Frauenpolitischer Ratschlag in Erfurt
Internationale Demonstration in Erfurt für die Rechte der Frauen

Die Rechte der Frauen werden in vielen Ländern der Welt immer noch mit Füßen getreten, vor allem in den arabischen Staaten. Aber auch in den hochentwickelten Staaten der sog. "ersten Welt" gibt es nach wie vor Diskriminierungen der Frau, wie z.B. ungleiche Entgeltzahlungen für die gleiche Tätigkeit der Frauen, wie sie Männer ausüben. Nicht zu vergessen die hohe Dunkelziffer der Misshandlungen der Frauen durch ihre Ehemänner, die selten in die Öffentlichkeit kommen, da die Frauen Angst haben, ihre Ehegatten wegen Körperverletzung anzuzeigen.

Durch die Webseite www.frauenpolitischerratschlag.de habe ich von einer Demonstration der Frauen in Erfurt erfahren. Ich zitiere teilweise die Berichterstattung des Frauenratschlages:

12. Frauenpolitischer Ratschlag
"Die größte und schönste Frauendemo, die Thüringens Landeshauptstadt in den letzten Jahren gesehen hat"

Ein bunter, kämpferischer internationaler Demonstrationszug zog am heutigen Vormittag durch die Straßen Erfurts, unüberhörbar erschallten internationale Sprechchöre und Parolen, Redebeiträge von Frauen aus allen Kontinenten und vielen gesellschaftlichen Bereichen wurden über das Offene Mikrofon ausgestrahlt, "Brot und Rosen", kurdische, spanische, deutsche ... Lieder und die Hymne der Weltfrauenkonferenz erklangen. Hoch die internationale Solidarität!

An dieser Demonstration nahmen Frauen verschiedener Nationalitäten teil: Automobilarbeiterinnen aus Deutschland, Frauen aus Rojava sowie andere kurdische Frauen, kämpfende Textilarbeiterinnen aus Bangladesch, Frauen aus Nepal und Tunesien.

Die heutige Demonstration machte klar, wie wichtig und wertvoll der überparteiliche und internationale frauenpolitische Zusammenschluss ist. Auch die Klarheit und das Bewusstsein  wachsen, dass die Frauen eine Vorreiterrolle spielen und spielen müssen, wenn es darum geht, die gefährliche Rechtsentwicklung von Regierungen und bürgerlichen Parteien in vielen Ländern zu bekämpfen.

Automobilarbeiterinnen berichten am offenen Mikrofon, wie sich die weltweite Vernichtungsschlacht der Automobilmonopole auf die Arbeiterinnen und Arbeiter und ihre Familien auswirken. Die beiden IG Metallerinnen forderten ausdrücklich eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Warum soll sich der Fortschritt der Digitalisierung in der Produktion gegen die Belegschaften richten? Umweltkämpferinnen und -Kämpfer  warben dafür, dass Frauen und Umweltbewegung zusammen arbeiten sollen. Frauen, denen weltweit die Hauptverantwortung für Familie, Kinder und alte Menschen aufgebürdet wird, spüren die Folgen von regionalen und der globalen Umweltkatastrophe am heftigsten. Frauen aus Rojava, kurdische Frauen, bedankten sich für die große internationale Solidarität gegen Erdogan, der die Errungenschaften von Selbstverwaltung und Frauenrechten in Nordostsyrien zunichte machen will. 

Neben vielen Redebeiträgen der Frauen aus den verschiedenen Ländern sprach noch
Jose M. Paca, stellvertretender Vorsitzender des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrats, Vorsitzender des Ausländerbeirats Erfurt und Sprecher vom Migranetz Thüringen. Er grüßte die Demonstration und Kundgebung des Frauenpolitischen Ratschlags herzlich, ja überschwenglich. Er hoffte, dass die Frauen ihre Stärke einbringen gegen die Wegbereiter des Faschismus und die Rechtsentwicklung der Regierungen. Wörtlich meinte er:

"Liebe Kämpferinnen, wir sind sehr stolz und sehr glücklich, hier in dieser Stadt Erfurt mitzuerleben, was für eine Enegergie und was für eine Kraft die Frauen haben. Sie sind immer die ersten an der Frontlinie, wenn es um Missachtung der Würde des Menschen geht. Wenn wir über die Würde des Menschen reden, geht es auch um Diskriminierung wegen des Geschlechts. Das Ergebnis der Landtagswahlen hier in Thüringen hat uns erschreckt. Aber wird sind nicht mit dem Hinterkopf auf den Boden gefallen, sondern nur auf die Knie. Wir machen weiter, wir kämpfen weiter. Ihr gebt uns Hoffnung. Ich grüße von hier aus alle Schwestern der Welt, die Schwestern in Asien, die afrikanischen Frauen, die europäischeKämpferinnen, Ich wünsche euch so viel Kraft ... Ihr seid die Besten der Besten."

Die internationale Vernetzung der unterdrückten Frauen weitet sich aus. So hat die tunesische Maha Sboui zu der nächsten 3. Weltfrauenkonferenz in ihr Land eingeladen.

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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