Lebhafte Diskussion mit Passanten
Grußworte und Lieder auf der 15-Jahresfeier der Bochumer Montagsdemo - Quiz als Höhepunkt

Klein, aber interessant war die Feier der Bochumer Montagsdemo zu ihrem 15jährigen Bestehen. 2005 begannen bundesweit Proteste gegen die Hartz IV - Gesetze - Sozialgesetzbuch II -  (Zusammenlegung der damaligen Arbeitslosenholfe mit der Sozialhilfe auf dem niedrigeren Niveau der Sozialhilfe). Monateland gingen jeweils am Montag Hunderte auf die Straßen. Inzwischen sind die Proteste deutlich kleiner geworden, Montagskundgebungen gibt es aber immer noch einmal monatlich in über 70 Städten der Bundesrepublik. Längst geht es nicht nur um die Hartz-Gesetze, sondern um alle relevanten Themen in der Poltik, angefangen von örtlichen Problemen wie z.B. die Wohnungspolitik bis zur Außen- und Weltpolitik. Der Montag ist zum Tag des Widerstands geworden.

Einer der Moderatoren eröffnete die Feier sinngemäß mit der oben genannten Chronik der Montagsdemobewegung. "Nach 15 Jahren haben wir deutlich weniger Teilnehmer als zu Beginn, aber das ist die eine zu erwartende Entwicklung. Wir sind immer noch auf der Straße und werden von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Es gibt keine vergleichbare Bewegung, die über einen so langen Zeitraum immer noch aktiv ist. Auch wenn wir die Hartz-Gesetze nicht abschaffen konnten: Wir konnten zahlreichen Menschen helfen, die Probleme mit den Behörden (Arbeitsagentur, Jobcenter, Sozialamt u.a.) hatten, z.B. durch Begleitung zu den Ämtern und durch Sozialberatung. Diese Hilfen bieten wir auch weiterhin an. Mehrere andere Organisationen arbeiten auf Augenhöhe mit uns zusammen z.B. der Frauenverband Courage, Solidarität International, die Umweltgewerkschaft und kämpfen gemeinsam mit gegen die aktuelle Politik der Ausbeutung, Umweltzerstörung, Flüchtlingssituation, zunehmenden Kriegsgefahr..."

Inzwischen interessierten sich mehrere Passanten, insbesondere Ausländer, für die Feier und diskutierten eifrig mit den Montagsdemonstranten in gemütlicher Runde bei Speisen und Getränken. Einige waren auch dem Internationalistischen Bündnis mit zur Zeit 28 Trägerorganisationen aufgeschlossen, das sich für die Rechte der Arbeiter und Unterdrückten sowie für die Umwelt und für eine Politik gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur einsetzt.  Auch der Dachverband der Montagsdemos, die Bundesweite Montagsdemo, ist eine der Trägerorganisationen.

Nachfolgend gab es Grußworte von Vertretern des Jugendverband Rebell, der Organisation Solidarität International, der Umweltgewerkschaft und der Partei MLPD. In allen Beiträgen wurden die Profitgier der Konzerne und des internationalen Finanzkapitals als Hauptursache für die sich anbahnende Umweltkatastrophe, die steigende Kriegsgefahr, die Vernichtung von Arbeitsplätzen, die weltweit steigende Ausbeutung der Beschäftigten als auch Natur angesehen. "Vielfach versuchen die Konzerne, Arbeitsplätze gegen Umweltschutz auszuspielen. Arbeitsplätze und Umweltschutz gehören zusammen. Kein Beschäftigter braucht beim Braunkohleausstieg arbeitslos zu werden, denn der Energiekonzern kann seine MItarbeiter auf Jahrzehnte mit der Beseitigung der Folgen des Braunkohleabbaus weiterbeschäftigten wie mit der Renaturisierung der riesigen Abbauflächen", sagte ein Redner der Umweltgewerkschaft in seinem Grußwort. "Durch Unterstützung und Vernetzung von kämpferischen Organisationen in Drittländern und Initiativen z.B. für eine schonende  Anbauweise von Grundnahrungsmitteln  versuchen wir eine starke einheitliche Bewegung gegen die Macht der Konzerne aufzubauen", übermittelte eine Rednerin der Organisation Solidarität International.

Auch die Zusammenarbeit mit der Bewegung "fridays for future" und der Montagsdemo war Konsens. Hierbei ist besonders wichtig, die Konzerne für ihre umweltfeindliche Politik verantwortlich zu machen und  zwar nicht zu Lasten der Bevölkerung. Die Einführung einer sog. CO2-Steuer wurde einheitlich abgelehnt. Zu einer guten Zusammenarbeit auf Augenhöhe gehört eine bunte Vielfalt und kein Verbot von Fahnen, Parteien usw., wie es eine kleine "Orgaminderheit" der FFF-Bewegung versuchte.

Nach den Grußworten wurden gemeinsam mehrere Montagsdemolieder gesungen und nach einer Pause kam der Höhepunkt der Feier: Ein Quiz mit drei Hinweisen zu je einem Ziel in Bochum, das zu erraten war, wie z.B. Kemnader Stausee. Diese Hinweise waren jedoch "verschlüsselt" und man musste mit diesen Angaben das Ziel benennen. Die drei Lösungen waren: Deutsches Bergbaumuseum, Vonovia-Ruhrstation und der Kemnader See. Aus mehreren richtigen Lösungen ermittelte die "Glücksfee" einen männlichen Gewinner, der sich über einen Geschenkgutschein für eine Buchhandlung in Höhe von 15,00 Euro erfreuen konnte.

Zum Schluss wies einer der Moderatoren auf die bundesweite Herbestdemo am 3.10.19 in Erfurt hin. Wegen der zahlreichen Veranstaltungen am 3.10. (Tag der deutschen Einheit) in Berlin wurde dieses Mal Erfurt gewählt, zumal in Thüringen im Oktober 19 Landtagswahl ist und damit die Herbstdemo eine deutlich größere Resonanz bekommen wird als in Berlin. 

Die Anreisemöglichkeiten und Preise müssen noch geklärt werden. Wer mitfahren möchte, kann sich an die Moderatoren der Bochumer Montagdemo wenden.

Ulrich Achenbach         Telefon 0176 65783376
Christoph Schweitzer  Telefon 0163 9195882

Die nächste Montagskundgebung ist am 14. Oktober 2019 wie üblich am Husemannplatz.

Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Christoph Schweitzer

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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