Schluss mit dem Abfackeln von Gas!
Gelsenkirchener Montagsdemo protestiert gegen den Kerosinhersteller BP

Weitere Ansicht des Protestzuges (Bild privat)
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Heute schloss ich mich dem Protest der Gelsenkirchener Montagsdemo an, wo es gegen die umweltfeindliche und gesundheitsschädliche Abfackelung der Industriegase von BP - Uniper - ging. Wegen dieses Umweltskandals fand diese Demo ausnahmsweise in Gelsenkirchen-Horst statt, wo der Industriekonzern BP - Uniper - seinen Sitz hat. Regulär ist die Gelsenkirchener Montagsdemo in der Gelsenkirchener Innenstadt. An dieser Demonstration beteiligten sich u.a.  Vertreter der Bürgerinitiative gegen die Verbrennung von Öl-Pellets in Kraftwerken, der Umweltgewerkschaft sowie des Internationalistischen Bündnis sowie der Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF.

Nach einer kämpferischen Auftaktkundgebung an der Schmalhorststr. in Gelsenkirchen-Horst zogen ca. 40 Montagsdemonstranten lautstark durch die Anliegerstraßen in der Nähe des BP-Betriebes. Es gab mehrere Wortmeldungen am offenen Mikrofon. "Ich habe jahrelang in der Nähe von BP gewohnt und bin wahrscheinlich an Lungenkrebs erkrankt. Ich muss beim Schlafen immer eine Atemmaske benutzen", äußerte sich eine Rednerin. Eine weitere Rednerin berichtete: "Wegen der Immissionen durch BP konnte man kein Fenster öffnen, obwohl es im Sommer sehr heiß war. Außerdem war das angebaute Gemüse im Garten durch die Rußpartikel vergiftet und konnte nicht mehr verzehrt werden."  "Selbst wenn nach Angabe von BP durch die Abfackelungen 80% der Schadstoffe verbrannt würden, blieben immer noch 20% giftige Rückstände, diese Rußflocken setzen sich dann überall ab", argumentierte ein Redner der Umweltgewerkschaft. Ein fachkundiger Redner der Bürgerinitiative nannte die Alternativen für eine Gas-Abfackelung: "Es gibt die Technik der Gas-Rückgewinnung. Das überschüssige Gas beim Anfahren der Produktionsanlagen für Flugbenzin wird in einem Gasbehälter gespeichert und kann dann z.B. für Destillationsprozesse oder für das erneute Anfahren der Produktion verbrannt werden, ohne die Umwelt zu belasten". In einer weiteren Wortmeldung hieß es: "Öl-Rückstände aus der Produktion (Ölpellets) werden aus Profitgründen nicht von BP als Sondermüll entsorgt, sondern im nahen Kohlekraftwerk in Gelsenkirchen-Scholven verbrannt. Dabei wird eine Höchsttemperatur von 700 Grad Celsius erreicht, die für die Vernichtung von giftigem Sondermüll nicht ausreicht. Dafür wären über 1100 Grad erforderlich. Die einzige Verbrennungsanlage für Sondermüll ist in Brunsbüttel/Norddeutschland".

Die Moderatorin der Gelsenkirchener Montagsdemo konterte das Argument von BP, "den Laden dichtzumachen", wenn Umweltauflagen zum Verbot des Abfackeln von Gas beschlossen würden. "BP brauchte den Laden nicht dichtzumachen, wenn das Unternehmen das Verfahren der Gas-Rückgewinnung anwenden würde, was jedoch deren Profit schmälern würde".

Auf dem Demonstrationszug gab es außerdem kämpferische Lieder sowie Parolen. Viele Anwohner waren an den Fenstern und winkten den Demonstranten zu. Es gab auch mehrere Gespräche mit den Anwohnern.

Die Bürgerinitiative gegen die Abfackelung der Industriegase und gegen das Verbrennen der Ölpellets in Kraftwerken wird sich weiterhin dagegen wehren.

Ich konnte bei meinem Besuch in Gelsenkirchen-Horst selbst eine Luftverschlechterung gegenüber meinem Wohnsitz in Bochum-Laer wahrnehmen.

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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