Das Recht auf Leben - Die Menschenrechtssituation auf den Philippinen

Demo in Manila gegen das Töten
Wo: Bahnhof Bochum-Langendreer , Wallbaumweg 108, 44894 Bochum auf Karte anzeigen

Vortrag, Fotoausstellung und Musik

Samstag, 27. Oktober 2018 von 17:00 bis 20:00
Bahnhof Langendreer - Kulturzentrum
Wallbaumweg 108, 44894 Bochum

Wir freuen uns sehr, euch am 27.10.2018 zu einem spannenden Abend im Bahnhof Langendreer (Raum 6) mit Gästen aus den Philippinen einladen zu dürfen.

Dort wird die Journalistin Emmalyn Liwag Kotte über die Menschenrechtslage auf den Philippinen berichten. Begleitet wird ihr Vortrag von einer Ausstellung des Fotografen Raffy Lerma sowie Liedern der Sängerin Ja Quintana, die beide aus Manila auf den Philippinen zu Besuch nach Deutschland gekommen sind. Der Eintritt ist frei.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit. Doch seit Rodrigo Duterte 2016 zum Präsidenten der Philippinen gewählt wurde, gelten diese Grundrechte dort nicht mehr. Bereits im Wahlkampf rief er öffentlich zur Tötung von Drogensüchtigen, Drogenhändlern und Kriminellen auf, und vom Tag seines Amtsantritts an stellte er diesen blutigen "Krieg gegen die Drogen" ins Zentrum seiner Präsidentschaft. Seitdem kommt eine Verdächtigung als Drogenhändler oder Drogenkonsument einem Todesurteil gleich. Tausende Menschen wurden bereits bei außergerichtlichen Tötungen durch Polizei und Todesschwadronen ermordet. Die Täter können sich sicher sein, unbestraft zu bleiben, denn Duterte sicherte öffentlich zu, er werde es nicht zulassen, dass je ein Soldat oder Polizist ins Gefängnis müsse, bloß weil er "bei der Zerstörung der Drogen-industrie geholfen" habe.

2017 veröffentlichte Amnesty International einen Bericht mit dem Titel “If you are poor, you are killed - Extrajudicial executions in the Philippines' "War on Drugs"”, der detailliert aufführt, wie die Polizei systematisch Verdächtige erschießt (darunter auch Kinder), Beweismittel fälscht, Auftragsmörder anheuert und Getötete sowie ihre Angehörigen beraubt. Die Morde werden mit bis zu 300 Dollar vergütet, so dass das Töten zu einem einträglichen Geschäft geworden ist. Die Opfer sind ganz überwiegend die Ärmsten der Armen, die im Gegensatz zu reicheren Menschen keine Chance auf ein ordentliches Gerichtsverfahren haben. Hinzu kommt eine steigende Anzahl von getöteten Journalist*innen und Menschenrechtsaktivist*innen - auch diese Morde sind angespornt durch Äußerungen Dutertes, solche Leute doch zu erschießen.

Für die Polizei und die Regierung Duterte sind die Morde ein Beleg ihres erfolgreichen Kriegs gegen die Drogen und nicht etwa ein Verbrechen, das es zu verschleiern gilt. Bestätigt werden sie dabei durch die nach wie vor hohe Zustimmung in der Bevölkerung. Duterte wurde nicht trotz, sondern gerade wegen seines Wahlversprechens, das Blut der Drogendealer werde die Bucht von Manila rot färben, gewählt. Seine vorherige Amtszeit als Bürgermeister von Davao City war Beweis genug, dass er seine Drohungen wahr machen würde.

Eine Veranstaltung von Amnesty International Bochum (www.amnesty-bochum.de), dem philippinenbüro in Köln (www.philippinenbuero.de) mit Unterstützung von Misereor (www.misereor.de)

Referentin: Emmalyn Liwag Kotte, freiberufliche Journalistin, Mitglied beim philippinenbüro e.V. (www.asienhaus.de/philippinenbuero/)
Ausstellung: Bilder von Raffy Lerma (www.raffylerma.com), Fotojournalist aus Manila (Philippinen)
Musik: Ja Quintana (www.facebook.com/JaQuintanaMusic), Sängerin aus Manila (Philippinen)

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