Waldbühne Höntrop: Verwaltung untersagt Spielbetrieb in 2020
„Bauliche Mängel hätte man schon in 2019 erkennen können“

Die Waldbühne Höntrop. Foto: Waldbühne Höntrop

„Es ist für uns unverständlich, dass die Waldbühne Höntrop nun plötzlich in diesem Jahr in keiner Weise mehr bespielbar sein soll“, ärgert sich Hans-Josef Winkler von der UWG: Freie Bürger. Die Antwort der Verwaltung auf seine Anfrage nach dem aktuellen Stand der Sanierung, die er kürzlich in den Kulturausschuss eingebracht hatte, „ist mehr als unbefriedigend“, sagt Winkler, der auch Mitglied im Kulturausschuss ist. Lapidar heißt es da: „Im Ergebnis wurde eine Vielzahl sowohl kleinerer als auch größerer baulicher Mängel festgestellt, die z.T. erhebliche Gefährdungsquellen für Besucher*innen und Akteur*innen darstellen.Da diese Mängel und insbesondere die Gefährdungsquellen nicht kurzfristig mit Kompensationsmaßnahmen zu beseitigen sind, kann die Waldbühne in diesem Jahr für einen sicheren und ordnungsgemäßen Spielbetrieb nicht freigegeben werden.“

Natürlich gäbe es Mängel, sagt Winkler, „aber da hätte die Verwaltung schon vor längerer Zeit tätig werden können. Die Probleme sind doch bekannt.“ Für die Erhaltung des Kulturguts Waldbühne Höntrop für Kultur- und Brauchtumsveranstaltungen hat die Stadt Bochum mit dem Verein Kolping-Waldbühne Höntrop e.V. auf unbestimmte Zeit eine Benutzungs- und Betreuungsvereinbarung. Der Verein hatte bereits für die Zeit ab April 2018 die Betreuung von dem Pächter im Rahmen einer Probephase übernommen. In dieser Zeit haben die Mitglieder*innen der Kolpingspielschar Wattenscheid im ehrenamtlichen Engagement erheblich dazu beigetragen, dass sich das Erscheinungsbild des Kulturgutes Waldbühne Höntrop verbesserte.

„Bereits im November 2019 untersagte die Stadt bis auf Weiteres die Nutzung der Waldbühne. Das traditionelle Martinsspiel der Pfadfinder St. Marien Höntrop konnte nicht durchgeführt werden, weil die Sicherheit der Besucher nicht gewährleistet werden konnte“, erinnert sich Winkler. „Zu diesem Zeitpunkt war doch sicherlich schon klar, wie es tatsächlich um die Waldbühne bestellt ist. Da wären Gespräche mit allen Beteiligten von Vorteil gewesen, um kurzfristig eine Lösung für 2020 zu finden.“

Und dass es Lösungen gibt, da ist sich Hans-Josef Winkler sicher: „Man könnte einen Bauwagen als Umkleide für die Spieler aufstellen und auch einen Toilettenwagen. Die Waldbühne wird seit über 60 Jahren sowohl von der Kolpingspielschar als auch der Volksbühne Wattenscheid als Spielort der Märchenspiele in den Sommerferien erfolgreich genutzt. Die Märchenspiele sind auch Bestandteil des Ferienpass-Programms der Stadt Bochum. Es dürfte schwierig sein, kurzfristig – wie die Kulturverwaltung vorschlägt - einen neuen Spielort zu finden.“ Zudem: „Hier wird ehrenamtliches Engagement mit Füßen getreten.“

Autor:

Ulli Engelbrecht (StadtEcho) aus Bochum

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