Corona-Krise in Bochum
Die schrittweise Beendigung des Lockdown

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Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, dann kommt es also in den nächsten Wochen zu einer schrittweisen Beendigung des Lockdowns. Bereits nach Ostern beraten die Ministerpräsidenten, ob und wie die Corona-Beschränkungen teilweise gelockert werden können. Doch welche Einrichtungen sollten und könnten dann zuerst wieder öffnen? Und unter welchen Auflagen wäre eine Öffnung möglich?

Die Grundvoraussetzung für eine Beendigung des Lockdowns

Eine Beendigung des Lockdowns ist nur möglich, wenn sich die Zahl der Neuinfizierungen pro Tag dauerhaft auf eine so geringe Zahl eindämmen lässt, dass das Gesundheitssystem die Zahl der Erkrankten bewältigen kann und nicht überlastet werden kann. Zusätzlich muss mit entsprechenden Maßnahmen sichergestellt werden, dass die Infektionsketten möglichst lückenlos nachverfolgt und schnell unterbrochen werden können und die potentiell Infizierten gefunden, getestet und ggf. isoliert werden (Bochum - Modellstadt für die Aufhebung des Lockdown).

Erst wenn diese Voraussetzungen sicher erfüllt sind, kann im nächsten Schritt die Beendigung des Lockdowns beginnen. Diese sollte dann schrittweise erfolgen. Doch was kann man zuerst wieder erlauben und was sollte zunächst weiter verboten werden?

Welche Einrichtungen könnten und welche sollten als erste öffnen?

Auch nach dem Lockdown sollen die Kontakte zunächst auf ein Minimum beschränkt werden, Ansammlungen sollen unterbleiben und es wird, selbst wenn das Kontaktverbot ganz oder teilweise aufgehoben würde, die gesellschaftliche Regel Bestand haben, dass mit möglichst wenigen Menschen realer Kontakt aufgenommen werden soll und wenn das unvermeidlich ist, der entsprechende Abstand eingehalten werden soll, bzw. andere Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Übertragung des Virus getroffen werden sollen (u.a. Schutzmasken). 

Es gibt also einige Kriterien, nach denen zu beurteilen ist, was vordringlich geöffnet erden sollte und könnte und was eher zu einem späteren Zeitpunkt (Tabelle, Kriterien zu der Frage, was sollte und was könnte wann öffnen). 

Zuerst öffnen sollten die Einrichtungen, die für das gesellschaftliche Leben von großer Bedeutung sind, das sind besonders Schulen und Ämter, die wichtige öffentliche Dienstleistungen erbringen.

Auch öffnen könnten Einrichtungen oder Betriebe, bei denen sich mit überschaubaren Mitteln ein wirksamer Schutz vor Virusübertragungen herstellen lässt, Das werden einfache Umbau, Einrichtungs- und Markierungsmaßnahmen sein, die die Menschen veranlassen, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten.

Dinge, die sich alternativ auch digital erledigen oder durchführen lassen, sollten auch weiterhin bevorzugt digital ablaufen. So könnte zumindest ein erheblicher Teil des Unterrichts wie der städtischen Dienstleistungen digital abgewickelt werden. Der Stadt Bochum und auch vielen Einwohnern fehlen hier allerdings zu einem großen Teil die technischen Voraussetzungen. Unterricht in den Schulen und das persönliche Erscheinen im Amt, muss also bald wieder möglich sein.

Das Dilemma bei der Öffnung der Schulen

Bei den Schulen ergibt sich daraus ein Dilemma. Die Schüler mit 1,5 bis 2 Metern Abstand in die Klassenräume zu setzen, wird nicht gelingen, dafür sind in Bochum die Klassenräume zu klein und die Schülerzahlen in den Klassen zu groß. Die Möglichkeit kleinere Klassen zu bilden, scheidet mangels Lehrpersonal aus. Im Wochenwechsel die eine Hälfte der Schüler in den Schulen und die andere via Videoschaltung aus dem Klassenzimmer zu unterrichten, scheidet ebenfalls aufgrund der massiven digitalen Defizite der Schulen aus. Eigentlich wäre es wichtig, die Schulen nach den Osterferien wieder zu öffnen, das wird aber nicht gelingen, wenn sichergestellt werden soll, dass auch in den Schulen, die aktuell geltenden Kontaktregeln eingehalten werden.

In anderen Bereichen, wie zum Beispiel in vielen Geschäften ließe sich der Kundenverkehr durch Umbauten und Kontrollen so regeln, dass die Möglichkeit von Kontakten minimiert wird. Die Geschäfte, in denen diese Möglichkeiten bestehen und die dieses auch umsetzen, könnten in einem ersten Schritt öffnen.

Ähnliches gilt für Restaurants und Gaststätten, die aber nicht die gleiche Relevanz für die Bürger besitzen wie Geschäfte. Diese könnten aber bei Einhaltung der Kontaktregeln in einem zweiten Schritt geöffnet werden. Parallel zur Lockerung der Kontaktregeln könnten dann Schritt für Schritt weitere Einrichtungen öffnen.

Allerdings gibt es auch Örtlichkeiten und Formate, die sich erst öffnen bzw. durchführen lassen, wenn hinsichtlich Kontakt und Abstand keine Regelungen mehr eingehalten werden müssen. Das gilt zum Beispiel für Events wie Festivals ohne Bestuhlungen oder Schwimmbäder sowie Spiel- und Bolzplätze. diese werden als letzte wieder stattfinden bzw. öffnen können. Allerdings ist deren Notwendigkeit für das Leben der Menschen auch vergleichsweise gering einzuschätzen.

Die Beendigung des Lockdowns geht nicht über Nacht

Die Aufhebung des Lockdowns ist also nicht nur an die Einhaltung von Grundvoraussetzungen geknüpft, sie ist auch nicht über Nacht möglich. Sie wird schrittweise erfolgen und jeder Schritt bedarf einiger Vorbereitung. Für die Beendigung des Lockdowns benötigt wird also eine Roadmap, die vorsieht, in welchen Schritten die Aufhebung erfolgen soll und die klare Vorgaben vorsieht, welche Regelungen zu erfüllen sind, wenn Einrichtungen wieder öffnen dürfen und Unternehmungen wieder zugelassen werden.

Damit eine Aufhebung möglichst reibungslos funktioniert, muss die Stadt frühzeitig die betroffenen Akteure informieren und selbst möglichst früh die erforderlichen Maßnahmen umsetzen, insbesondere in den Schulen und den Ämtern auf den Weg bringen. Dabei ist die Stadt darauf angewiesen, dass die Vorgaben der Landesregierung zur Aufhebung des Lockdowns sie rechtzeitig erreichen und diese eindeutige Handlungsanweisungen beinhalten. Ob und wie die Aufhebung des Lockdowns gelingt, wird sich voraussichtlich bei der Antwort auf die Frage, wie man die Schulschließungen aufheben kann, zeigen.

Die STADTGESTALTER

Autor:

Dr. Volker Steude aus Bochum

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