Helios St. Josefs-Hospital Bochum-Linden macht dicht
Kein tragfähiges Konzept gefunden

Jetzt ist klar: Die Helios-Kllinik St. Josefs-Hospital  in Bochum-Linden schließt.
  • Jetzt ist klar: Die Helios-Kllinik St. Josefs-Hospital in Bochum-Linden schließt.
  • Foto: Foto: Helios-Kliniken
  • hochgeladen von Petra Vesper

Lange war darüber spekuliert worden, jetzt ist es amtlich: Die Helios St.Josefs-Klinik in Bochum-Linden macht dicht. Das teilten am heutigen Mittwoch, 4. März, die Helios Kliniken GmbH  mit Sitz in Berlin mit. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist davon nicht betroffen.

Gespräche hätten zu keinem tragfähigen Konzept geführt, das eine langfristige Sicherung des Klinikstandortes gewährleisten könne. Die Mitarbeiter wurden am heutigen Mittwoch über die Schließungsabsicht der somatischen Abteilungen informiert. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie bleibt erhalten.

Über die schwierige Situation und einen möglichen Verkauf der Klinik hatte Helios die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Standortes bereits im Mai 2019 informiert. Alle denkbaren Varianten wurden geprüft und Gespräche mit potenziellen Interessen und Käufern geführt. „Unser Ziel war es, eine gute Lösung für die Weiterführung des gesamten Klinikstandortes in Bochum-Linden zu finden. Damit haben wir uns sehr intensiv auseinandergesetzt. Doch für diese Perspektive hat sich kein wirtschaftlich und sozial tragfähiges Konzept gefunden, das Somatik, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Mitarbeiterschaft mit einbezieht. Jetzt müssen wir uns der Realität stellen und mit dem Betriebsrat Interessenausgleichsverhandlungen über die Schließung der somatischen Abteilungen und deren Umsetzung führen“, fasst Klinikgeschäftsführerin Claudia Meßthaler die Situation zusammen.

Kleinste Einheit in der Bochumer Kliniklandschaft

Auf dem Bochumer Klinikmarkt bildet das Helios St. Josefs-Hospital Bochum-Linden mit 159 stationären Planbetten die kleinste Einheit in einem hochkompetitiven Umfeld. In einem Radius von nur 15 km befinden sich insgesamt 20 Krankenhäuser. Unter diesen Bedingungen hat es seitens der Klinikleitung und der Mitarbeiter über Jahre hinweg erhebliche Anstrengungen gegeben, das Haus wirtschaftlich zukunftssicher aufzustellen. Dazu gehörte auch der Versuch, das Leistungsspektrum in Kooperation mit Spezialisten anderer Helios Kliniken sinnvoll zu erweitern. „Konzepte, die in der Vergangenheit erfolgreich waren, tragen nicht mehr. Im Gegenteil zeigen der Rückgang an Patienten und die fehlende Grundauslastung, dass es durch die Dichte der umliegenden, weit größeren und spezialisierten Krankenhäuser für das Hospital keinen ausreichenden Bedarf mehr gibt. In der Region ist insgesamt eine sehr gute Versorgungsstruktur vorhanden“, erläutert die Klinikgeschäftsführerin. Schwere, komplexe Fälle werden heute in großen Kliniken oder Zentren behandelt. Diese Zentrenbildung ist medizinisch notwendig und politisch gewollt. Das Helios St. Josefs-Hospital Bochum-Linden hingegen arbeitet vorwiegend in sehr kleinen Einheiten, die diese Voraussetzungen immer weniger erfüllen. 

Zukunft der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist von der beabsichtigten Schließung der somatischen Abteilungen nicht betroffen – sie wird unter Helios weitergeführt. „Der Erhalt der Kinder- und Jugendpsychiatrie liegt uns sehr am Herzen. Auch die Entscheidung, jetzt die Schließung der somatischen Abteilungen ins Auge zu fassen, ist uns nicht leichtgefallen. Viele langjährige Mitarbeiter sind dem Haus eng verbunden. Zudem hat die Klinik als eines der Helios Gründungshäuser für uns einen besonderen ideellen Wert“, erläutert Regionalgeschäftsführer Reiner Micholka. „Für die Beschulung der Kinder, die in der Kinder- und Jugendpsychiatrie betreut werden, stehen wir mit der Stadt weiter im Austausch.“

Jobangebote für Mitarbeiter in anderen Helios Kliniken

Die umliegenden Helios Klinikstandorte haben bereits großes Interesse signalisiert, so vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie möglich Arbeitsplätze in den eigenen Reihen anzubieten. Zudem ist, sobald die Schließungspläne konkreter werden, auch eine Kontaktaufnahme zu regionalen Unternehmen mit möglichem Personalbedarf geplant. „Natürlich hoffen wir, dass uns viele der Bochumer Kolleginnen und Kollegen auch weiterhin verbunden bleiben“, so Claudia Meßthaler. Der weitere Zeitplan bis zu einer endgültigen Schließung hinge jetzt von verschiedenen Faktoren ab, allen voran den Verhandlungen mit dem Betriebsrat.

Autor:

Petra Vesper aus Bochum

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