Keine Rettung der Umwelt durch den Weltklimagipfel in Bonn

Die vergangene Montagsdemo befasste sich mit dem Weltklimagipfel in Bonn und rief zur Teilnahme an einer bündnisweiten Großdemonstration am 11.11.17, 12.30 Uhr, Münsterplatz Bonn, in Bonn auf.

"Wir begrüßen zwar die Proteste am 4.11. für den sofortigen Ausstieg aus der Braunkohle, sie waren jedoch so einseitig. Die Umwelt wird nicht nur durch die Klimaerwärmung und den hohen CO2 - Gehalt in der Luft belastet. Andere Fakten wie die Vernichtung des Regenwaldes, die Überdüngung der Felder durch Gülle aus der tierquälerischen Massenhaltung von Nutztieren, das Anwachsen der Müllberge (Plastikmüll u.a. im Ozean) und auch das skrupellose Ausbeuten von Rohstoffen in vielen Ländern wurden nicht berücksichtigt", leitete einer der Moderatoren die Debatte ein.

Nach der Eingangshymne begann die interessante Diskussion.

"Schon auf dem G20-Gipfeltreffen in Hamburg wurden keine nennenswerten Ergebnisse erzielt. Beim  Weltklimagipfel wird es auch nicht anders sein. Abgesehen davon , dass die USA ohnehin aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausgestiegen ist (was ohnehin eine Mogelpackung ist, da die Klimaschutzziele aus dem deutschen Klimaschutzplan 2050 gestrichen wurden ), geht es bei dem Treffen um den angeblichen Klimaschutz erneut wieder nur um die Interessen der Energiekonzerne, z.B. längere Laufzeiten für Kohle- und Kernkraftwerke. Beispielsweise ist auch Fracking, was zur erheblichen Verschmutzung von Grundwasser führt, ebenfalls kein Thema. Deshalb müssen wir auf der Demo am 11.11. den Marionetten der Großkonzerne unseren Widerstand zeigen", äußerte sich eine Rednerin.

"Ursprünglich sollte dieses Klimatreffen auf den Fidschi-Inseln stattfinden, angeblich gab es für die vielen Teilnehmer keinen Raum. Diese Inselgruppe ist von dem Klimawandel besonders betroffen, da der Meeresspiegel ständig steigt und damit große Teile der Inselgruppe überflutet werden können", informierte einer der Moderatoren, "Bonn wurde nur als Ausweichstätte gewählt".

"Auch der Emmissionshandel der Energiekonzerne spielt bei der Tagung zum Weltklima keine Rolle", meinte ein Redner, "selbst die Umweltpartei Die Grünen zeigen dagegen keinen Widerstand".

"Die zunehmende Umweltzerstörung ist auch verantwortlich für die Flüchtlingsfrage. Profitgierige internationale Konzerne beuten immer mehr Rohstoffe in Ländern der dritten Welt aus, in dem sie mit den korrupten unterdrückerischen Regierungen zusammenarbeiten. Land der Ureinwohner oder Bauern wird gewaltsam enteignet, damit z.B. Palmölplantagen angelegt werden können, die Lebensgrundlage großer Bevölkerungskreise wird zerstört. Da bleibt den Betroffenen nur die Flucht. Anstatt diese Fluchtursachen zu bekämpfen, betreibt die EU eine Abschottung gegen die Flüchtlinge", hieß es in einer weiteren Wortmeldung.

"Flüchtlinge werden in Deutschland gegen Dumpinglöhne beschäftigt, um die deutschen Beschäftigten gegen sie auszuspielen. Dabei wird die Notsituation dieser Menschen skrupellos ausgenutzt", sagte ein Redner, "es ist Aufgabe der Betriebsräte und Gewerkschaften, solchen Schweinereien den Kampf anzusagen".

"Wie sehr Manager und andere Einflussreiche in schmutzigen Geldwäscheaktionen verwickelt sind, zeigt die Enthüllung der 'Paradise Papers', der legalen Steuerhinterziehung", empörte sich ein weiterer Redner. Dazu ein Auszug aus dem Bericht des Spiegels vom 6.11.17:

Die Zahlen sind einschüchternd: 13,4 Millionen Dokumente, auf denen beinahe 400 Journalisten monatelang herumgekaut haben, bis die Auswertungen der Paradise Papers reif für eine Veröffentlichung waren. Die Quelle wird nicht genannt, Datendiebstahl, Whistleblower, Cyberangriff? 120 Politiker tauchen darin auf, 50 Länder, deutsche Firmen wie Siemens und Allianz, Kabinettsmitglieder von Donald Trump, Superreiche wie der greise Glücksspielbaron Paul Gauselmann oder die bei Steuerfahndern schon vorher einschlägig bekannte Familie Engelhorn.

Kein Gesetzesbruch ist der Skandal - sondern das Gesetz!

"Der Umweltschutz wird auch in Deutschland von diesen Herrschenden nur so lange akzeptiert, wie daraus Profit geschlagen werden kann. Die Techniken zur Gewinnung von erneuerbaren Energien sind notwendig und positiv, in erster Linie geht es diesen Unternehmen, die diese Techniken entwickeln, aber nicht um die Umwelt, sondern nur um ihren Gewinn. Das Recht auf eine intakte Umwelt ist ein Grundrecht und nicht vom Gewinn der Unternehmer abhängig", argumentierte eine Rednerin.

Die Bochumer Montagsdemo wird sich an dem bündnisweiten Protest gegen den Weltklimagipel in Bonn beteiligen als Teil der Bundesweiten Montagsdemobewegung.
"Damit wir auch in 50 Jahren noch saubere Luft einatmen und die Vögel im Wald zwitschern hören", heißt die Devise der bündnisweiten Großdemonstration.

Mit der Abschlusshymne endete die Kundgebung. Auf der nächsten Montagsdemo am 20.11.17 geht es um die Zukunftsvisionen eines sozialistischen Systems.

Ulrich Achenbach
Moderator

Autor:

Ulrich Achenbach aus Bochum

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