Die Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft West e.V. (ASW West) hatte zu ihrem 15. Sicherheitstag wieder hochkarätige Redner eingeladen.
„Die Sicherheitslage im Mittelstand ist schwierig“: Experten diskutieren bei G DATA über das Lagebild der IT-Sicherheit

NRW-Innenminister Reul am G-Data Rednerpult auf der Tagung 2019  Foto:G-Data
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Die Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft West e.V. (ASW West) hatte zu ihrem 15. Sicherheitstag wieder hochkarätige Redner eingeladen. Unter anderem sprach NRW-Innenminister Herbert Reul über

„Die Bedeutung des Wirtschaftsschutzes für das Land NRW“.

Unter der Schirmherrschaft des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul diskutierten Experten am 5. September 2019 in Bochum bei dem deutschen Cyber Sicherheits Spezialisten G DATA über das Thema „Sicherheit in neuen Dimensionen: Mensch – Technik – Dienstleistungen“. Rund 130 Sicherheitsexperten aus Unternehmen, Verbänden, Behörden und Wissenschaft waren der Einladung der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft West e.V. (ASW West) gefolgt und erhielten fachlich relevante Informationen und neue Einblicke in die Sicherheitsdebatte von ausgewiesenen Fachleuten.

Zur Begrüßung der Veranstaltung wies Andreas Lüning, Mitgründer und Vorstand der G DATA Software AG auf die Bedeutung der Mitarbeiter in der IT-Sicherheit hin:

„Cybercrime (*1) ist ein Kostentreiber der Digitalisierung. Schäden durch Computerkriminalität können die Digitalisierungsdividende vollständig zunichtemachen oder sogar übersteigen. Unternehmen müssen umfassende Sicherheitsstrategien entwickeln, die auch Mitarbeiter einbeziehen. Denn nach wie vor ist der Mensch das größte Einfallstor für schädlichen Code.“

Der ASW West Vorsitzende Christian Vogt zeigte sich in seiner Einführung besorgt über die wachsenden Bedrohungspotenziale für die deutsche Wirtschaft. „Mittlerweile sind über 800 Millionen Varianten von Schadprogrammen im Umlauf, jeden Tag kommen rund 400.000 neue hinzu. Auch die Geschwindigkeit der Angriffswerkzeuge steigt stetig.

Gleichzeitig werden im Rahmen der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft immer mehr Geräte ins Internet gestellt.

Je mehr Systeme miteinander vernetzt und ans Internet angeschlossen werden, desto mehr Angriffsfläche bietet sich.
Es ist daher auch logische Konsequenz, dass die Anzahl von erfolgreichen Hackerangriffen steigt. Deutsches Know-how ist nach wie vor ein hoch geschätztes Gut.

Wir befinden uns daher im Fokus ausländischer Nachrichtendienste.

Viele Unternehmen sind in vielen Bereichen des Wirtschaftsschutzes noch nicht gut aufgestellt. Diesen Entwicklungen müssen wir begegnen. Dafür sind alle beteiligten Akteure gefragt“, so Christian Vogt.

Den regen Zulauf auch international renommierter Fachleute bei der Veranstaltung sieht Vogt positiv und leitete daraus die steigende Wahrnehmung für die Bedeutung des Wirtschaftsschutzes bei den Unternehmen und der öffentlichen Hand ab. „Unsere Redner sind jeweils absolute Spitzenvertreter ihrer Fachgebiete. Wir freuen uns, dass wir sie für unseren Sicherheitstag 2019 gewinnen konnten. Unser Ziel als Verband ist es, neue Impulse für die Praxis zu liefern und unseren Mitgliedern und Gästen aufzuzeigen, welche sicherheitsrelevanten Gefahrenpotenziale bestehen, aber auch Lösungen dafür anbieten. Das verstehen wir als unsere vorrangige Aufgabe als Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft.“

Besonders erwähnte Christian Vogt vorab die Keynote

„Wie Israel seine Wirtschaft schützt“
von Noam Krakover, israelischer Cybersecurity Experte und Cyber Division Chief Strategy Officer bei der Israel Aerospace Industries.

Der Experte gab den Zuhörern eine Inneneinsicht in den Wirtschaftsschutz des Staates Israel, der wie kaum eine andere Industrienation mit sicherheitsrelevanten Anforderungen im Alltag zu kämpfen hat.

NRW-Innenminister Herbert Reul sprach in seinem zweiten Jahr als Schirmherr des NRW-Sicherheitstages über „Die Bedeutung des Wirtschaftsschutzes für das Land NRW“.

NRW-Innenminister Herbert Reul sprach in seinem zweiten Jahr als Schirmherr des NRW-Sicherheitstages über „Die Bedeutung des Wirtschaftsschutzes für das Land NRW“.

