestaltung, sondern auch prinzipiell Vorbehalte bestehen gegenüber spielenden Kindern in der Innenstadt und das großspurige Gerede der Oberbürgermeisterin, Bochum wolle eine kindergerechte Kommune werden, sich hier mal wieder nur als heiße Luft erweist.

Bemerkenswert, dass dem Mailverkehr zur Ablehnung des Drachens zu entnehmen ist, dass daran offenbar nur SPD-Dezernenten beteiligt waren und die Grünen-Dezernenten offensichtlich außen vor gelassen wurden.

Die Initiative „Bochum und Wattenscheid ändern mit Herz“ (BoWäH) ruft hiermit alle Parteien der Stadt, die Interessen- und Werbegemeinschaften der Innenstadt, die IHK und die Stadtwerke Bochum auf, die Stadtverwaltung öffentlich aufzufordern, dem Wunsch der Bürger zu Folgen, dass der Spieldrache in der Innenstadt an zentraler Stelle eine Heimat findet und die Verwaltung konstruktiv mithilft, einen geeigneten Platz zu finden, damit der Drache schon in Kürze kleinen und großen Kinder in der Stadt eine Gelegenheit zum Spielen und den Erwachsenen einen Ort zum Verweilen bietet.

BoWäH - Bochum und Wattenscheid ändern mit Herz

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