Erfolgreiches Kerngeschäft - Stadtwerke Bochum legen Jahresergebnis 2013 vor – Preise bleiben 2014 stabil

Bernd Wilmert konnte in der Bilanzpressekonferenz die Botschaft eines befriedigenden Geschäftsjahres in einem schwierigen Umfeld übermitteln. „Darauf können wir aufbauen“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer.
  • Bernd Wilmert konnte in der Bilanzpressekonferenz die Botschaft eines befriedigenden Geschäftsjahres in einem schwierigen Umfeld übermitteln. „Darauf können wir aufbauen“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer.
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Die Stadtwerke Bochum haben sich im vergangenen Geschäftsjahr trotz schwieriger Rahmenbedingungen gut im Markt behauptet. Im Interview blickt Geschäftsführer Bernd Wilmert auf 2013 zurück und gibt einen Ausblick auf 2014.

Wie fällt ihre Bilanz für das Jahr 2013 aus?
Bernd Wilmert: Mit dem Jahresergebnis 2013 können wir durchaus zufrieden sein. Wir haben allein in Bochum 170 Anbieter, unser Marktanteil liegt im Privatkundenbereich aktuell bei 90 Prozent – das ist kein schlechtes Ergebnis. Wir waren in allen Sparten In unserem Kerngeschäft – der Versorgung unserer Kunden mit Strom, Gas, Wasser und Wärme – erfolgreich. Zweifellos belasten uns die aktuellen Verwerfungen des Energiemarktes, die sich nachteilig auf unsere Beteiligungen an konventionellen Kraftwerken auswirken. Durch ein gutes Neukundengeschäft, eine optimierte Beschaffung und ein internes Kostenmanagement konnten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr dennoch punkten.

Über welche Zuwendungen darf sich der städtische Haushalt freuen?
Bernd Wilmert: Die Stadtwerke Bochum sind ein kommunales Versorgungsunternehmen und nehmen ihre Verantwortung für Bochum in besonderer Weise wahr. Unsere Gewinne bleiben in der Stadt. Wir konnten die Gewinnabführung an die Stadt Bochum von 38 Mio. Euro im Jahr 2012 auf 44,2 Mio. Euro im Jahr 2013 steigern. Zudem haben die Stadtwerke 22,2 Mio. Euro Konzessionsabgabe an die Stadt Bochum abgeführt.

Wie sieht es mit weiteren der Preisentwicklung aus?
Bernd Wilmert: Da haben wir für unsere Kunden gute Nachrichten: Weil wir unsere Strombeschaffung sehr professionell gestalten, bleiben die Preise für Strom, Gas und Wasser bis Ende 2014 stabil. Aus der aktuell günstigen Beschaffungssituation ziehen wir Vorteile, die wir selbstverständlich an die Kunden weitergeben. Damit können wir mögliche Preissteigerungen zumindest bis Ende des Jahres kompensieren.

Als Sorgenkind Nummer eins der deutschen Energiewirtschaft hat sich der konventionelle Kraftwerkspark herauskristallisiert. Wie ist da der aktuelle Stand?
Bernd Wilmert: „Auch die Stadtwerke Bochum haben in den vergangenen Jahren auf Anraten der Politik und vieler Experten in hoch moderne und effiziente Kohle- und Gaskraftwerke investiert. Diese so genannten Youngtimer-Anlagenwie das Kohlekraftwerk in Lünen oder das Gaskraftwerk in Hamm schreiben nun rote Zahlen. Das heißt, dass wir dieses Jahr erstmalig Geld verlieren. Ursache sind der ungesteuerte Ausbau der Erneuerbaren Energien und das damit verbundene Überangebot auf dem deutschen und europäischen Strommarkt. Paradoxerweise erreichen die Preise für die Endverbraucher aufgrund der staatlichen Umlagen ständig neue Rekordhöhen, während die Strompreise an der Börse tief im Keller sind.

Wie fällt Ihr Urteil über die jüngste Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes aus?
Bernd Wilmert: Das ist ein Schritt in de richtige Richtung. Die Bundesregierung muss aber weitere und noch mutigere Entscheidungen treffen, damit die Energiewende nicht vor die Wand fährt. Gegenwärtig sind alle drei energiepolitischen Ziele – Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und Versorgungssicherheit – gefährdet. Notwendig ist die Einführung eines Kapazitätsmarktes, in dem es einen wirtschaftlichen Ausgleich dafür gibt, gesicherte Leistung in Form von Kraftwerken und Speichern bereitzustellen. Wenn der Wind mal nicht weht und die Sonne nicht scheint, kann ein Industrieland wie Deutschland doch nicht ohne zuverlässige Stromversorgung auskommen!

In der vergangenen Woche sind die Weichen für die vollständige Übernahme der STEAG GmbH gestellt worden.
Bernd Wilmert: Wir haben diesen Schritt innerhalb des Stadtwerke-Konsortiums sorgfältig abgewogen. Die Investition in die STEAG GmbH hat sich als werthaltig erwiesen und bietet weiteres Entwicklungspotenzial. Nachdem das Konsortium bereits 2011 51 Prozent an der STEAG erworben hatte, nutzen die Stadtwerke die aktuell günstige Situation auf dem Kapitalmarkt, um weitere 49 Prozent zu übernehmen. Der Kauf soll bis zum Herbst 2014 abgeschlossen sein. Im zweiten Schritt wird die Suche nach Partnern fortgesetzt, mit denen die Beteiligung weiterentwickelt werden kann.

Die Bilanz

Umsatzerlöse (ohne Strom- und Erdgassteuer)
Stadtwerke Bochum Holding GmhH 102,1 Mio. €
Stadtwerke Bochum GmbH 526,7 Mio. €
Stadtwerke Bochum Netz 152,8 Mio. €
Gewinnabführung an die Stadt Bochum 44,2 Mio. €
Konzessionsabgabe 22,2 Mio. €

Belegschaft der Stadtwerke Bochum Gruppe
Mitarbeiter 719
Auszubildende 39

Absatzzahlen der Stadtwerke Bochum GmbH
Stromversorgung:
im Konzessionsgebiet 1203,9 Mio. kWh
außerhalb des Konzessionsgebietes 1045,1 Mio. kWh
Gasversorgung:
im Konzessionsgebiet 2.316,4Mio. kWh
außerhalb des Konzessionsgebietes 98,1Mio. kWh
Wasserversorgung: 24,3 Mio. m³
Fernwärmeversorgung: 401,1Mio.kWh

Autor:

Andrea Schröder aus Bochum

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