Integrationskonferenz im RuhrCongress
Berufliche Integration ist der Schlüssel fürs soziale Zusammenleben

Spricht man über Migranten, fällt schnell das Stichwort Integration. Aber was verstehen wir unter Integration? Anpassung? Aufeinanderzugehen? Friedlich nebeneinander leben? Diesen Fragen stellten sich kürzlich bei der Integrationskonferenz im RuhrCongress Bochum rund 200 Teilnehmer aus Verwaltung, Verbänden, Bildungseinrichtungen, Handwerkskammer, IHK, Agentur für Arbeit und Politik.

„Deutschland ist schon längst eine Migrationsgesellschaft und dass nicht erst mit dem vermehrten Zuzug geflüchteter Menschen seit 2015“, sagt Hans-Josef Winkler, sozialpolitischer Sprecher der UWG: Freie Bürger. Der gesellschaftliche Diskurs hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Aber: Integration ist ein inflationär gebrauchter Begriff, hinter dem sich viele verschiedene Einstellungen und Bedeutungen verstecken. Integration bedeutet vor allem, in beidseitigem Einvernehmen kulturelle Unterschiede zu akzeptieren, nach Gemeinsamkeiten zu suchen, um das soziale Zusammenleben gemeinsam zu gestalten. So die Aussage von Prof. Dr. Aladin-El-Mafaalani Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtling und Integration des Landes NRW.

Der Wirtschaftsraum Ruhrgebiet wird dabei immer mehr zur Heimat auch zahlreicher geflohener Menschen. Und damit rückt vor allem ein Begriff in den Vordergrund: Berufliche Möglichkeiten und Perspektive. Viele Unternehmen zeigen sich offen, beispielsweise auch für die Beschäftigung von Flüchtlingen. Gleichzeitig besteht eine große Unsicherheit, ob und wie erfolgreiche Integration gelingen kann. „Berufliche Integration ist der Schlüssel und es ist letztlich das Thema, dass uns sehr lange beschäftigen wird. Auch wenn viele Mühen Früchte tragen, brauchen wir viel Geduld. Denn der Aufwand, Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist extrem hoch“, stellt Frank Böttcher, Geschäftsführer des Bochumer Jobcenters, fest. In einem aber waren sich alle Redner und Teilnehmer einig: Der Wille ist da. Gleichzeitig wächst neben dem Mut zur Herausforderung auch die Gewissheit: Nicht jeder wird es schaffen.

Autor:

Ulli Engelbrecht (StadtEcho) aus Bochum

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