Ein Iraner in der AfD
Das unveröffentlichte Interview – E-Autos = Umweltverschmutzung und Ausbeutung

Iraner in der AfD - Herr Zarei über E-Autos und Kernkraft
  • Iraner in der AfD - Herr Zarei über E-Autos und Kernkraft
  • Foto: eigenes Bild und E-Auto Bild (pixabay, Akrebs60, freie Verwendung)
  • hochgeladen von Christian Loose (AfD)

Vor vier Wochen hat die WAZ ein sehr ausführliches Interview mit Herrn Zarei geführt. Es ging um die Gründe, warum er in die Alternative für Deutschland (AfD) eingetreten ist.

Leider hat sich die WAZ in ihrer Veröffentlichung nur auf einen sehr begrenzten Auszug fokussiert.
Dabei hatte Herr Zarei sich auch zu anderen Themen kritisch geäußert. Ich habe deshalb nochmals nachgefragt und zeige Ihnen die „unveröffentlichten“ Ansichten von Herrn Zarei – heute zum Thema „E-Autos“:

Christian Loose (CL): Herr Zarei, Sie haben im Iran Elektrotechnik und dann in Deutschland IT Sicherheit studiert. Neuere E-Autos kombinieren modernste E-Technik und sind voller digitaler Spielereien. Müsste Sie das nicht beim E-Auto begeistern?

Abolfazl Zarei (AZ): E-Autos sind was Tolles. Jeder soll gerne ein E-Auto fahren. Wir sollten aber aufhören, so zu tun, als, wenn die E-Autos etwas Neues wären. Das erste deutsche E-Auto war der Flocken Elektrowagen aus dem Jahr 1888. Selbst zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das E-Auto noch heiß begehrt. Denn die Autos mit Verbrennermotoren mussten mit Handkurbel angeworfen werden. Dabei sind sogar Todesfälle vorgekommen, als Menschen die Kurbel nicht rechtzeitig losgelassen haben und ins Gesicht bekamen.

Christian Loose (CL): Aber warum haben sich dann die Verbrennermotoren durchgesetzt?
AZ: Das Kuriose ist, dass ein neuer E-Motor das Ende für die E-Autos brachte. Denn 1911 wurde der elektrische Anlasser – ein kleiner Elektromotor – erfunden, so dass die Handkurbel zum Starten der Verbrennermotoren nicht mehr genutzt werden mussten. Seitdem haben sich die Verbrenner Jahr für Jahr mehr gegenüber den E-Autos durchgesetzt.

Das Reichspost-E-Auto von 1938 mit Streetscooter der Post von 2018 vergleichbar

CL: Warum erlebt denn das E-Auto gerade jetzt einen neuen Boom?
AZ: Vom Boom sind wir Meilenweit weg. In den 1930er Jahren fuhren allein 3.500 E-Autos für die Reichspost. Bei etwa 500.000 Autos deutschlandweit waren dies 0,7% aller Autos. 2018 gab es in Deutschland etwa 83.000 reine E-Autos – bei mehr als 46 Mio. PKWs. Die E-Autos machen somit nur 0,2% der deutschen PKWs aus. Auch technisch hat sich wenig getan.

CL: Aber das kann ich doch nicht glauben. Schließlich sind inzwischen gut 90 Jahre vergangen.
AZ: Die Herausforderung beim E-Auto war 1930 die gleiche wie 2020. Nämlich die Batterie. Aber wir können ja mal die Postautos von damals und von heute vergleichen. Der Streetscooter der deutschen Post schafft eine Zuladung von 900 kg. Der Elektro-Bergmann der Reichspost konnte 2.000 kg Zuladung verkraften. Die Reichweite vom Streetscooter beträgt 80 km, die vom Reichspost-Auto betrug 60 km. Ein neues technisches Zeitalter sieht anders aus. Zumal E-Autos ebenso schädlich für die Umwelt sind wie normale Verbrenner-Autos.

Kinderarbeit und Umweltverschmutzung beim Kobaltabbau

CL: Wie meinen Sie das? E-Autos pusten doch keine Abgase in die Luft!
AZ: Die Abgase beim E-Auto entstehen nicht beim Auto, sondern beim Kohlekraftwerk, das den Strom produziert. Die Abgase sind damit nur verlagert und treffen die Landbevölkerung. Und der Abbau von Kobalt für die Batterie geschieht im Kongo unter menschenunwürdigen Bedingungen von Kindern. Beim Lithiumabbau wird den Bauern in Südamerika das Grundwasser  abgegraben. Umweltfreundlich ist das E-Auto damit nicht.

CL: Dann müssen wir halt vom Kohlestrom weg. Sonne und Wind sind ja schließlich umweltfreundlich, oder?
AZ: Jede Energieerzeugung bringt seine Probleme mit. Das Neodym für das Windrad wird in chinesischen Minen abgebaut. Ein Reporter der BBC hat sich das angeschaut und von der „Hölle auf Erden“ gesprochen. Und was machen wir, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Die meisten werden doch ihr Auto nachts aufladen. Da kommen wir an Kohle, Gas- oder Kernkraftwerke nicht vorbei.

Neue Kernkraftwerke als Müllvernichter?

CL: Ernsthaft, Kernkraftwerke?
AZ: Kernkraftwerke sind besser als ihr Ruf. Trotzdem muss erst ein besseres Sicherheitskonzept her. Es gibt Forscher in Berlin, die an einem inhärent sicheren Kraftwerk arbeiten (Dual Fluid Reaktor). Inhärent sicher heißt, dass der Reaktor technisch bedingt sich automatisch runterfährt, wenn etwas falsch läuft – ein menschliches Versagen ist bautechnisch ausgeschlossen.

CL: Na gut, dann ist das Kraftwerk vielleicht sicher. Aber was ist mit dem Müll nachher. Der muss doch für Millionen von Jahre sicher gelagert werden?
AZ: Auch dafür gibt es eine Lösung. Der von mir angesprochene Reaktortyp kann sogar den Müll aus unseren alten Kernkraftwerken zu 90% wiederverwerten. Die restlichen 10% haben dann eine andere Müllqualität als bei unseren bisherigen Reaktoren und müssen nur noch für 300 Jahre gelagert werden.

CL: Glauben Sie, dass die Deutschen aktuell schon für Kernkraft bereit sind?
AZ: Ich glaube, die Deutschen werden erst wieder über Kernkraftwerke nachdenken, wenn es zu einem großen Blackout gekommen ist. Die Angst der Deutschen vor dieser Technologie führt allerdings dazu, dass wir nicht einmal in diesem Gebiet forschen. Andere Länder sind da schon viel weiter. In 18 Ländern – davon allein 5 in Europa – ist geplant, neue Kernkraftwerke zu bauen.

CL: Ich danke Ihnen für das angenehme Gespräch.

Autor:

Christian Loose (AfD) aus Bochum

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