Gelsenkirchen
Bündnisweiter Protest gegen Umweltvergiftung und Arbeitsplatzvernichtung

trotz Abstandsregel guter Zusammenhalt - Kumpel demonstrierten in Gelsenkirchen-Hassel
  • trotz Abstandsregel guter Zusammenhalt - Kumpel demonstrierten in Gelsenkirchen-Hassel
  • Foto: rf-news
  • hochgeladen von Ulrich Achenbach

Als Sympathisant der Bergleute (mein Vater war auch Bergmann) und Umweltkämpfer konnte ich leider nicht persönlich an der Demonstration in Gelsenkirchen-Hassel teilnehmen, erfuhr aber von Bekannten, dass diese Aktion ein voller Erfolg war.

Bereits zum dreizehnten Mal gab es eine selbständig organisierte Demonstration gegen die RAG-Politik der verbrannten Erde. Gemeinsam mit den ehemaligen Bergleuten u.a. von der stillgelegten Zeche Prosper Haniel in Bottrop protestierten auch Stahlarbeiter, Flüchtlinge und die Hasseler Mietinitiative für Arbeitsplätze, Mieterrechte und Umweltschutz. Insgesamt beteiligten sich über 200 Menschen an dem Protest.

Die Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF hatte im Wesentlichen diese Demonstration organisiert. Ein Sprecher, Christian Link, selbst aktiver Bergmann, begrüßte Vertreter von Initiativen, Organisationen, Gewerkschaften und Betrieben. Das waren neben den Kumpel für AUF die Kommunalwahlbündnisse AUF Gelsenkirchen, AUF Essen und BergAUF, die Umweltgewerkschaft, die Bergarbeiterfrauen in Courage, eine Delegation von Stahlarbeitern von Thyssen-Krupp in Duisburg, Gewerkschaftsmitglieder der IG Metall, IGBCE und GEW, Migranten und Flüchtlinge u.a.

Mit besonderem Beifall wurde die Delegation von Stahlarbeitern von Thyssenkrupp begrüßt, die bereits seit einer Woche mit Streiks und Kundgebungen für die Übernahme eines Kollegen mit Zeitvertrag gekämpft haben. Sie hatten ein Schild dabei: „Traut nicht den schönen Worten! Bla bla bla! Traut nur uns selbst! Zusammen kämpfen!“ Ihre Losung "Wir alle sind Markus" steht für die Solidarität mit dem betroffenen Kollegen.

Ingrid Meyer-Lettmann, Sprecherin der Hasseler Mieterinitiative argumentierte empört: „Die RAG hat sich an der Zerstörung preiswerter Wohnungen für die Bergleute bereichert. Deshalb kämpfen wir für bezahlbare Mieten und ein Wohnrecht für die Bergleute bis zum Lebensende. Wir in Hassel sind aber auch durch die Verbrennung giftiger Ölpellets der BP im Kraftwerk Scholven und der Abfackelung der BP-Raffinerie betroffen.“

Auch viele Bewohner sahen neugierig und freundlich zustimmend aus ihren Fenstern zu oder blieben am Straßenrand stehen. Man winkte sich gegenseitig zu. Flugblattverteiler und Spendensammler sprachen die Menschen an. Es wurden auch Unterschriften für die Bottroper Erklärung "Damit darf die RAG nicht durchkommen" gesammelt. 

"Das hätte ich mir niemals träumen lassen, dass in Gelsenkirchen-Hassel solch eine große Demo stattfindet“, so das begeisterte Resümee eines ehemaligen Stahlarbeiters, Mitglied der Hasseler Mieterinitiative "HamI", bei der Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz in Gelsenkirchen-Hassel. (Quelle: auch rf-news).

Viele Leute sind immer noch der Ansicht, dass sich durch Demonstrationen nichts ändern wird. Doch die vielen öffentlichen Proteste für die Wiedereinstellung der gekündigten Bergbauarbeiter von Prosper-Haniel waren erfolgreich - viele Kündigungen mussten nach Gerichtsbeschlüssen zurück genommen werden.

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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