Dabei ging er vor allem auf das neue „Lagebild Wirtschaftsschutz“ ein, das die Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) Bielefeld auf Initiative der „Sicherheitspartnerschaft NRW“ erstellt hat: „Die Studie zeigt, dass viele kleine und mittlere Unternehmen in puncto Sicherheit noch „Luft nach oben“ haben.
Sie sind damit ein leichtes Opfer für Wirtschaftsspionage und Cyberangriffe. Ich bin der ASW daher außerordentlich dankbar, dass sie unserem Verfassungsschutz dabei hilft, Unternehmen für diese Gefahren zu sensibilisieren.“

Wie sich die Bedrohungslage für mittelständische Unternehmen verändert hat, thematisierte Dr. Tilman Frosch, Geschäftsführer der G DATA Advanced Analytics.

Sein Fazit: „Die Sicherheitslage kleiner und mittelständischer Unternehmen ist schwierig.

Es fehlt vielen Unternehmen schlicht am Bewusstsein  und an grundlegenden Kompetenzen, um die eigene Firma wirkungsvoll vor Cyber-Attacken zu schützen. Hinzu kommt, dass Angreifer verstärkt Zulieferer von großen Unternehmen ins Visier nehmen, um über deren Schwachstellen Konzerne zu attackieren.“

Der Landesverband ASW West vertritt mehr als 220 Mitglieder und bietet eine branchenübergreifende Plattform für den Informationsaustausch zu sicherheitsrelevanten Herausforderungen der Privatwirtschaft. Durch ein umfangreiches Portfolio an Leistungen fördert der unmittelbar gemeinnützige Verband unter anderem die Kriminalprävention und die Terrorismusabwehr und bietet ein breites Aus- und Weiterbildungsangebot sowie maßgeschneiderte Inhouse-Schulungen an. Der Verband ist Mitglied der Public-Private Partnership „Sicherheitspartnerschaft NRW gegen Wirtschaftsspionage und Wirtschaftskriminalität“, zusammen mit den Landesministerien des Inneren und der Wirtschaft sowie der Industrie- und Handelskammer NRW.

*1  : Erklärung in deutscher Sprache:
https://de.wikipedia.org/wiki/Computerkriminalit%C3%A4t

Kommentar von Volker Dau:

Sicherlich eine besonders wichtige Tagung im Hause G-Data in Bochum an der Königsallee.

Hoffentlich wirkt das als Weckruf auf alle Unternehmen die noch zu leichtsinnig mit ihrer Computersicherheit umgehen.

Es ist zu hoffen dass wenigstens flächendeckend Sicherheitsprogramme wie aus dem Hause des Veranstalters G-Data verwendet werden.

Am Eingang von G-Data ist zu lesen:

Bei uns bleiben Ihre Daten in Deutschland!

Genau das sollte der wichtigste Punkt sein. Denn sowohl kriminelle wie auch geheimdienstliche Angriffe wollen wohl "unsere Daten exportieren"?

Was kann man konkret tun?

Außer dem Einsatz von entsprechender Sicherheits-Software würde ich Leute im sicherheitsrelevanten Bereich vorher von den Sicherheitsdiensten durchleuchten lassen soweit dies rechtlich möglich ist und auch der jeweilige Innenminister, wie in NRW der Herr Reul dazu seine Zustimmung geben sollte.

Es fängt vielleicht auch im Kleinen an.

Nichtfirmeneigene Datenträger haben in der Firma nicht zu suchen.

Sie können sowohl schädliche Software einschleusen wie auch zum Datendiebstahl dienen!
Da sollte es doch auch entsprechende Kontrollen geben.

Denn in diesen Punkt hatte Lenin recht: Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser!

Das gilt überall wo es um Sicherheit, nicht nur von Daten geht!

Ansonsten sollte man auch im Bereich Internet-Sicherheit und Netz-Sicherheit eine klare für Jeden verständliche Sprache sprechen und nicht mit immer neuen Wortschöpfungen den Leser verwirren!

Worte wie:

Inhouse-Schulungen und Public-Private Partnership braucht wohl Niemand in deutschen Betrieben! Da gibt es klare deutsche Begriffe zu.

NRW-Innenminister Reul am G-Data Rednerpult auf der Tagung 2019  Foto:G-Data
Von Links sehen wir: 

Andreas Lüning, Mitgründer und Vorstand G DATA Software AG

Herbert Reul, NRW-Innenminister Herbert Reul

Katharina Geutebrück, Geschäftsführerin GEUTEBRÜCK GmbH

Kai Figge, Mitgründer und Vorstand G DATA Software AG

Patrick Hennies, Director Corporate Health, Safety & Security, Henkel AG & Co. KGaA

Dr. Christian Endreß, Geschäftsführer ASW West. Foto:G-Data
Autor:

Volker Dau aus Bochum

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