Rassismus in den USA
gewaltsamer Protest gegen die Polizei ist auch historisch begründet

Gegen die bewusste Tötung des Afroamerikaner durch einen Polizisten entwickelte sich ein Sturm der Proteste. Das war die Eskalation der aufgestauten Wut über die jahrelangen Menschenrechtsverletzungen durch die US-Polizei gegenüber den Farbigen. Die Übergriffe auf Polizeistationen oder Polizeifahrzeuge können als Notwehr der Unterdrückten gewertet werden, für die sinnlose Zerstörung von Geschäften, Gebäuden oder auch Plünderungen gibt es jedoch keine Rechtfertigung. Das ist als mutwillige Gewalt in jedem Fall entschieden zu verurteilen.

Die Behandlung der Farbigen als Menschen zweiter Klasse bis zum heutigen Zeitpunkt hat einen historischen Ursprung.
Ich verweise dazu auf die US-Historiker und Quentin Tarantino , dem Regisseur des Films „Django Unchained“ . In diesem Film wurde jedoch die Kenntnis der Geschichte der Sklaverei in Amerika größtenteils vorausgesetzt.
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Auszüge aus der Geschichte: Neben der Vernichtung der Indianer seit der Entdeckung Amerikas durch die Europäer bildete sich ab dem 17. Jahrhundert der Handel mit afrikanischen Sklaven heraus. Es ist für die Bemessung der moralischen Entrüstung bemerkenswert, dass es Europäer in Amerika waren, die Sklaven wollten und bestellten. Die erste Lieferung von 20 afrikanischen Sklaven an die nordamerikanische Kolonie in Jamestown (Virginia) erfolgte durch holländische Händler im Jahr 1619, um der Tabakproduktion aufzuhelfen.

Das kommende Jahrhundert erlebte eine Explosion der Verschleppung von Afrikanern in die Neue Welt – man schätzt zwischen sechs bis sieben Millionen Männer und Frauen. Ohne Sklavenarbeit wären die Tabakplantagen des Südens nicht profitabel gewesen. Mit der Erfindung der Textilmaschine („cotton gin“) 1793 stiegen die US-Südstaaten zur Baumwollgroßindustrie der Welt auf.

Von Feldarbeitern, der untersten Stufe der Wertskala, bis zum privilegierten Kammerdiener gehörten Sklaven zur herrenmenschlichen Lebensart des Südens. Schwarze Frauen, auch verheiratete, wurden von den weißen Herren wie leibeigene Huren gehalten; Männer, die nicht parierten oder versuchten zu flüchten, wurden ausgepeitscht.

Sklaven im Affekt zu töten, galt als verzeihlich und dumm: Sie waren Humankapital, geldwerte Leistungsträger – wer schneidet schon seinen Beutel? Freie Schwarze kämpften andererseits im Unabhängigkeitskrieg bis 1783 gegen die Engländer. Die Volkszählung der jungen USA registrierte 1800 exakt 1.002.037 Schwarze in den neugegründeten USA: 108.435 Freie und 893.602 Sklaven, knapp 19 Prozent der US-Bevölkerung von rund 5,3 Millionen.

Auch nachdem die Vereinigten Staaten und die Verfassung der USA ausgerufen wurden, bekamen die Farbigen (Schwarzen) zwar mehr Rechte, waren jedoch von den Weißen nach wie vor abhängig. Mit der Entwicklung der Industrialisierung wurden viele zu Lohnsklaven, die zu Hungerlöhnen in den Fabriken der Reichen arbeiten mussten. 

Bis zum heutigen Tag sind die Schwarzen erheblich beruflich gegenüber den Weißen benachteiligt, man findet kaum Schwarze in hochqualifizierten Arbeitsstellen. Auch der Gesundheitsschutz ist für diese Menschen völlig unzureichend, da es in den USA keine gesetzliche Krankenversicherung gibt und er auch für die weiße minderbemittelte Bevölkerung schon mangelhaft ist. Dazu kommt die ständige Diskriminierung der Afroamerikaner durch die Polizei, denn Verbrechen im Amt sind keine Seltenheit.

Anstatt die Ursachen für den Hass der Schwarzen auf die weiße Polizei zu ergründen, droht der faschistoide Präsident Trump bereits mit dem Einmarsch der Nationalgarde in die betroffenen Provinzen. Dass sich die Proteste gegen den Staatsapparat wie ein Lauffeuer über die ganze USA ausgebreitet haben, beweist den Rassismus in den USA. Die Unterdrückten - überwiegend die Arbeiterklasse - fordern zu Recht eine andere Politik als die Unterdrückung durch die Monopole und den Staatsapparat.

Droht ein Bürgerkrieg in den USA?

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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